Unterstützungsangebote
Junge Eltern im Fokus
Eine qualitative Studie an der Hochschule Merseburg untersucht, wie minderjährige Eltern psychosoziale und medizinische Hilfesysteme nutzen. Die Ergebnisse tragen zur bedarfsgerechten Weiterentwicklung von Unterstützungsangeboten bei und betonen die Bedeutung praxisnaher Forschung und die Herausforderungen im Unterstützungssystem für junge Eltern.
02.04.2026
Mitte März 2026 hat Anja Jonas ihr Promotionsverfahren am Promotionszentrum Sozial-, Gesundheits- und Wirtschaftswissenschaften (SGW) an der Hochschule Merseburg erfolgreich verteidigt. In ihrer Dissertation mit dem Titel „Mutterschaft und Elternschaft von Minderjährigen in der frühen und mittleren Adoleszenzphase. Eine qualitative Studie zur Inanspruchnahme psychosozialer und medizinischer Unterstützung“ widmet sie sich einer komplexen und hochgradig relevanten Fragestellung im Bereich der Sozialen Arbeit.
Im Zentrum der Promotion steht die Frage, wie sehr junge Eltern bestehende Hilfesysteme wahrnehmen und nutzen. Durch den qualitativen Forschungsansatz liefert die Studie differenzierte Einblicke in die Lebensrealitäten minderjähriger Mütter und Väter sowie in Barrieren und Potenziale der psychosozialen und medizinischen Begleitung. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass junge Eltern häufig mit fehlender Unterstützung im familiären Umfeld, eingeschränkten Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten sowie Stigmatisierungserfahrungen konfrontiert sind. Die Ergebnisse leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung bedarfsgerechter Unterstützungsangebote für diese Zielgruppe.
Erste Doktorandin am Promotionszentrum SGW hat ihre Dissertation erfolgreich verteidigt
Anja Jonas war die erste Promovendin, die nach der Verleihung des eigenständigen Promotionsrechts 2021 und nach Gründung der Promotionszentren für die forschungsstarken Bereiche, am Promotionszentrum SGW aufgenommen wurde. Mit der erfolgreichen Disputation ist das erste Verfahren, das vollständig unter dieser neuen Struktur an der Hochschule Merseburg begleitet wurde, abgeschlossen.
Die erfolgreiche Disputation ist für Anja Jonas nicht nur ein Abschluss, sondern auch ein Aufbruch, wie sie in ihrem Statement deutlich macht:
„Die erfolgreich absolvierte Disputation stellt einen bedeutenden Meilenstein meines Promotionsvorhabens dar. Mein besonderer Dank gilt dem Team des Promotionszentrums für die wertvolle Unterstützung sowie insbesondere Prof. Dr. Voß von der Hochschule Merseburg für die kontinuierliche und engagierte Begleitung. Die vergangenen vier Jahre waren von intensiver wissenschaftlicher Arbeit und vielfältigen Erfahrungen geprägt. Mit Interesse blicke ich auf die weiteren beruflichen und wissenschaftlichen Perspektiven.“
Auch aus fachlicher Perspektive unterstreichen die Ergebnisse der Arbeit deren hohe Relevanz:
„Anja Jonas hat Teenager-Eltern in Sachsen zu ihrer Lebenssituation sowie zu erfahrener und weiterem Unterstützungsbedarf befragt. Dabei wird das hohe Engagement der jungen Eltern deutlich. Gleichzeitig zeigen sich Herausforderungen im Unterstützungssystem – etwa wenn Elternteile weit voneinander entfernt untergebracht werden und gelebte Vaterschaft erschwert wird. Die theoretisch fundierte und praxisnahe Dissertation belegt, wie wichtig das Promotionszentrum an Hochschulen für angewandte Wissenschaften ist“,
unterstreicht Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß, Betreuer der Doktorarbeit.
Quelle: Hochschule Merseburg vom 30.03.2026
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