Jugendsozialarbeit

"Integration braucht ein Gesamtkonzept!"

Gruppe von vier jungen Erwachsenen, die zusammen in Bibliothek sitzen und lernen

Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit fordert weitere Investitionen in Jugendhilfe, Bildung und Ausbildung. Hierzu wurde das Positionspapier mit dem Titel "Geflüchteten jungen Menschen Teilhabe, Bildung und Ausbildung ermöglichen!" veröffentlicht.

11.04.2016

Eine gute Ausbildung bietet die beste Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben, nachhaltige Integration und gesellschaftliche Teilhabe. Daher fordert der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit in seinem aktuellen Positionspapier statusunabhängige Angebote der sprachlichen, schulischen und beruflichen Förderung sowie weitere finanzielle Investitionen, um ausreichende Unterstützung durch die Jugendsozialarbeit für junge Geflüchtete sicherzustellen.

Unter den derzeit ca. 1 Mio. geflüchteten Menschen in Deutschland sind laut Auskunft der Bundesregierung rund 410.000 junge Menschen (unter 25 Jahren, siehe BT-Drucksache 18/7621). Die Zahl der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 27 Jahre, die zur Zielgruppe der Kinder- und Jugendhilfe gehören, ist noch größer. Sprach- und Integrationskurse müssen demnach an die Bedarfe junger Menschen angepasst werden und vor allem in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Dringend sind die Wartezeiten für alle jungen Geflüchteten unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus und ihrem Herkunftsland zu verkürzen, damit sie so schnell wie möglich Zugang zur Schule und zur Ausbildungs- und Arbeitsförderung erhalten. Die Angebote der Jugendsozialarbeit (§ 13 SGB VIII) müssen im Rahmen einer kommunalen Infrastruktur zur Verfügung stehen, damit die jugendlichen Flüchtlinge eine verlässliche sozialpädagogische Begleitung und Beratung erhalten.

Im Rahmen einer Bildungs- und Ausbildungsoffensive sind aus Sicht des Kooperationsverbundes neben dem Schutz vor Abschiebung während der gesamten Bildungsphase mehr finanzielle Mittel für Sprachbildung, für bedarfsgerechte berufsorientierende und berufsvorbereitende Angebote sowie für die Beratung und Begleitung in Ausbildung notwendig - denn es ist ganz klar: Auch geflüchtete junge Menschen haben Anspruch auf Teilhabe, Bildung und Jugendhilfe.

Quelle: Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit

Redaktion: Annika Koch

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