Deutscher Verein
Gewaltbetroffene Frauen und Kinder brauchen dringend mehr Unterstützung
Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. wies anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen auf die Dringlichkeit einer verlässlichen Finanzierung eines bedarfsgerechten Unterstützungssystems für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder hin.
30.11.2020
„Die Arbeit von Frauenhäusern und sozialen Diensten zum Schutz, zur Beratung und Unterstützung von gewaltbetroffenen Frauen und deren Kinder ist bis heute nicht ausreichend finanziell abgesichert. Zwar wurden seit über zehn Jahren verschiedene Lösungsansätze entwickelt. Darüber wurde und wird auch in der Fachöffentlichkeit diskutiert. Bislang fehlt es jedoch am notwendigen politischen Willen, diese konkret umzusetzen“, sagt Michael Löher, Vorstand des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V.. Der Deutsche Verein begrüßt und unterstützt daher den von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey ins Leben gerufenen Runden Tisch „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ von Bund, Ländern und Kommunen.
Die Politik muss aktiv werden
„Es ist ein komplexes Thema mit vielen Schnittstellen und einem großen Einigungsbedarf zwischen Bund, Ländern, Kommunen, Freier Wohlfahrtspflege und Trägerverbänden. Doch das Thema ist nicht neu, die Zeit drängt. Wir müssen davon ausgehen, dass sich die Lage in Zeiten der Coronapandemie verschärft und die häusliche Gewalt zunimmt“, so Löher. Zwar gebe es in letzter Zeit einige politische Vorstöße sowie verschiedene Vorschläge aus Fachverbänden und der Wissenschaft. Dennoch sei es bisher nicht gelungen, eine einheitliche finanzielle Absicherung des Hilfesystems für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder zu entwickeln.
Auf einem kürzlich stattgefundenen vielversprechenden Expert(inn)en-Workshop des Deutschen Vereins wurden wichtige Grundlagen gelegt, um dem Ziel einer bundeseinheitlichen Regelung, die die Beratung und Unterstützung von gewaltbetroffenen Frauen in Frauenhäusern und die Finanzierung dieser wichtigen Hilfe dauerhaft sichert, näherzukommen. „Wir vertiefen die Ergebnisse mit unseren Mitgliedern und werden die Entwicklung und Umsetzung von Lösungen mit Empfehlungen an Politik und Fachöffentlichkeit im Jahr 2021 weiter befördern", so Löher. „Die Bemühungen müssen nun endlich Früchte zeigen. Hierfür braucht es aber neben einem politischen Willen endlich auch ein konkretes Handeln politisch relevanter Akteure."
Quelle: Deutscher Verein für öfffentliche und private Fürsorge vom 24.11.2020
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