Erasmus+

159 Projekte weltweit zur Modernisierung der Hochschulbildung ausgewählt

Die Kommission hat am 3. August 159 Projekte für eine Finanzierung im Rahmen von Erasmus+ für den Kapazitätsaufbau im Hochschulbereich ausgewählt, einer Initiative, mit der Modernisierung und Qualität der Hochschulbildung in Drittländern weltweit unterstützt wird. Diese Projekte dienen dem übergeordneten Ziel der internationalen Zusammenarbeit im Hochschulbereich sowie der Verbesserung der Bildungssysteme. Sie sollen Wachstum und Wohlstand auf globaler Ebene fördern.

22.08.2023

Im Rahmen der in diesem Jahr ausgewählten Projekte werden 2.500 Interessenträger im Bereich der Hochschulbildung aus fast 130 Ländern aus der EU und weltweit zusammenarbeiten, um die Hochschulbildung zu modernisieren und zu internationalisieren. Mit den Gesamtmitteln für 2023 in Höhe von 115,3 Mio. Euro werden beispielsweise professionellerer Mathematikunterricht in Zentralafrika, das Hochschulstudium des Rechts in den Bereichen Chancengleichheit und Gleichstellung für gefährdete Gruppen in Lateinamerika, Lehrpläne für eine nachhaltige blaue Wirtschaft im südlichen Mittelmeerraum und Kurse betreffend den transformativen Wandel in der Gesundheitserziehung in Südostasien gefördert. Projekte in anderen Regionen konzentrieren sich auf unternehmerische Kompetenzen für Frauen in Zentralasien, Bereitschaft zu digitaler Bildung in den westlichen Balkanländern, Entwicklung von Büros für internationale Beziehungen an Universitäten im Nahen Osten und Lehrpläne für Ernährungsresilienz in Westafrika.

Hochschulbildung in der Ukraine soll gestärkt werden

In diesem Jahr hat die EU außerdem 5 Mio. Euro an zusätzlicher Unterstützung für die Ukraine bereitgestellt, um ein groß angelegtes Erasmus+-Projekt für Universitäten zu finanzieren, mit dem das digitale Umfeld für die Hochschulbildung in der Ukraine gestärkt werden soll. Mit dem auf vier Jahre angelegten Projekt „DigiUni“ wird eine leistungsfähige digitale Plattform für die ukrainischen Universitäten entwickelt, die vor allem denjenigen Studierenden zugutekommen wird, die aus dem Land fliehen mussten oder Binnenvertriebene sind. Das Projekt wird für an ukrainischen Hochschuleinrichtungen eingeschriebene Studierende Bildungskontinuität in ukrainischer Sprache und gemäß den ukrainischen Lehrplänen gewährleisten. Insbesondere wird mit der „DigiPlatform“ eine digitale Lernumgebung geschaffen, um Schulungen zu Online-Lehrtechniken zu entwickeln und Lerninhalte für Online- oder virtuellen Unterricht anzupassen.  An dem von der Nationalen Universität Taras Shevchenko in Kiew koordinierten Projekt werden Hochschuleinrichtungen und Interessenträger aus sechs EU-Mitgliedstaaten (Belgien, Frankreich, Deutschland, Polen, Spanien und Tschechien) sowie 15 weitere ukrainische Partner teilnehmen, darunter neun nationale Universitäten, die Ministerien für Bildung und digitalen Wandel, die nationale Agentur für Qualitätssicherung in der Hochschulbildung und drei Verbände, die den IT-Sektor und Studierende vertreten.

Als Teil der Unterstützung des Programms für die Region östliche Nachbarschaft werden weitere 19 Projekte zum Kapazitätsaufbau mit ukrainischen Universitäten und Behörden unterstützt, von denen einige die Rolle der Universitäten beim Wiederaufbau betreffen. Außerdem gibt es Vorschläge zur Reform der Lehrpläne mit den Schwerpunkten Frieden und Multilateralismus als Querschnittsthemen, oder Kompetenzentwicklung im Bereich der Energieeffizienz.

Die Finanzhilfevereinbarungen werden bis November 2023 unterzeichnet, sodass die Projekte noch vor Jahresende eingeleitet werden können.

Hintergrund

Das vor 36 Jahren gegründete Programm Erasmus+ ist eines der bekanntesten und beliebtesten EU-Programme, an dem bislang fast 13 Millionen Menschen teilgenommen haben. Es verfügt über ein geschätztes Gesamtbudget von 26,2 Mrd. Euro und konzentriert sich im Zeitraum 2021–2027 vor allem auf soziale Inklusion, den ökologischen und digitalen Wandel und die Förderung der Teilhabe junger Menschen am demokratischen Leben.

Die Erasmus+-Aktion Kapazitätsaufbau im Hochschulbereich ist Teil eines umfassenderen Programmpakets, mit dem der Austausch von Studierenden und Personal sowie die Zusammenarbeit im Bildungsbereich zwischen Europa und dem Rest der Welt gefördert werden soll. Diese internationalen Aktionen beruhen auf Partnerschaften zwischen Institutionen und Interessenträgern aus den 27 EU-Mitgliedstaaten und 6 assoziierten Ländern einerseits und nicht assoziierten Drittländern aus anderen Regionen der Welt andererseits. Die sechs mit Erasmus+ assoziierten Länder sind Island, Liechtenstein, Norwegen, Nordmazedonien, Serbien und die Türkei.

Die Maßnahmen sollen diesen Drittländern zugutekommen und die Zusammenarbeit im Hochschulbereich als einen Weg zur Stärkung ihrer Verbindungen zu Europa ebnen. Im Rahmen der Partnerschaften werden neue Lehrinhalte und -techniken entwickelt, Lehrkräfte ausgebildet und die Qualität von Hochschulsystemen und -verwaltung verbessert. Die Projekte können auch den Weg für neue politische Ansätze und Reformen ebnen – diese Projekte müssen die nationalen Bildungsbehörden in alle Aktivitäten einbeziehen. Doch nicht nur der Bildungssektor profitiert: In für Wirtschaft und Gesellschaft wichtigen Bereichen werden Fähigkeiten und Verfahren weiterentwickelt, darunter umweltfreundliche Herstellung, Energiemanagement, Lebensmittelwissenschaft, Unternehmertum und vieles mehr.

Erasmus+ verfügt über ein Gesamtbudget von 613 Mio. Euro für den Kapazitätsaufbau in der Hochschulbildung im Zeitraum 2021–2027. Es werden vier weitere jährliche Auswahlverfahren stattfinden; die nächste Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen wird im November 2023 veröffentlicht werden.

Weitere Informationen

Quelle: Europäische Kommission vom 03.08.2023

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