Internationaler Jugendaustausch

Deutschland und Israel beschließen gemeinsames Jugendwerk

Seit vielen Jahren ist die Schaffung eines Deutsch-Israelischen Jugendwerkes immer wieder im Gespräch – nun ist ein neuer Durchbruch geschafft: Nach ersten Verabredungen auf den Deutsch-Israelischen Regierungskonsultationen 2018 konnten Bundesjugendministerin Lisa Paus und die israelische Bildungsministerin Yifat Shasha-Biton nun die bilateralen Planungen zum Ausbau des Deutsch-Israelischen Jugendaustausches in einem gemeinsamen Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) festschreiben.

21.09.2022

Im Mittelpunkt des Treffens standen der Ausbau und die Intensivierung des langjährigen Jugendaustausches zwischen beiden Ländern. Die beiden Ministerinnen unterzeichneten eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding), mit der sie die jugendpolitische Zusammenarbeit auf eine neue Stufe heben und ein Deutsch-Israelisches Jugendwerk (DIJW) schaffen wollen.

In einer Mitteilung der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Lisa Paus heißt es:

„(...) meine israelische Kollegin Yifat Sasha-Biton ich [haben] vereinbart, dass wir ein Deutsch-Israelisches Jugendwerk gründen werden. Wir vertiefen den seit langem bestehenden Jugendaustausch und heben unsere Zusammenarbeit auf eine neue Stufe. Mit dem deutsch-israelischen Jugendwerk entsteht ein neues Miteinander unserer jungen Generation.“

Yifat Shasha-Biton betonte:

„Die Absichtserklärung, die (...) unterzeichnet wurde, wird zu einer Vertiefung der Beziehungen zwischen Israel und Deutschland beitragen, die Zusammenarbeit bei der Jugendarbeit erweitern und zu einer Stärkung der Werte beitragen, die wir der jungen Generation in beiden Ländern vermitteln wollen. Ich danke Lisa Paus für dieses wichtige Treffen, und ich bin sicher, dass sich die Zusammenarbeit noch erweitern und vertiefen wird.“

Stärkung der langjährigen Projektpartnerschaften zwischen Deutschland und Israel

Seit mehr als 60 Jahren gibt es deutsch-israelische Jugendbegegnungen. Ein dichtes Geflecht von Projektpartnerschaften gestaltet mit mehr als 300 Austauschprojekten und rund 7.000 Teilnehmenden pro Jahr allein den außerschulischen Jugendaustausch. Im Jahr 2001 wurde ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch ins Leben gerufen, um den deutsch-israelischen Jugendaustausch zu stärken, zu begleiten, zu qualifizieren und gemeinsam mit den Akteur:innen der Austauschprojekte weiterzuentwickeln. Auf israelischer Seite wurde die Israel Youth Exchange Authority (IYEA) damit betraut, Partner:in für diese Arbeit zu sein. ConAct und die IYEA konnten seither mit mehr als 260 bilateralen Fachveranstaltungen rund 9.000 Fachkräfte und Gruppenleiter:innen im Austausch erreichen. Mehr als 120 neue deutsch-israelische Projektpartnerschaften für Austauschprojekte konnten ins Leben gerufen werden und seit 2004 konnten die Projektzahlen im deutsch-israelischen Jugendaustausch verdoppelt werden. Der deutsch-israelische Jugendaustausch ist eine Erfolgsgeschichte!

Nun scheint die Zeit reif, die bisher geleistete Arbeit bilateral noch besser aufzustellen, eine gemeinsame Struktur hierfür zu schaffen und den Austausch mit mehr finanziellen Mitteln auszustatten. Lisa Paus sagte hierzu:

„Deutschland und Israel verbindet eine besondere Beziehung. Unsere beiden Länder eint das Wissen um die Vergangenheit und der unbedingte Wille, die Erinnerung wach zu halten – auch, weil es bald keine Zeitzeugen des Holocausts mehr geben wird. Uns eint der Wunsch nach einer gemeinsamen Zukunft in Frieden und voller Wertschätzung. Die Zukunft liegt in den Händen der jungen Generation. Wir wünschen uns deshalb, dass es für junge Menschen noch mehr Gelegenheiten geben wird, miteinander in Kontakt zu kommen und voneinander zu lernen.“

Gemeinsam erinnern und in die Zukunft schauen

In der Absichtserklärung haben das Bundesjugendministerium und das israelische Bildungsministerium eine neue Perspektive der Zusammenarbeit festgelegt. Danach sollen unter anderem die Erinnerung an den Holocaust, aber auch gemeinsame Herausforderungen der Jugend wie der Klimawandel oder erneuerbare Energien Gegenstand der Zusammenarbeit sein. Hierzu ist die Etablierung eines Deutsch-Israelischen Jugendwerks auf der Grundlage der bestehenden Koordinierungsbüros für den Jugendaustausch in Deutschland und Israel geplant. Die Einzelheiten der Umsetzung wird eine gemeinsame Arbeitsgruppe erarbeiten.

Quelle: ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch und Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 12.09.2022

Redaktion: Laura Burger

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