Bayern

Jugendbeteiligung in der Katholischen Kirche

Eine junge Frau mit einem Megafon läuft in einem Demonstrationszug

Die Katholische Landjugendbewegung Bayern (KJLB) hat in einem Aufruf zur Pfarrgemeinderatswahl am 20. März 2022 die Reformbedürftigkeit der katholischen Kirche und ihres Systems der Beteiligung gerade für die Jugend betont. Zudem befasste sich der Landesausschuss mit Klima- und Energiepolitik und plant ein Präsenztreffen im Klimaprojekt „HITZEfrei“.

08.02.2022

Landesvorsitzender Stefan Gerstl (29, Oberaichbach, Landkreis Landshut):

„Junge Menschen sind die Zukunft der Kirche. Darum müssen sie gerade in der aktuellen Krisenlage von Anfang an einbezogen werden. Wir fordern, dass diese Beteiligung auf allen Ebenen kirchlichen Lebens verwirklicht und festgeschrieben wird. Immerhin geht die Kirche ja mit dem Wahlrecht ab 14 zum Pfarrgemeinderat schon voran!“

KLJB unterstützt Forderung nach synodalem Prinzip

Beim digitalen Landesausschuss wurde der Aufruf von rund 30 Delegierten beschlossen. Die Kritik im Text ist deutlich:

„Denn nach wie vor besteht die Gefahr, dass das Engagement von Lai/-innen zur Scheinbeteiligung verkommt, da sie durch ein mögliches Veto-Recht von Amtsträger/-innen überstimmt werden können. (…)

Als hilfreich empfinden wir hier insbesondere den Vorschlag des ‚Synodalen Weges‘, die derzeitige Rätestruktur in eine wirklich synodale Struktur umzugestalten. (…) Auch den Gedanken, dass das Synodale Prinzip von der Ortsgemeinde bis hin zur Bischofskonferenz alle Gremien und kirchlichen Ebenen prägen soll, empfinden wir zeitgemäß und zukunftsweisend.“ 

Johanna Heindl, Sprecherin des AK Glaube und Leben der KLJB Bayern, die den Aufruf mit erarbeitet hat, erklärte dazu weiter:

„Jugendvertretungen im Pfarrgemeinderat müssen endlich in allen Diözesen verpflichtend vorgeschrieben sein. Die Anliegen der Jugend müssen als gleichberechtigt neben den Vorstellungen älterer anerkannt werden.“

Zu oft laute die Devise vor Ort: “Junge Leute im Pfarrgemeinderat? Ja bitte, aber nur wenn sie nichts verändern wollen.” Andersherum müsse gelten: „Junge Leute im Pfarrgemeinderat? Ja, gerade weil sie etwas verändern wollen!“

Landesausschuss befasst sich mit Klima- und Energiepolitik

Zugleich bereitete sich die KLJB in einem Studienteil passend zum aktuellen Projekt „HITZEfrei. Auszeit für die Erde“ auf ein neues „Energiekonzept der KLJB Bayern“ zur Landesversammlung Ende Mai vor.

Prof. Dr. Michael Sterner (OTH Regensburg, Leiter der Forschungsstelle für Energienetze und Energiespeicher, FENES) schilderte dabei die globale Klimalage. Er unterstützte als früheres Mitglied in Aicha v. W. (Landkreis Passau) die KLJB dabei, die Energiepolitik und das völlig unzureichende Klimaschutzgesetz in Bayern als Kirche und Jugendverbände im Dialog mit der Politik zu verbessern. Die Vorschläge der Wissenschaft lägen vor. Jetzt komme es darauf an, dass im Sinne der jungen Menschen die Weichen gestellt werden. Wir müssten weg von Kohle, Öl und Gas zurück zu erneuerbaren und oberirdischen Energien kommen. Der Gewinn für alle mit mehr Energiespeichern, Windkraft, Solarenergie und ÖPNV müsse auch in Bayern endlich vorankommen.

KLJB will sich wieder treffen – mit Klimaprojekt „HITZEfrei“

Kristina Ducke (29, Pegnitz, Landkreis Bayreuth) ist als ehrenamtliche Landesvorsitzende der KLJB Bayern mit zuständig für das Projekt „HITZEfrei. Auszeit für die Erde“. Sie freut sich, dass nach langer Zeit der digitalen Jugendarbeit endlich wieder Präsenzangebote möglich werden:

„Wir bereiten neben vielen Methoden zu HITZEfrei schon seit einem Jahr das Abschluss-Fest des Projekts für den 1.-3. Juli 2022 in Thalhausen bei Freising vor. Heute haben wir das Konzept für Workshops und Musik vorgestellt und den 8. April 2022 als Start zum Vorverkauf veröffentlicht. Es wird für uns alle Zeit, dass wir uns wieder treffen können mit viel KLJB-Gefühl, Bildungsangeboten und Spaß!“

Quelle: Katholische Landjugendbewegung Bayern (KLJB) vom 05.02.2022

Redaktion: Silja Indolfo

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