Digitale Gewalt
Digitale Räume dürfen keine Angsträume sein
Die Bundesfrauenkonferenz des BDKJ positioniert sich klar gegen digitale Gewalt und sexistische Hetze, insbesondere gegen Frauen und Mädchen. Der BDKJ fordert nachhaltige Maßnahmen und konsequentes Handeln von Plattformbetreibenden, wirksame Meldesysteme, verbesserte strafrechtliche Verfolgung und geschlechtersensible Bildungsarbeit.
15.04.2026
„Digitale Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelfall, sondern Alltag. Der Fall von Collien Fernandes, der vor einer Woche öffentlich wurde, zeigt erneut mit erschreckender Deutlichkeit, wie präsent und normalisiert digitale Gewalt im Netz ist“,
betont Anna Klüsener, Mitglied des BDKJ-Bundesfrauenpräsidiums und Bundesvorsitzende der Pfadfinderinnenschaft St. Georg. Die Bundesfrauenkonferenz des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) positioniert sich klar gegen digitale Gewalt und sexistische Hetze und stellt sich ausdrücklich an die Seite der Betroffenen.
„Unsere Solidarität gilt allen Mädchen, Frauen und marginalisierten Personen, die Ziel von Hass, sexistischen Angriffen und digitaler Gewalt werden. Wer angegriffen wird, darf nicht allein gelassen werden – weder online noch offline. Solidarität heißt, Betroffene aktiv zu unterstützen“,
erklärt Anna Klüsener.
Digitale Gewalt ist ein strukturelles Problem
„Die aktuellen Entwicklungen zeigen erneut, wie selbstverständlich sexistische Abwertung und persönliche Angriffe im Netz geworden sind. Mädchen und Frauen, die öffentlich sichtbar sind, werden besonders häufig Ziel von Hass, sexualisierter Gewalt und entwürdigenden Kommentaren“, betont Anna Klüsener. „Zugleich wird deutlich, dass digitale Gewalt oft eng mit Gewalt im sozialen Nahraum verknüpft ist, der für viele Mädchen und Frauen nach wie vor der gefährlichste Ort ist.“ Diese Angriffe haben reale Folgen: Sie schränken Meinungsfreiheit ein, verhindern gesellschaftliche Teilhabe und führen dazu, dass sich Betroffene aus öffentlichen Debatten zurückziehen.
Die Bundesfrauenkonferenz macht daher deutlich: Digitale Gewalt ist kein „Online-Problem“, sondern Teil eines größeren gesellschaftlichen Zusammenhangs von Sexismus und geschlechtsspezifischer Gewalt. Der Fall von Collien Fernandes macht sichtbar, was für viele Frauen Alltag ist – digitale Gewalt ist Ausdruck eines strukturellen Problems. Was im Netz geschieht, wirkt in die Gesellschaft hinein – und umgekehrt.
Es braucht jetzt konsequentes Handeln
Vor diesem Hintergrund fordert der BDKJ ein konsequentes Vorgehen von Plattformbetreiber*innen gegen sexistische Hassrede und digitale Gewalt, transparente und wirksame Melde- und Beschwerdestrukturen, eine verbesserte strafrechtliche Verfolgung digitaler Gewalt sowie eine umfassende geschlechtersensible Bildungsarbeit, die insbesondere junge Menschen stärkt, sexistische Inhalte zu erkennen und ihnen entgegenzutreten.
„Digitale Räume dürfen keine Angsträume sein. Es braucht klare Regeln, konsequente Durchsetzung und eine Gesellschaft, die Sexismus entschieden widerspricht“,
so Anna Klüsener. „Als katholischer Jugendverband setzt sich der BDKJ für die Würde jedes Menschen ein – online wie offline.”
BDKJ setzt auf Prävention und Empowerment
Mit der FINTA*-Tagung „Netz. Macht. Mut“ hat sich der BDKJ bereits im Vorfeld der Bundesfrauenkonferenz intensiv mit digitaler Gewalt und Empowerment im Netz auseinandergesetzt – und damit ein Thema aufgegriffen, das aktueller kaum sein könnte.
Im Austausch mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen, unter anderem HateAid, wurde deutlich, wie wichtig gemeinsame Strategien gegen digitale Gewalt sind. Die aktuellen Debatten zeigen dabei einmal mehr, dass es nicht bei punktueller Aufmerksamkeit bleiben darf, sondern nachhaltige Maßnahmen notwendig sind. Der BDKJ greift damit aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen auf und bringt Perspektiven junger Menschen in die Debatte ein.
Quelle: Bund der Deutschen Katholischen Jugend vom 26.03.2026
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