Sachsen
Demokratie leben und verteidigen
Erstmals dürfen 16- und 17-Jährige am 9. Juni 2024 bei der Europawahl wählen. Peggy Eckert von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) betont die Bedeutung aktiver Demokratie und die Notwendigkeit, junge Menschen stärker einzubeziehen. Die Stiftung setzt sich für ein Wahlalter von 16 Jahren bei allen Wahlen ein und bietet Tools zur Förderung von Demokratiekompetenzen.
17.06.2024
Erstmals können Sechzehn- und Siebzehnjährige am 9. Juni 2024 bei der Europawahl mitentscheiden, wie das europäische Parlament aussehen wird, insgesamt 5,1 Millionen Erstwähler*innen. Das ist eine gute Nachricht, denn durch unsere immer älter werdende Gesellschaft verlieren die Interessen der Jüngeren an Gewicht. Dabei sind sie es, die am längsten mit den Ergebnissen der politischen Entscheidungen von heute leben müssen. Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKSJ) setzt sich deshalb dafür ein, das Wahlalter auch bei den anderen Abstimmungen flächendeckend und einheitlich auf 16 Jahre zu senken.
„Sorge machen mir andere Nachrichten: Die Attacken auf Politiker*innen im Wahlkampf, auch in meiner Heimatstadt Dresden, verstehe ich als Angriff auf unsere Demokratie. Sie zeigen, wie notwendig es ist, Demokratie täglich zu leben, zu schützen und zu verteidigen.“,
so Peggy Eckert, staatlich anerkannte Kindheitswissenschaftlerin.
Gerade für Kinder und Jugendliche ist es jetzt wichtig, solche Ereignisse und grenzüberschreitende Positionen in einem Gespräch einzuordnen. Junge Menschen brauchen Gelegenheiten für die Auseinandersetzung mit eigenen und gemeinsamen Werten, aber auch geschützte Räume, um unterschiedliche Wertvorstellungen und deren Bedeutung für unsere demokratische Gesellschaft zu diskutieren. Gute Demokratiebildung zeigt auf, wie bereichernd Pluralität ist, indem sie in Diskussionen unterschiedliche Perspektiven und Werte zu Wort kommen lässt, zugleich aber auch klar begründet, welche Positionen grenzüberschreitend sind. Sie fördert damit Demokratiekompetenzen junger Menschen und stärkt sie für politischen Aushandlungs- und Gestaltungsprozesse.
Impulse, Tipps und Materialien für solche Gespräche und Mitwirkungsmöglichkeiten für verschiedene Altersstufen finden sich zum Beispiel im Reflexionstool Demokratiebildung.
Denn auch jenseits von Wahlen braucht es ernstgemeinte Kinder- und Jugendbeteiligung auf allen Ebenen: Sie ist eine grundlegende Erfahrung, damit sich Heranwachsende als handlungsfähig und selbstwirksam erleben, um mit Krisen umgehen zu können und als Persönlichkeiten und Demokrat:innen zu wachsen. Ich glaube fest daran: Wenn wir Kinder und Jugendliche stärken und ihnen ermöglichen, ihre Ideen einzubringen und ihr Lebenswelt aktiv zu gestalten, übernehmen sie auch in Zukunft Verantwortung für die Gesellschaft, in der sie leben wollen.
„Seit 30 Jahren setzen wir uns als Deutsche Kinder- und Jugendstiftung für gerechte Teilhabe und Beteiligungschancen ein. Es war vielleicht nie wichtiger als heute!“
Über Peggy Eckert
Peggy Eckert, ist staatlich anerkannte Kindheitswissenschaftlerin und hat einen Master in Kindheitsforschung. Sie leitet den Standort Sachsen der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und ist Expertin für die Themen Demokratiebildung, Kinder- und Jugendbeteiligung und Engagementförderung. Seit Jahren ist die Dresdnerin überzeugte Briefwahlwählerin, um sich die Unterlagen in aller Ruhe mit einem Kaffee und den Kindern durchzulesen und am Wahltag gleich morgens das gute Gefühl zu haben, das Wichtigste schon erledigt zu haben.
Weitere Informationen
Quelle: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung vom 05.06.2024
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