Jugendsozialarbeit
Hessisches Netzwerk gegen Extremismus und Antisemitismus an Schulen wächst
Das Präventionsprojekt „Netzwerk-Lotsen gegen Extremismus und Antisemitismus“ hat seit 2018 bisher über 100 Lehrkräfte, Schulleitungen, Schulsozialarbeiter sowie Schulpsychologen fachlich und pädagogisch geschult. Die Netzwerk-Lotsen sind die ersten Ansprechpersonen an Schulen und die Mittler zu den umfangreichen Präventionsangeboten des Landes.
09.03.2020
Hessens Innenminister Peter Beuth und Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz haben am 2. März 2020 die Fachtagung des Präventionsprojekts „Netzwerk-Lotsen gegen Extremismus und Antisemitismus“ in der Humboldtschule in Bad Homburg besucht. Das gemeinsam von Innen- und Kultusministerium imitierte Präventionsprojekt ist im September 2018 gestartet. Seither wurden hessenweit mehr als 100 Lehrkräfte, Schulleitungen, Schulsozialarbeiter sowie Schulpsychologen fachlich und pädagogisch geschult, um als sogenannte Netzwerk-Lotsen an Hessens Schulen gegen Extremismus und Antisemitismus wirken zu können.
Frühwarnsystem gegen Extremismus und Antisemitismus
„Unsere Netzwerk-Lotsen bilden an Hessens Schulen ein wichtiges Frühwarnsystem gegen Extremismus und Antisemitismus. Die über 100 engagierten Frauen und Männer können nun bei Anzeichen von Antisemitismus und Extremismus schnelle, passgenaue und zeitnahe Hilfestellungen vermitteln. Sie sind die ersten Ansprechpartner, die Experten vor Ort an den Schulen und die Mittler zu den umfangreichen Präventionsangeboten des Landes. Damit haben wir an unseren Schulen ein breites und kompetentes Multiplikatoren-Netz gegen Extremismus, Rassismus und Antisemitismus geknüpft“, sagten Innenminister Peter Beuth und Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz zum Auftakt der Veranstaltung.
Präventionsnetz so groß wie noch nie zuvor
Das Projekt „Netzwerk-Lotsen“ an Hessens Schulen wird in Zusammenarbeit des Innen- und Kultusministeriums umgesetzt. Das im Hessischen Innenministerium angesiedelte Hessische Informations- und Kompetenzzentrum gegen Extremismus (HKE) koordiniert das Programm. Das HKE verantwortet auch das Landesprogramm „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“. Das Landesprogramm fördert unterschiedlichste zivilgesellschaftliche Präventionsprojekte. Das Fördervolumen ist seit dem Start des Landesprogramms im Jahr 2015 mit damals insgesamt 1,3 Millionen Euro auf mittlerweile 9,7 Millionen Euro (davon 1,3 Millionen Euro Bundesmittel) für das Jahr 2020 angestiegen. Im HKE werden die über 100 Präventionsprogramme und -projekte zur Bekämpfung von Extremismus koordiniert. Die Netzwerk-Lotsen an Hessens Schulen haben auf die Expertise des HKE und ihrer Projektpartner Zugriff und können je nach Bedarf passende Projekte an ihre Schulen holen.
„Unser Präventionsnetz gegen Extremismus ist so groß wie noch nie zuvor. Hessen war 2015 mit seinen Maßnahmen bundesweiter Vorreiter in der Extremismus-Prävention. Als erste konnten wir hier ein Deradikalisierungs- und Ausstiegsprojekt aus der islamistischen Szene starten. Seither sind zahlreiche weitere Projekte hinzugekommen. Der Schwerpunkt liegt aktuell auf der Rechtsextremismus-Prävention und einer starken Regionalisierung der Angebote. Dafür brauchen wir ein möglichst engmaschiges Netz aus kompetenten Akteuren, die Extremismus frühzeitig erkennen und aktiv für Demokratie einstehen“, so Innenminister Peter Beuth.
Diesjähriges Thema: Extremismus und Islamismus
Bei der Auftaktveranstaltung 2018 stand das Thema Antisemitismus im Mittelpunkt. Bei der Fachtagung des Präventionsprojekts „Netzwerk Lotsen“ am 2. März 2020 in Bad Homburg wurden Lehrkräfte, Schulleitungen, Schulsozialarbeiter sowie Schulpsychologen zum Thema Rechtsextremismus, Linksextremismus und Islamismus informiert. Dabei referierten unter anderem Dr. Reiner Becker vom Demokratiezentrum Hessen zum „Umgang mit Rechtsextremismus an Schulen“, Marina Melber von der Point Alpha Akademie zur „Demokratiebildung am außerschulischen Lernort“ und Lina Thillosen vom Violence Prevention Network e.V. zum Thema „Jugendliche zwischen Religion und Extremismus.
„Die Netzwerk-Lotsen haben eine Regionalisierung der Präventionsarbeit in unserer Schullandschaft geschaffen. Die Lotsen fungieren bei Fragen und Konfliktfällen im Kontext extremistisch motivierten Verhaltens als unmittelbare Ansprechpartner. Sie beraten Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Elternbeiräte kompetent über bestehende Hilfsangebote“, so Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz.
Maßnahmen des Landes zur Extremismusprävention
Aufklärung und Prävention sind für die Hessische Landesregierung wichtige Elemente im Kampf gegen Extremismus. Seit Jahren engagieren sich in Hessen staatliche Akteure sowie zivilgesellschaftliche Träger und Initiativen. Unter der Verantwortung des Hessischen Innenministeriums wurde das Hessische Informations- und Kompetenzzentrum gegen Extremismus (HKE) eingerichtet. 2015 startete das dort angesiedelte Landesprogramm „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ mit einem Gesamtvolumen von 1,3 Millionen Euro. Seither haben sich die Mittel dafür vervielfacht. 2018 und 2019 stellte die Landesregierung mit einem Gesamtvolumen von jährlich rund sechs Millionen Euro (davon etwa eine Million Euro aus Mitteln des Bundes) für Demokratieförderung und Präventionsmaßnahmen zur Verfügung. Für das Jahr 2020 ist nun eine abermalige Erhöhung des Fördervolumens auf insgesamt rund 9,7 Millionen Euro (davon sind 1,3 Millionen Euro aus Mitteln des Bundes) erfolgt.
Quelle: Hessisches Kultusministerium vom 02.03.2020
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