Jugendarbeit

Bewusstsein für Jugendarbeit stärken

Informationsanbieter

Informationen über die Jugendarbeit haben verschiedene Adressaten:

  1. Kinder und Jugendliche als potenzielle Nutzer:innen,
  2. die interessierte Öffentlichkeit und
  3. politische Entscheidungsträger:innen auf verschiedenen Ebenen.

Ziel der Informationen ist einerseits die Sichtbarmachung der Jugendarbeit und ihre Angebote als ein Handlungsfeld, das dazu beiträgt, gesellschaftliche Herausforderungen anzugehen, und anderseits die Sichtbarmachung der Jugendarbeit und ihre Angebote als ein Handlungsfeld, dass das Potenzial junger Menschen entfaltet.

Da Jugendarbeit auf der kommunalen Ebene angesiedelt ist, ist die Sichtbarmachung der Angebote der Jugendarbeit auch und insbesondere auf der kommunalen Ebene verankert. Sie verfolgt verschiedene Wege, auf die eigenen Angebote aufmerksam zu machen. Diese Sichtbarmachung der Angebote zielt einerseits darauf ab, Kinder und Jugendliche als potenzielle Nutzer:innen zu erreichen sowie die Angebote in der Kommune bekannt zu machen. Einige Kommunen haben Jugendinformationsdienste, die über die Angebote und Leistungen für junge Menschen informieren. Auch Social Media (z.B. Instagram-Seiten der Einrichtungen und Verbände) und Webseite spielen eine wichtige Rolle, über die Angebote zu informieren. Vor Ort werden außerdem die lokale Presse und andere Kanäle genutzt, um über die Angebote der offenen und verbandlichen Jugendarbeit zu berichten.

Was die Landes- und Bundesebene betrifft, konzentriert sich die Sichtbarmachung von Jugendarbeit auf die Sichtbarmachung gegenüber politischen Entscheidungsträger:innen aus der Jugendpolitik und anderen Ressorts.

Auf Länderebene können sich junge Menschen, die sich in der Gesellschaft engagieren wollen, auf verschiedenen Websites und Anlaufstellen über die Möglichkeiten der Partizipation in der Gesellschaft im Allgemeinen und in der Jugendarbeit im Besonderen informieren. Wichtige Anlaufstellen sind die Landesjugendringe. Darüber hinaus koordinieren viele Bundesländer ihre Beteiligungsstrukturen durch Landesjugendhilfeausschüsse, Jugendbeiräte und spezialisierte Servicestellen, um Kinder und Jugendliche bei der Wahrnehmung ihrer Beteiligungsrechte zu unterstützen.

Auf Bundesebene fördert das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) Informationsportale, die Informationen, Anlaufstellen und Materialien zu Jugendarbeit auf europäischer, Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene beinhalten. Zielgruppe dieser Portale sind junge Menschen, ihr Umfeld sowie Fachkräfte. Das Portal der Kinder- und Jugendhilfe (jugendhilfeportal.de) ist eine zentrale Informationsquelle. Es bietet umfassende Informationen zur Kinder- und Jugendarbeit, richtet sich sowohl an Fachkräfte als auch an die interessierte Öffentlichkeit und berichtet über Projekte, Forschung und politische Entwicklungen, die das Feld betreffen. Das Portal wird von der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ und von IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. getragen und vom BMBFSFJ sowie der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesjugend- und Familienbehörden (AGJF) gefördert.

Es gibt darüber hinaus eine Vielzahl von Portalen, die zumindest indirekt auch Aspekte, die mit Jugendarbeit in Zusammenhang stehen, zum Gegenstand haben. Beispiele sind Websites zu den Freiwilligendiensten. Auf der Website von JUGEND für Europa, der nationalen Agentur für Erasmus+ JUGEND IN AKTION und Europäisches Solidaritätskorps sowie auf der Website von Eurodesk können sich junge Menschen außerdem über internationale Mobilitätserfahrungen und Engagementprojekte informieren.

Junge Menschen informieren sich heute auf vielfältige Weise – und das bietet auch für die Sichtbarmachung von Jugendarbeit Chancen. Eine zentrale Rolle spielen mobile Geräte und Internetnutzung: Laut einer aktuellen Studie nutzen 96 % der 14- bis 17-Jährigen in Deutschland soziale Medien täglich. Social-Media-Plattformen wie TikTok, Instagram, YouTube oder Snapchat dienen nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Kommunikation mit Gleichaltrigen und der Suche nach Inspiration oder Informationen. Wenn Jugendliche wissen wollen, was in ihrer Region geboten wird oder wie sie sich engagieren können, recherchieren sie online. Zunehmend informieren sich junge Menschen auch über KI-gestützte Angebote. Viele nutzen Chatbots wie ChatGPT, Google Gemini oder KI-gestützte Suchmaschinen, um sich schnell einen Überblick zu verschaffen, komplexe Themen zu verstehen oder Ideen für Engagementmöglichkeiten zu finden. Studien zeigen, dass Jugendliche KI vor allem dann nutzen, wenn sie schnelle, niedrigschwellige und personalisierte Antworten benötigen. KI wird damit zu einem zusätzlichen Informationskanal, der jedoch eine begleitete Nutzung erfordert – insbesondere im Hinblick auf Quellenkritik und Bewertung von Informationen.
Eine weitere wichtige Informationsquelle ist das soziale Umfeld: Jugendliche greifen häufig auf ihre Peer-Groups, Messenger-Gruppen und informelle Netzwerke zurück, um sich über lokale Angebote, Veranstaltungen oder Beteiligungsmöglichkeiten auszutauschen. Mobile Medien dienen ihnen dabei als ständige Begleiter und erleichtern es, Informationen schnell weiterzugeben oder zu teilen. Durch die Kombination von digitalem und analogem Auftritt kann Jugendarbeit junge Menschen dort erreichen, wo sie sind – und zugleich Öffentlichkeit und Entscheidungsträger:innen einbeziehen.
 

Wichtigste Initiativen

Zentraler Bestandteil der Informationsstrategie von Bund und Länder ist das Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe, das einen eigenen Themenbereich zu Kinder- und Jugendarbeit hat. Dieses öffentliche Portal richtet sich an Fachkräfte und Interessierte. Neben Informationen über einzelnen Handlungsfelder und Projekte berichtet das Fachkräfteportal auch über Forschung und politische Entwicklungen, die das Feld betreffen.

Alle drei bis vier Jahre wird außerdem der Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT) organisiert. Dieser Fachkongress diskutiert aktuelle Herausforderungen der Kinder- und Jugendhilfe und thematisiert in vielen Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen auch Themen der Kinder- und Jugendarbeit. Im Rahmen der letzten drei DJHT wurde außerdem ein europäisches Fachforum ausgerichtet, wo europäisch-jugendpolitische Themen diskutiert wurden. Der 18. Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag fand im Mai 2025 in Leipzig statt.

Mit dem bundesweiten Fachkongress Kinder- und Jugendarbeit, der 2024 das vierte Mal veranstaltet wurde, ist neben dem DJHT auch ein bundesweiter Kongress speziell zur Jugendarbeit ins Leben gerufen worden.

Auch auf Landesebene finden solche Kongresse statt. 

In Hessen fand das erste Landesforum Jugendarbeit vom 27. bis 28. September 2023 unter dem Motto „Aufwachsen in Krisenzeiten – Perspektiven der Jugendarbeit“ statt.

Einige Jugendringe publizieren – gemäß ihrem Auftrag der Öffentlichkeitsarbeit (unter anderem über Jugendarbeit) – in regelmäßigen Abstände Newsletter und Zeitschriften, um auf aktuelle Themen der Jugend(verbands)arbeit aufmerksam zu machen.

Auch viele, insbesondere auch überregional organisierte Jugendverbände haben Mitgliederzeitschriften, in dem die eigene Arbeit vorgestellt und aktuelle Themen diskutiert werden.

Darüber hinaus erscheinen in Deutschland mehrere trägerunabhängige Zeitschriften, die sich mit Jugendarbeit befassen. Dazu zählen insbesondere die „deutsche jugend“ und die Fachzeitschrift Offene Jugendarbeit. Auch in thematisch breiter aufgestellten Zeitschriften zur Sozialen Arbeit erscheinen immer wieder Artikel, die sich mit dem Feld der Jugendarbeit beschäftigen.

 

©

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.