Kinderschutzbund

Hassrede gefährdet den demokratischen Nachwuchs

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW zeigt, dass der Anteil von Hass im Netz auch im Jahr 2021 weiter gestiegen ist. Gleichzeitig kommt auch die aktuelle JIM-Studie (2021) zu dem Ergebnis, dass über die Hälfte der Kinder und Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahre im Netz schon Beleidigungen und Hass erlebt haben.

09.02.2022

Anlässlich des Safer Internet Days, der in diesem Jahr unter dem Motto #FitForDemocracy steht, erklärt Joachim Türk, Bundesvorstandsmitglied des Kinderschutzbundes:

„Digitale Teilhabe ist ein Grundrecht, auch von Kindern. Nur, wer auch im Netz frei sprechen kann, kann am politischen Diskurs teilhaben. Hassrede gefährdet dieses Grundrecht. Wer regelmäßig Beleidigungen im Netz ausgesetzt ist, der verstummt irgendwann. Und: Der Hass wird aus dem Netz auf die Straße getragen. Kinder und Jugendliche sollen Lust an der demokratischen Debatte bekommen. Sie sollen erfahren, dass sich einzumischen lohnend und befriedigend ist. Die bestehenden Zustände zu hinterfragen und öffentlich anzuprangern ist für Viele der Beginn dauerhaften demokratischen Engagements.“

Machen Kinder und Jugendliche aber schon früh Erfahrungen mit Hassrede, sehen sie Fackelaufmärsche vor Privathäusern von Politikerinnen und Politikern, wie viel Lust auf Demokratie und Beteiligungswille bleibt da übrig, fragt Joachim Türk. Hassrede ist ein Problem unserer Gegenwart, das unseren demokratischen Nachwuchs der Zukunft gefährdet. Die Bekämpfung von Hass und Hetze im Netz muss für die Ampel-Koalition und die neue Innenministerin deshalb hohe Priorität haben, fordert deshalb der Deutsche Kinderschutzbund.

Die ausführlichen Ergebnisse der Forsa-Umfrage (PDF, 2,2 MB) und der JIM-Studie (PDF, 6,8 MB) stehen als Download zur Verfügung.

Quelle: Deutscher Kinderschutzbund e.V. vom 08.02.2022

Redaktion: Johanna Fock

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