Youth Work Recovery Conference

So kann die Situation von Youth Work in Europa verbessert werden

Die Youth Work Recovery Conference brachte vom 13. bis zum 16. Juni 2022 Vertreter:innen aus 28 Ländern aus Politik, Praxis und Forschung zusammen, um über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Bereich des Arbeitsfeldes Youth Work in Europa sowie in den benachbarten Partnerländern zu diskutieren.

29.09.2022

Die Welt durchlebt seit Beginn der Coronavirus-Pandemie beispiellose Zeiten, die sich stark auf den Jugendbereich auswirken: Junge Menschen und Fachkräfte der Jugendarbeit haben durch die Pandemie stark persönlich und psychisch gelitten, das System von Youth Work wurde in vielen Ländern in seinen Grundfesten erschüttert und insbesondere europäische und internationale Kooperationen wurden aufgrund der Beschränkungen von transnationaler Mobilität stark eingeschränkt.

Die auch schon vor der Pandemie bestehenden systemischen Herausforderungen für Youth Work, wie eine umfassende Anerkennung des Arbeitsbereichs sowie eine ausreichende, langfristige und nachhaltige Finanzierung auf allen Ebenen und in allen Ländern wurden durch die Pandemie weiter verstärkt.

Vor dem Hintergrund dieser herausfordernden Situation war es das Ziel der Youth Work Recovery Conference, Akteur:innen aus Politik, Praxis und Forschung zusammenzubringen, um über den Unterstützungsbedarf für das Arbeitsfeld zu diskutieren und klare Empfehlungen zu formulieren, wie die Erholung und Weiterentwicklung von Youth Work in ganz Europa nach der Pandemie am besten gelingen kann. Ausgangspunkt waren dabei relevante Forschungsergebnisse zur Situation von Youth Work nach der Pandemie, die vor allem im Rahmen der RAY-Forschung erarbeitet wurden. Das RAY-Netzwerk (“Research-based Analysis and Monitoring of European Youth Programmes”) setzt die wissenschaftliche Begleitung der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps um.

Call for Action

Die auf der Konferenz erarbeiteten Empfehlungen fokussieren sich insbesondere auf

  1. das Schaffen von Zugängen von Youth Work zu Fonds und Programmen, die den Wiederaufbau des Arbeitsfeldes nach der Coronavirus-Pandemie ermöglichen,
  2. die niedrigschwellige Unterstützung der psychischen Gesundheit für Fachkräfte der Jugendarbeit und junge Menschen zur Bewältigung der persönlichen Herausforderungen während der Pandemie,
  3. die Zurverfügungstellung von guter digitaler Infrastruktur und die Förderung digitaler Kompetenzen von Fachkräften der Jugendarbeit, um diese während möglicher nächster Pandemiewellen nutzen zu können,
  4. die Sicherstellung von ausreichender und nachhaltiger Finanzierung von Youth Work, die sowohl strukturelle langfristige Finanzierung als auch innovative projektorientierte Förderung umfasst,
  5. die sinnvolle Verbindung der Recovery-Maßnahmen mit relevanten jugendpolitischen Strategien, wie insbesondere der Umsetzung der European Youth Work Agenda, um eine kohärente Weiterentwicklung des Arbeitsfeldes in Europa zu fördern und stärkeres Lobbying für Youth Work zu betreiben.

Die Ergebnisse der Konferenz wurden in einem Beyond Recovery Call for Action von der europäischen RAY-Netzwerk-Koordination veröffentlicht. Ziel des Call for Action ist es, sowohl die aktuelle Situation zu verbessern als auch den Jugendbereich resilient und widerstandsfähig für zukünftige Krisen zu machen.  

Die Konferenzergebnisse inklusive des Call for Action sind auf der Website des RAY-Netzwerkes abrufbar und werden aktuell von den an der Konferenz beteiligten Akteur:innen in ganz Europa verbreitet.

Hierdurch sollen politische Entscheidungsträger:innen auf allen Ebenen dazu aufgefordert werden, die darin formulierten Handlungsaufforderungen umzusetzen und durch entsprechende politische Maßnahmen die Erholung und die Weiterentwicklung von Youth Work nach der Coronavirus-Pandemie sicherzustellen.  

Die Konferenz wurde von den Nationalen Agenturen für die EU-Jugendprogramme in Kroatien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Portugal und Slowenien zusammen mit der RAY-Netzwerk-Koordination geplant und umgesetzt.

Quelle: JUGEND für Europa vom 27.09.2022

Redaktion: Johanna Fock

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