EU Komission

Eine europäische Erfolgsgeschichte – 35 Jahre Erasmus+

Die EU-Kommission feiert den 35. Geburtstag des Bildungsprogramms Erasmus+. Seit 1987 hat es internationale Aufenthalte von 13 Millionen Menschen gefördert – davon fast 1 Millionen Deutsche im Hochschulbereich.

05.10.2022

Anlässlich des Jubiläums tauschen sich auch Vizepräsident Margaritis Schinas und Kommissarin Mariya Gabriel mit 35 aktuellen und ehemaligen Teilnehmenden und Vertreter:innen des Gründungsteams über die persönlichen Erfahrungen aus und diskutierten über die Erfolge und Herausforderungen des EU-Vorzeigeprogramms für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport.

Die Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, Mariya Gabriel, sagte:

„Die Zahlen sprechen für sich: Bis heute konnten fast 13 Millionen Teilnehmer im Ausland lernen, arbeiten oder sich weiterbilden. Jedes Jahr nutzen mehr als 600.000 Europäer die Möglichkeiten, die Erasmus+ bietet. Und sie alle sagen uns hinterher dasselbe: dass das Programm ihr Leben verändert. Seit seiner Gründung im Jahr 1987 hat Erasmus+ neue Generationen von gebildeten, ausgebildeten und engagierten Europäern hervorgebracht, die über die Grenzen hinaus miteinander verbunden sind. Und das ist wirklich ein Grund zum Feiern.“

Herausforderungen in Chancen umwandeln

Erasmus+ hat sich im Laufe der Jahre erheblich verändert; es wurde kontinuierlich modernisiert, erweitert und für Länder geöffnet, die in den Anfängen nicht dabei waren. Ausgehend von nur 3.000 Hochschulstudierenden bietet das Programm heute Kooperations- und Mobilitätsmöglichkeiten in der Schulbildung für Schüler:innen und Lehrkräfte, in der beruflichen Aus- und Weiterbildung, in der Hochschulbildung und in der Erwachsenenbildung sowie Projekte für Auszubildende, Jugendliche, Jugendbetreuer:innen und sogar (ab 2023) Sporttrainer:innen. Diese Erweiterung führte im Jahr 2021 trotz der ungünstigen gesundheitlichen Situation zu über 615.000 Austauschen.

Herausforderungen wurden in Chancen umgewandelt, denn Erasmus+ wurde angepasst, um schnell auf die COVID-19-Pandemie zu reagieren, und zwar durch vereinfachte Regeln und Verfahren, um Mobilitäten besser zu berücksichtigen, sowie durch zwei außerordentliche Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen, um die Bereitschaft zur digitalen Bildung und kreative Fähigkeiten zu fördern.

Nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sorgte das Programm Erasmus+ für größtmögliche Flexibilität bei der Durchführung von Projekten, um ukrainische Lernende und Bildungspersonal zu unterstützen.

Mit der aktuellen Erasmus+-Ausgabe 2021-2027 wird DiscoverEU in das Programm integriert. Mit dieser Änderung und dank der Sonderfinanzierung im Rahmen des Europäischen Jahres der Jugend 2022 werden im Jahr 2022 70.000 Reisetickets zur Verfügung gestellt. DiscoverEU steht 18-Jährigen offen und bietet die Möglichkeit, Europa durch Reisen und Lernerfahrungen zu entdecken. Die nächste Bewerbungsrunde beginnt am 11. Oktober und steht Kandidat:innen aus der EU und allen Ländern des Programms Erasmus+ offen, nämlich Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien und der Türkei.

Hintergrund

Für den Zeitraum 2021-2027 verfügt Erasmus+ über ein geschätztes Budget von 26,2 Milliarden Euro, das sich im Vergleich zum Vorgängerprogramm (2014-2020) nahezu verdoppelt hat und zudem um rund 2,2 Milliarden Euro aus dem EU-Instrument für externe Zusammenarbeit ergänzt wird.

Die Mobilitäts- und Kooperationsprojekte im Rahmen von Erasmus+ unterstützen den ökologischen und digitalen Wandel und tragen gleichzeitig zur Förderung einer aktiven Bürgerschaft und einer stärkeren Beteiligung am demokratischen Leben bei.  Die Eingliederung bleibt eine der Hauptprioritäten des Programms, um mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, zu lernen und an transnationalen Projekten teilzunehmen, aber auch, um immer mehr Menschen mit geringeren Möglichkeiten zu erreichen.

In Deutschland setzen vier Nationale Agenturen mit Sitz in Bonn Erasmus+ um: Die Nationale Agentur „JUGEND für Europa“ ist für den Bereich Jugend zuständig, die Nationale Agentur im Pädagogischen Austauschdienst (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz für den Schulbereich, die Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit beim DAAD für die Hochschulbildung und die Nationale Agentur „Bildung für Europa“ beim Bundesinstitut für Berufsbildung für Berufs- und Erwachsenenbildung.

Weitere Informationen

Quelle: Europäische Kommission vom 20.09.2022

Redaktion: Laura Burger

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