World Vision

„Alle Kinder verdienen es, dass es für sie eine friedliche Zukunft gibt“

Am 9. Mai hat Russland des Kriegsendes im Mai 1945 gedacht. Vor diesem Hintergrund ruft die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision die Parteien im Ukraine-Krieg dringend dazu auf, sofort einen Waffenstillstand auszurufen und konstruktive Friedensgespräche zu führen.

30.05.2022

Im Zuge des Aufrufs betont Ekkehard Forberg, Friedensexperte bei World Vision Deutschland, dass es in Kriegen keine Gewinner, sondern nur Verlierer gäbe. „Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit sind die Grundpfeiler für prosperierende Gesellschaften.“ so Forberg weiter. World Vision rufe deshalb alle Seiten dazu auf, den Frieden zu fördern und an diplomatischen Lösungen zu arbeiten. Denn „alle Kinder verdienen es, dass es für sie eine friedliche Zukunft gibt.“ 

Der Krieg in der Ukraine verschärft eine massive humanitäre Krise und führe zu weiteren Vertreibungen. Etwa 5,6 Millionen Menschen sind bisher ins Ausland geflohen, ca. 7,7 Millionen befinden sich im eigenen Land auf der Flucht. Mehr als 200 Kinder wurden getötet, hunderte verletzt. In der Ukraine lebten vor dem Konflikt mehr als 7,5 Millionen Kinder, davon 2,1 Millionen unter fünf Jahren. Doch mehr als die Hälfte aller ukrainischen Kinder musste in den letzten Monaten aus ihren Häusern fliehen und mehr als zwei Millionen Kinder haben sich auf gefährliche Reisen begeben, um die Ukraine zu verlassen.

Menschen-, Kinder- und Flüchtlingsrechte respektieren

World Vision ruft alle Parteien auf, die Menschen-, Kinder- und Flüchtlingsrechte zu respektieren. Verantwortliche müssen sicherstellen, dass an den Kämpfen Beteiligte keine Verstöße begehen. Humanitäres Personal muss Zugang zu den Betroffenen bekommen und die Möglichkeit haben, diese mit Hilfsgütern wie Medizin, Nahrung und sauberem Trinkwasser zu versorgen. Insbesondere Kinder müssen geschützt werden.

Im Chaos der Flucht können Kinder und Familienmitglieder getrennt werden, was ihre Gefährdung und das Risiko von Menschenhandel, Gewalt, Vernachlässigung, Missbrauch und Ausbeutung erhöht. Daher sei es unter anderem wichtig, flüchtende Menschen systematisch zu registrieren, um ihre Rechte zu schützen und damit es möglich ist, Familien nach einem Ende des Krieges wieder zusammenzuführen. Bisher würden viele Kinder, die die Grenzen passieren, in den Aufnahmeländern bisher nicht erfasst werden. 

Doch das Leben von Kindern und Familien wird durch den Konflikt zerstört. Der Einsatz von Waffengewalt, einschließlich schwerer Waffen wie Artillerie, setzt Kinder der Gefahr von Tod, Verletzungen und Traumata aus, unterbricht ihre Bildung und ihren Zugang zu medizinischer Versorgung und führt zu Zwangsumsiedlung, Trennung und Armut. Kinderheime, Schulen, Gesundheitseinrichtungen und zivile Infrastruktur wie Wasser- und Abwasserleitungen und Elektrizität werden zerstört. „Darum liegt ein Fokus der länderübergreifenden Hilfe von World Vision darauf, Kindern und ihren Familien gezielte psychosoziale und pädagogische Unterstützung sowie Soforthilfe anzubieten“, so Forberg.

Ukraine-Krise verschärft Hungerkrisen weltweit

Die Ukraine-Krise hat auch weitreichende Auswirkungen auf die schwächsten Bevölkerungsgruppen in den ärmsten Ländern der Welt. Die Öl-, Gas- und Rohstoffpreise steigen, was wiederum die Kosten für Lebensmittel, Transport und Energie in die Höhe treibt und Armut und Hunger weltweit verstärkt. Mehr als ein Viertel der weltweiten Weizenlieferungen stammen aus dem von Sanktionen betroffenen Russland und der Ukraine. Russland ist auch ein wichtiger Exporteur von Bodennährstoffen, die in Düngemitteln für Soja, Mais, Reis und Weizen verwendet werden. Die weltweiten Lieferungen werden als Folge des Krieges unterbrochen, was eine Bedrohung für die Ernährungssicherheit darstellt. Die Hungerkrisen in vielen anderen Ländern werden durch den Konflikt noch weiter verschärft. Gleichzeitig erfahren sie weniger Aufmerksamkeit.

Hintergründe

World Vision ist in über 100 Ländern weltweit aktiv.  Von Anfang an hat die Organisation auf die Krise in der Ukraine reagiert. Die Hilfsmaßnahmen begannen in Rumänien, wo World Vision bereits seit über 30 Jahren tätig ist. Zunächst lag der Focus auf der Grundversorgung der Menschen an der Grenze und der Vermittlung zu wichtigen Dienstleistungen. Inzwischen ist World Vision auch in Moldawien und mehreren Regionen der Ukraine tätig. So wurden mehrfach Hilfsgüter in Krankenhäuser in der Ukraine geliefert, Familien unterstützt und Kinderspielplätze in Rumänien eingerichtet, sowie Flüchtlinge und die Aufnahmegesellschaft in Moldawien unterstützt.

World Vision Spezialisten der humanitären Hilfe arbeiten mit Partnern vor Ort zusammen, um groß angelegte Hilfsmaßnahmen durchzuführen. Die Organisation geht davon aus, dass Hilfe noch über Jahre nötig sein wird.

Quelle: World Vision vom 08.05.2022

Redaktion: Laura Burger

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