Gesundheit

Menstruationshygiene – endlich mit dem Stigma brechen

Am 28. Mai 2022 ist der internationale Tag der Menstruationshygiene. Jeden Monat menstruieren 1,9 Milliarden Menschen auf der Welt. Millionen davon haben jedoch keine Möglichkeit, ihren Menstruationszyklus in einer würdigen und gesunden Weise zu handhaben.

10.06.2022

Die parlamentarische Staatssekretärin Bärbel Kofler fordert, dass Menstruation kein Tabuthema mehr sein darf: „Wir müssen reden – und dafür sorgen, dass die Ausgrenzung und Stigmatisierung von Frauen und Mädchen ein Ende haben.“ Die Tabus und Stigmatisierung der Periode, der vielerorts mangelnde Zugang zu hygienischen Menstruationsprodukten und schlechte sanitäre Einrichtungen erschweren deutlich die Bildungschancen von Mädchen und Frauen, schaden ihrer Gesundheit und untergraben den allgemeinen sozialen Status von Mädchen und Frauen auf der ganzen Welt, so Kofler. Sie betont außerdem die Notsituationen von menstruierenden Frauen auf der Flucht.

Menstruationshygiene ist ein wesentlicher Teil der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit setzt sich daher aktiv für Menstruationsgesundheit und -hygiene ein – durch Aufklärung, Zugang zu einer sicheren Wasser- und Sanitärinfrastruktur und bezahlbaren Hygieneprodukten sowie durch globale Partnerschaften. Denn dies wirkt sich langfristig auch positiv auf die Geschlechtergerechtigkeit aus.

Maßnahmen zur Förderung der Menstruationshygiene

Die Bundesregierung fördert innovative Maßnahmen in verschiedenen Vorhaben und trägt damit direkt zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 bei.

Das BMZ fördert zum Beispiel in Südostasien das Programm „Fit for School“ zur Verbesserung der Sanitärversorgung sowie der Menstruationsgesundheit und -hygiene in Schulen. Allein auf den Philippinen erlangten 27 Millionen Schüler*innen Zugang zu Informationsmaterialien über Menstruationsgesundheit und -hygiene. Dadurch konnte das Projekt das Bewusstsein für die Menstruation schärfen sowie Barrieren abbauen, die Mädchen in dieser Zeit daran hindern, weiterhin zur Schule zu gehen.

In Pakistan, Uganda und Jordanien fördert das BMZ über das Programm „Sanitation for Millions“ den Zugang zu nachhaltiger Sanitärversorgung und Hygiene mit einem gendersensiblen Ansatz. Mehr als 30.0000 Frauen und Mädchen konnten bereits von geschlechtergerechten Toiletten in Schulen, Kliniken und religiösen Einrichtungen profitieren. Über das Programm wird auch der gesellschaftspolitische Diskurs zur Enttabuisierung des Themas Menstruation in den Partnerländern gefördert.

In Nepal fördert das BMZ eine Allianz mehrerer Partnerorganisationen (Menstrual Health/Hygiene Partner’s Alliance), die sich mit gezielter Beratungsarbeit bei den zuständigen Ministerien für das Thema der Menstruationsgesundheit und -hygiene einsetzt. Mit der Social Media Kampagne #Nepals MenstrualMovement wurden bis heute mehr als zwei Millionen Menschen erreicht. 

Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Diskriminierung und Stigmatisierung von Frauen und Mädchen wegen ihrer Menstruation zu mindern und ihre Chancen auf gleichberechtigte Bildung und gesellschaftliche Teilhabe zu verbessern.

Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vom 28.05.2022

Redaktion: Johanna Fock

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