Transnationales Lernen

Kulturen der Zukunft – Länderübergreifendes Modellprojekt für Studierende

Unter dem Namen „Cultures d'Avenir“ (Kulturen der Zukunft) entwerfen Studierende in Frankreich, Spanien und Deutschland einen Lehrplan für die Zukunft. Initiiert vom Deutsch-Französischen Jugendwerk hat das kooperative Modellprojekt zum Ziel, die Art und Weise, wie künstlerisches Schaffen mit jungen, engagierten Künstlern gesellschaftliche Fragen aufgreift, neu zu überdenken.

30.11.2021

Wie kann ein Rahmen für neues Wissen über Kunst und Gesellschaft geschaffen werden? Wie können Kultur und Jugend durch Mentalitätserneuerung und Netzwerke zu einem transformativen Motor werden? In dem länderübergreifenden Modellprojekt Cultures d'Avenir arbeiten das Centre Pompidou in Paris, das Centre de Cultura Contemporània de Barcelona (CCCB) und das Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin zusammen, um Studierenden die Möglichkeit zu geben, mit großer finanzieller und interkultureller Unterstützung des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) experimentelle neue Lehrpläne und künstlerische Ideen zu entwickeln.

Aktuelle Themen – im Zentrum des Projekts

Kultureinrichtungen, Universitäten und Kunstschulen neigen dazu, den Status quo zu festigen und Wissen zu wiederholen. Doch die drängenden Themen, die für die jungen Generationen jetzt wichtig sind und die ihr Überleben in der Zukunft sichern, finden oft nicht genügend Eingang in diese Strukturen. Dem Klimawandel wirkungsvoll zu begegnen oder Diskriminierung und Rassismus zu verstehen und zu bekämpfen – die Aufgaben sind komplex.

Wie können wir disziplinübergreifend denken und handeln? Wie können wir den Kampf gegen verwobene Formen der Diskriminierung in unsere eigene Arbeit einbeziehen – und zwar auf kreative Weise, ohne uns in politischen Grabenkämpfen zu verzetteln?

Im Mittelpunkt dieses Programms steht die Auseinandersetzung mit vier drängenden zeitgenössischen Herausforderungen durch die künstlerische Praxis von 25 Studierenden: Gleichberechtigung und Gender, Diskriminierung, der ökologische Notstand sowie Wissensaustausch und Inklusion. Wie ist es möglich, zusammenzubringen, zu denken, zu teilen und zu handeln?

Das Programm und die Ziele

Mit der Unterstützung von einem Dutzend Universitäten und Kunstschulen werden das Centre Pompidou, das CCCB, das HKW und das FGYO ein internationales kreatives Netzwerk von 25 jungen Kunststudierenden aus verschiedenen Disziplinen – von Theater und Tanz bis hin zu bildender Kunst und Architektur – aufbauen. Fünf Monate lang werden sie mit der Unterstützung einer großen Gruppe internationaler Expert(inn)en und Mentor(inn)en eine Reihe kreativer Online-Projekte entwickeln. Neben den Diskussionen im digitalen Raum werden sie sich im November 2021 in Paris und im März 2022 in Barcelona treffen und im Januar 2022 einen virtuellen Workshop in einer vom HKW neu geschaffenen digitalen Umgebung abhalten.

Ziel ist es, dass die Studierenden ihre mitgebrachten Ideen weiterentwickeln, modifizieren oder verwerfen, neue Erkenntnisse gewinnen und ihre Projekterfahrungen und Ergebnisse in die Hochschulen zurücktragen. Die verschiedenen neuen Netzwerke – zwischen den Studierenden selbst, zwischen den Hochschulen, zwischen den Institutionen und deren Mischformen – sollen nachhaltig wirken und ein echtes europäisches Netzwerk schaffen.

Die Partner/-innen wollen mit diesem Projekt ihr Wissen und ihre Praxis des transnationalen Lernens erweitern. Die Gesellschaft durch den Austausch und die Produktion von Wissen neu zu denken und zu gestalten, verbindet die Bemühungen aller Institutionen. Das HKW weitet seine Fragen zum Lernen in zukünftigen Umgebungen, wie sie in der laufenden Projektreihe Schulen von morgen vorgeschlagen werden, auf einen internationalen Maßstab und auf akademische Kontexte aus.

Das Projekt ist Teil der französischen EU-Parlamentspräsidentschaft im Jahr 2022.

Quelle: Deutsch-Französisches Jugendwerk vom 27.10.2021

Redaktion: Laura Burger

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