Jugendthemen im Fokus

Deutsch-französische Zusammenarbeit im Europäischen Jahr der Jugend

Anlässlich des Deutsch-Französischen Tages am 22. Januar kündigen Anne Spiegel, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und ihre französischen Amtskolleginnen und -kollegen ein besonderes Jahr für die deutsch-französische Zusammenarbeit an. Im Europäischen Jahr der Jugend soll es neben gleichstellungs- und familienpolitischen Fragen insbesondere um die Lebenssituation junger Menschen gehen.

25.01.2022

Seit der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags zwischen Deutschland und Frankreich vor nunmehr fast 60 Jahren und der Unterzeichnung des Vertrags von Aachen im Jahr 2019 ist der 22. Januar ein Anlass, die Freundschaft zwischen beiden Ländern hervorzuheben. Dies gilt besonders in diesem Jahr: Deutschland hat die G7-Präsidentschaft inne und das erste Halbjahr ist durch die französische EU-Ratspräsidentschaft geprägt. Dabei stehen gemeinsame Fortschritte in der Gleichstellungs-, Familien- und Jugendpolitik auf europäischer Ebene im Mittelpunkt.

Begegnung ermöglichen – auch während der Pandemie

„Ganz bewusst haben wir die Partnerschaft zwischen Deutschland und Frankreich fest im Koalitionsvertrag verankert. Als Bundesfamilien­ministerin erlebe ich es als großen Gewinn, den guten Austausch unserer Länder weiter zu intensivieren. So können wir gemeinsam Vorhaben in der Geschlechtergleichstellung, in der Familienpolitik und für den sozialen Zusammenhalt gezielt voranbringen. Gerade mit Blick auf die Corona-Pandemie sind junge Menschen über Landesgrenzen hinweg von Einschränkungen betroffen. Das darf nicht dazu führen, dass sie auf internationalen Austausch verzichten müssen. Deswegen haben Deutschland und Frankreich für unser gemeinsames Jugendwerk und seine Partner ein Programm gestartet, mit dem wir verstärkt virtuelle und hybride Formate der Jugendbegegnungen fördern.“

Anne Spiegel, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Jugend als Priorität während französischer Ratspräsidentschaft

Die französische Staatssekretärin für Jugend und Engagement im Ministerium für nationale Bildung, Jugend und Sport Sarah El Haïry betonte: „In Verbindung mit dem Europäischen Jahr der Jugend haben wir beschlossen, die Jugend zu einer Priorität der französischen EU-Ratspräsidentschaft zu machen. Für junge Menschen sind Europa und seine Vorteile eine Selbstverständlichkeit, aber nach zwei Jahren Pandemie, die die jungen Menschen besonders hart getroffen hat, muss die Europäische Union konkret für ihre Zukunft handeln. Es ist heute von grundlegender Bedeutung, unseren Austausch zu intensivieren und das Vertrauensverhältnis zwischen der Politik und den jungen Menschen wiederherzustellen.“

In dem besonderen Jahr 2022 erinnert sie an das gemeinsames Bestreben Deutschlands und Frankreichs für die Jugend: „Jeder junge Mensch soll die bestmöglichen Chancen erhalten. In dieser schwierigen Zeit müssen wir mit aller Kraft daran arbeiten, unserer europäischen Jugend Hoffnung und Zuversicht zu geben. Und die deutsch-französische Freundschaft ist dabei ein unverzichtbarer Motor.“

Zusammenarbeit bei EU-Kindergarantie intensivieren und ausbauen

Adrien Taquet, Staatssekretär für Kinder und Familien sagte: „Jedes Jahr tauschen wir uns auf höchster Ebene mit dem deutschen Bundesfamilien­ministerium zu den Themen Geschlechtergleichstellung, Familien und sozialer Zusammenhalt aus. Dies ist ein gewinnbringendes Format, um die Zusammenarbeit bei wichtigen europapolitischen Dossiers wie etwa der Europäischen Kindergarantie zu intensivieren und auszubauen.“

Élisabeth Moreno, beigeordnete Ministerin für die Gleichstellung von Frauen und Männern, Diversität und Chancengleichheit beim Premierminister betonte: „Für seine EU-Ratspräsidentschaft hat Frankreich ehrgeizige Prioritäten auf die politische Agenda der EU gesetzt, und dazu zählt vor allem die Gleichstellung von Frauen und Männern – ein wichtiges Anliegen des französischen Präsidenten während seiner Amtszeit. Wir arbeiten weiterhin gemeinsam mit unseren deutschen Partnerministerien und allen EU-Mitgliedstaaten für ein inklusiveres und gerechteres Europa.“

Europäisches Jahr der Jugend

Am 15. September 2021 hat die EU-Kommission angekündigt, das Jahr 2022 zum Europäischen Jahr der Jugend zu erklären, da junge Menschen besonders unter den Folgen der Coronavirus-Pandemie leiden. Deutschland und Frankreich blicken im Bereich der Jugendpolitik seit fast 60 Jahren auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Rahmen des Deutsch-Französischen Jugendwerks zurück. Das Europäische Jahr der Jugend ist eine gute Gelegenheit, daran anzuknüpfen und gemeinsam daran zu arbeiten, bestmögliche Chancen für junge Menschen zu schaffen.

Austausch auf Ministerebene intensiviert

Mit dem Abschluss des Vertrags von Aachen wurde 2019 die seit vielen Jahren bestehende deutsch-französische Zusammenarbeit des Bundesfamilienministeriums mit den französischen Partnerministerien durch die Institutionalisierung eines jährlichen hochrangigen Austauschs zu den Themen Geschlechtergleichstellung, Familien und sozialer Zusammenhalt verstärkt. Im Vorfeld des Deutsch-Französischen Ministerrats 2021 wurde dieser Austausch erneut intensiviert und durch Beteiligung der Ministerinnen und Minister auf eine neue Stufe gestellt.

Gemeinsame Vorhaben

Im Rahmen des Vertrags von Aachen werden folgende prioritäre Vorhaben in Zuständigkeit des Bundesfamilienministeriums und des französischen Ministeriums für die Gleichstellung von Frauen und Männern, Diversität und Chancengleichheit, des Jugendministeriums und des Staatssekretariats für Kinder und Familien umgesetzt:

Der Deutsch-Französische Bürgerfonds wurde im April 2020 als niedrig­schwelliges Förderinstrument für deutsch-französische Initiativen und Städtepartnerschaften eingeführt und stellt mittlerweile ein wichtiges Instrument der Zusammenarbeit und des zivilgesellschaftlichen Austauschs zwischen Frankreich und Deutschland dar. Mithilfe des Bürgerfonds wurden bereits 440 Projekte erfolgreich gefördert (Stand Dezember 2021). 2020 wurden von Deutschland und Frankreich insgesamt 2,4 Millionen Euro bereitgestellt. Mittel in dieser Höhe standen auch 2021 zur Verfügung. 2022 ist geplant, die Mittel auf insgesamt 5 Millionen Euro aufzustocken.

Der Ausbau der Jugendmobilität zwischen Deutschland und Frankreich ist in den letzten Jahrzehnten maßgeblich durch das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) vorangetrieben worden. Das DFJW hat für die Jahre 2021 bis 2023 ein Programm für einen Neustart des deutsch-französischen Austauschs erarbeitet. Unter Pandemiebedingungen wurden verstärkt digitale und hybride Formate gefördert. 2023 soll die Zahl von 10 Millionen Teilnehmenden an Programmen des DFJW seit dem Gründungsjahr 1963 erreicht und der Anteil junger Menschen mit besonderem Förderbedarf dauerhaft bei 20 Prozent gehalten werden.

Weitere Informationen zur Internationalen und Europäischen Jugendpolitik stehen beim Bundesfamilienministerium zur Verfügung. Informationen zum deutsch-französischen Entdeckungstag finden sich beim DFJW.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 21.01.2022

Redaktion: Frank Beckmann

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