Gesundheit

Ergebnisse des EU-Projekts "EU NET ADB" zur Internetabhängigkeit liegen vor

Zwei Jungen am Computer

Im Januar wurden die zentralen deutschen Ergebnisse der Studie in Berlin vorgestellt. Die Ergebnisse beruhen auf der Auswertung von quantitativen und qualitativen Daten zum Internetnutzungsverhalten von 14- bis 17-Jährigen in sieben europäischen Ländern.

07.02.2013

An der Studie sind beteiligt Spanien, Rumänien, Polen, Niederlande, Griechenland, Deutschland und Island. Gegenstand der Untersuchung ist die Prävalenz und die bestimmenden Faktoren von Internetabhängigkeit, die problematische Internetnutzung sowie Risikofaktoren, die ein problematisches Nutzungsverhalten fördern. Internetabhängigkeit (Internet Addictive Behaviour IAB) wird hier definiert als ein Verhaltensmuster, das charakterisiert ist durch einen Verlust der Kontrolle über die Internetnutzung, der im Ergebnis zu Isolation und Vernachlässigung von sozialen, beruflichen und erholenden Aktivitäten sowie Gleichgültigkeit gegenüber der eigenen Person in Bezug auf Hygiene und Gesundheit führt.

Es wurden insgesamt über 13.000 Heranwachsende befragt und 124 Interviews geführt mit Jugendlichen, bei denen Anzeichen für IAB gesehen werden. 1,2 Prozent der Befragten zeigen ein "Internet Addictive Behaviour (IAB)" und bei weiteren 12,7 Prozent gilt die Internetnutzung als problematisch ("At risk for IAB"). Diese beiden Verhaltensmuster werden auch unter die etwas sperrige Formulierung „Dysfunctional Internet Behaviour (DIB)“ zusammengefasst. Für Deutschland fällt die Prävalenz von Internetabhängigkeit mit 9,7 Prozent ("At risk for IAB") bzw. 0,9 Prozent (IAB) vergleichsweise niedrig aus. In Spanien ist sie am höchsten: 21,3 Prozent bzw. 1,5 Prozent. Jungen, ältere Heranwachsende und solche, deren Eltern niedrigere formale Bildungsabschlüsse haben, neigen mit größerer Wahrscheinlichkeit dazu, ein „Dysfunctional Internet Behaviour“ zu entwickeln.

Interessanterweise werden neben „gambling“ und „gaming“ auch „social networking“ in einem engen Zusammenhang mit „Dysfunctional Internet Behaviour“ gesehen. Bei einer Nutzung von sozialen Netzwerken von mehr als 2 Stunden täglich und einem Online-Freundeskreis von mehr als 500 spricht die Studie von einem „Dysfunctional Internet Behaviour“. Dagegen wird beim Konsum von Filmen und Videos kein nachweislicher Zusammenhang mit DIB gesehen. Je mehr junge Menschen das Internet für Schule/Hausaufgaben nutzen, desto geringer sind die Anzeichen für DIB.

Des Weiteren analysiert die Studie die Bedeutung des Internets für die Jugendlichen, ihre Strategien im Umgang mit der online verbrachten Zeit („adaptive“ und „maladaptive strategies“) und identifiziert zum Schluss vier Internetnutzertypen: „stuck online“, „juggling it all“, „coming full cycle“ und „killing boredom“.

In den letzten Jahren wurde das Spektrum der problematischen Internetnutzung durch verschiedene Studien eingehender beleuchtet. Zu nennen sind hier vor allem die <link http: www.drogenbeauftragte.de fileadmin dateien-dba drogenundsucht computerspiele_internetsucht downloads pinta-bericht-endfassung_280611.pdf _blank external-link-new-window externen link in neuem>PINTA-Studie für das Bundesministerium für Gesundheit, die <link http: www.bmfsfj.de redaktionbmfsfj broschuerenstelle pdf-anlagen _blank external-link-new-window externen link in neuem>EXIF-Studie des Bundesfamilienministeriums sowie die
<link http: www.lfm-nrw.de forschung schriftenreihe-medienforschung band-66-68.html _blank external-link-new-window externen link in neuem>Computerspieleabhängigkeitsstudie der Landesanstalt für Medien NRW (LfM).

In Deutschland wurde das EU-Projekt „EU NET ADB“ durchgeführt von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz und der Ambulanz für Spielsucht der Universitätsklinik Mainz. Finanziert wurde sie vom Safer Internet Programm der Europäischen Kommission. Ein Kurzbericht liegt als <link http: www.lfm-nrw.de forschung schriftenreihe-medienforschung band-66-68.html _blank external-link-new-window externen link in neuem>PDF vor.

Weitere Informationen unter: <link http: www.eunetadb.eu en _blank external-link-new-window externen link in neuem>www.eunetadb.eu/en/

Quelle: mekonet NRW

Redaktion: Anneli Starzinger

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