Ökumenischer Jugendkreuzweg 2022

geTAPEd – verbunden, gestützt, geheilt

Interaktiv, digital oder traditionell. Mit jährlich knapp 60.000 Teilnehmenden gehört der Jugendkreuzweg zu den größten ökumenischen Jugendaktionen im deutschsprachigen Raum. Ein besonderes Anliegen war den Herausgebern die Lebenswirklichkeit junger Menschen während der Coronapandemie. Behandelt werden ihre Themen – Umweltschutz, Cybermobbing und Gemeinschaft. Im Jahr des russische Angriffskrieges gegen die Ukraine soll der Jugendkreuzweg auch dabei helfen, Gefühle aufzugreifen und über sie ins Gespräch zu kommen.

12.04.2022

Zehntausende junge Menschen in Pfarreien, Jugendverbänden und kirchlichen Institutionen beten auch in dieser Passionszeit wieder den ökumenischen Jugendkreuzweg. Die Stationen und Bilder dieses Kreuzwegs sind mit Tape Art gestaltet. Dabei entsteht Kunst aus bunten Klebebändern. Diese jugendkulturelle Ausdrucksform lädt junge Menschen dazu ein, selbst kreativ zu werden.

Junge Menschen im Mittelpunkt – interaktiv und mit ihren Themen

Mit goldenem Washi Tape, dem diesjährigen Mitmachartikel, können die Teilnehmenden vor Ort die Stationen und Bilder des Jugendkreuzwegs weiterkleben oder ganz neue entstehen lassen. Michael Peters, Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend e.V. (aej) beschreibt: „Mit dieser Gestaltung können junge Menschen den Jugendkreuzweg interaktiv zu ihrem ganz persönlichen Kreuzweg machen. Ihr Leben, ihre Themen und ihre Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt. So wird deutlich, für wen Jesus diesen Weg gegangen ist … für jeden einzelnen von uns!“
 
Durch die Erfahrungen der letzten Jahre wurde der Jugendkreuzweg digitaler. Neben Social-Media-Impulsen und digitalen Gottesdiensten gibt es auch in diesem Jahr wieder kreative digitale Umsetzungen, wie z. B. Actionbounds und ein Audioguide des Jugendkreuzwegs. „Die zahlreichen positiven Rückmeldungen der pastoralen Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen bestärken uns darin auch zukünftig ein vollwertiges sowohl digitales wie analoges Angebot zu schaffen. Der Jugendkreuzweg muss auch in den kommenden Jahren flexibel und interaktiv bleiben.“, sagt Bianka Mohr, Leiterin der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) und fügt hinzu: „Besonders freuen wir uns über das Feedback, dass der diesjährige Jugendkreuzweg die besondere Lebenswirklichkeit junger Menschen während der Coronapandemie aufgreift und diese in ihren Hoffnungen, Sorgen und Problemen spirituell unterstützt.“ Aber auch Themen wie Umweltschutz, Cybermobbing und Gemeinschaft behandelt der Jugendkreuzweg 2022.

Krieg gegen die Ukraine macht junge Menschen fassungslos

Stefan Ottersbach, Bundespräses des Bundes der Katholischen Jugend (BDKJ) verweist auf die besondere Bedeutung des Jugendkreuzwegs angesichts des Kriegs in der Ukraine. „Als die Texte des Jugendkreuzwegs geschrieben wurden, ahnten wir noch nichts vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Eine Situation, die viele junge Menschen fassungslos macht. Der Jugendkreuzweg kann dabei helfen, die Gefühle junger Menschen aufzugreifen und mit ihnen darüber ins Gespräch zu kommen.“ Er ergänzt: „Der Jugendkreuzweg war schon immer eine Gebetsbrücke. In seiner Entstehungszeit besonders zwischen Ost- und Westdeutschland. Aktuell zu Menschen aus und in der Ukraine.“
 
Das traditionelle Gebetsdatum des Jugendkreuzwegs ist der Freitag vor Palmsonntag. Aber auch in der ganzen Fastenzeit und vor allem in der Karwoche wird der Jugendkreuzweg gefeiert. Kurzentschlossene haben noch die Möglichkeit das digitale Materialpaket zu downloaden. Informationen gibt es unter www.jugendkreuzweg-online.de.

Hintergrund

Der Jugendkreuzweg begann 1958 auf dem Katholikentag mit einer Kreuzwegfeier als „Gebetsbrücke“ zwischen jungen katholischen Christinnen und Christen in der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR. Seither erscheinen Jahr für Jahr neue Texte, die die Passion Jesu betrachten und in die heutige Zeit übersetzen. Seit 1972 wird der Jugendkreuzweg ökumenisch gebetet und von einem ökumenischen Redaktionsteam jährlich neu erstellt. Träger und Herausgeber sind die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj), die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend e. V. (aej) und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).
 
Mit jährlich knapp 60.000 Teilnehmenden gehört der Jugendkreuzweg zu den größten ökumenischen Jugendaktionen. Auch in den Niederlanden, Österreich, Luxemburg und den deutschsprachigen Teilen von Belgien und der Schweiz sowie in Auslandsgemeinden beten junge Christinnen und Christen in dieser Tradition: am Freitag vor Palmsonntag, während der Fasten- und Passionszeit oder während des ganzen Jahres.
 
Quelle: Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj), Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend e.V. (aej) und Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) vom 08.04.2022

Redaktion: Frank Beckmann

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