Gesundheit und Wohlbefinden

Mitmachinitiative für frühe Suchtvorbeugung „Kinder stark machen“ 

Ziel der Kampagne Kinder stark machen des Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) – ist es, Kinder ab vier Jahre und Jugendliche sowie erwachsene Kontaktpersonen mit biopsychosozialen Kompetenzen auszustatten, die ein suchtfreies Leben ermöglichen. Schwerpunkte sind die Arbeit im Freizeit- und Sportbereich sowie die Elternarbeit. Die Kampagne wird in enger Kooperation mit den großen Breitensportverbänden sowie Organisationen aus der Kinder- und Jugendhilfe und Suchtprävention durchgeführt. 

Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit (APUG)

Um eine gesunde Lebensumwelt der Menschen zu unterstützen, kooperieren die Bundesministerien für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat mit verschiedenen Bundesoberbehörden (Bundesamt für Strahlenschutz, Bundesinstitut für Risikobewertung, Robert Koch-Institut und Umweltbundesamt) im Rahmen des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit (APUG). Im Rahmen des Aktionsprogramms werden Forschungsprojekte und Informationskampagnen im Bereich Umwelt-, Gesundheits- und Verbraucherschutz gefördert. Hauptzielgruppe des Programms sind Kinder und Jugendliche. Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen soll vor schädlichen Umwelteinflüssen geschützt und der Einfluss vor Schadstoffen auf den kindlichen Organismus untersucht werden. Unter anderem werden Aktivitäten unterstützt, um kinderfreundliche Wohngebiete und gesunde Umwelt- und Lebensverhältnisse zu schaffen. Die aktive Beteiligung der Bevölkerung – besonders der Kinder und Jugendlichen – an der Gestaltung ihrer Wohnumwelt wird dabei gefördert.

Verkehrssicherheitsprogramm und Aktionsbündnis „BAG Kindersicherheit“

2021 veröffentlichte das Bundesministerium für Verkehr (BMV) das Verkehrssicherheitsprogramm, welches die Leitlinie für die Verkehrssicherheitspolitik des Bundes bis zum Jahr 2030 vorgibt. Die Maßnahmen des Programms wurden auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse erstellt. Es versteht sich als Orientierungsrahmen für programmatische Ansätze der Bundesländer sowie privater Institutionen und lädt alle Akteure der Verkehrssicherheitsarbeit ein, sich an dieser wichtigen gesellschaftlichen Daueraufgabe engagiert zu beteiligen. Eine Dimension dieser Leitlinie bezieht sich auch auf Kinder und Jugendliche. 

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V. (BAG) ist der einzige bundesweite Verein, der sich der Prävention von Kinderunfällen zu Hause und in der Freizeit widmet. Sie wird u. a. von dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) und dem BMV gefördert, setzt sich als Dachverband für die Verhütung von Kinderunfällen ein und rückt das Thema „Kinderunfälle“ ins öffentliche Bewusstsein.

Programm der Jugendherbergen zur Gesundheitsförderung

Unter dem Motto Aktiv und Fit | Jugendherbergen bietet der Deutsche Jugendherbergsverband (DJH) jugendgerechte Programme zur Gesundheitsförderung an. „Erleben was gut tut - fit fürs Leben“ ist hier das Motto. Gemeint ist damit ein moderner Gesundheitsbegriff, der neben gesunder Ernährung, Stressregulation und Bewegung auch die Vermittlung von Sozial- und Lebenskompetenzen im Sinne einer sozialökologischen Ausrichtung bzw. einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ miteinschließt.
 
Das Konzept zeichnet sich durch eine Verknüpfung von Angeboten zu gesunder Ernährung, Bewegung, Entspannung und sozialem Lernen in einem gesundheitsfördernden Umfeld aus. Das Angebotsspektrum reicht dabei von Essensfesten, Kochkursen, Picknick-Aktionen über Sport-Events, Trendsport, Fun-Olympiaden und Beauty Salons, Body Talk, Traumreisen bis hin zu Kooperationsspielen, erlebnispädagogischen Aktionen, Bewerbungstraining, Medien-Workshops, Umgang mit Stress, Drogen und Konflikten.

Zielsetzung einer so verstandenen erlebnisorientierten Persönlichkeitsbildung ist, gesundheitsfördernde Verhaltensweisen auf kind- bzw. jugendgerechte Art zu fördern. Entscheidend ist dabei die Partizipation und Selbstbestimmung der Jugendlichen, um adäquate Verhaltensänderungen zu erreichen und in den Alltag zu integrieren.

Weitere Kampagnen und Programme im Sinne von Beratung und Information sind unter folgendem Kapitel zu finden „Bewusstsein für gesunden Lebenswandel und Faktoren stärken, die Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlergehen Jugendlicher haben“. 

„Zukunftspaket für Bewegung, Kultur und Gesundheit“   

Mit dem Bundesprogramm „Das Zukunftspaket für Bewegung, Kultur und Gesundheit“ stellt das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt und gibt ihnen Raum für Teilhabe und Engagement. Ziel des Programms ist es, die Beteiligungsmöglichkeiten und Demokratiekompetenzen von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Junge Menschen können eigene Projektideen in den Themenfeldern Bewegung, Kultur und Gesundheit umsetzen. Zum ersten Mal umgesetzt wurde das Zukunftspaket 2023. Über 37.000 Kinder und Jugendliche planten und gestalteten über 2.400 Projekten und Angebote für junge Menschen in ganz Deutschland. Rund 465.000 Kinder und Jugendliche machten bei den Projekten mit, die das BMFSFJ mit 37 Millionen Euro förderte. 2024 ging das Zukunftspaket in eine zweite Runde: Mit acht Millionen Euro Fördermitteln und einem noch stärkeren Fokus auf die Projektideen junger Menschen wurden ca. 400 Projekte gefördert.

Gesundheitsbildung und -förderung in Schulen

In der Empfehlung zur Gesundheitsförderung und Prävention in der Schule (PDF 40,6 KB) vom 15. November 2012 haben die Bundesländer gemeinsam auf Ebene der Kultusministerkonferenz zuletzt Stellung bezogen. Ganz grundsätzlich wird in der Empfehlung festgehalten: "Gesundheitsförderung und Prävention sind integrale Bestandteile von Schulentwicklung. Sie stellen keine Zusatzaufgaben der Schulen dar, sondern gehören zum Kern eines jeden Schulentwicklungsprozesses."  Die konkrete Umsetzung der Empfehlung liegt in der Verantwortung der Bundesländer. 

Gesundheitsförderung und Prävention - Beispiel Rheinland-Pfalz

Die Gruppe Gute Gesunde Schule unterstützt Schulen in der Umsetzung von Gesundheitsförderung und Prävention und vernetzt diese in den Regionen. Schulen sollen angeregt werden, gesundheitsfördernde Strukturen zu entwickeln und das Thema Gesundheitsförderung nachhaltig in ihrem Schulprofil zu verankern.
Grundlage schulischer Sexualerziehung in Rheinland-Pfalz ist ist §1 des Schulgesetzes (SchulG). In § 1 Abs. 3 ist festgelegt: "Zum Auftrag der Schule gehört auch die Sexualerziehung. Sie ist als Erziehung zu verantwortungsbewusstem geschlechtlichen Verhalten Teil der Gesamterziehung und wird fächerübergreifend durchgeführt. Sie soll die Schülerinnen und Schüler ihrem Alter und Reifegrad entsprechend in gebotener Zurückhaltung mit den Fragen der Sexualität vertraut machen sowie zu menschlicher, sozialer und gleichberechtigter Partnerschaft befähigen. Die Sexualerziehung hat die vom Grundgesetz und von der Verfassung für Rheinland-Pfalz vorgegebenen Wertentscheidungen für Ehe und Familie zu achten und dem Gebot der Toleranz Rechnung zu tragen. Über Ziele, Inhalt und Form der Sexualerziehung hat die Schule die Eltern rechtzeitig zu unterrichten."

Suchtprävention ist ein pädagogischer Auftrag der Schule im Rahmen des § 1 Abs. 2 des Schulgesetzes. Zudem gibt es ein Gesamtprogramm zur Schulzahnpflege.
Schulordnungen regeln die schulärztliche Betreuung und den Schutz vor ansteckenden Krankheiten, Maßnahmen wegen der Gefährdung der Gesundheit anderer Schülerinnen und Schüler, den Punkt Rauch- und alkoholfreie Schule sowie die gewerbliche Betätigung bzw. den Vertrieb von Gegenständen.

Materialien zur Unterrichtsunterstützung für Lehrkräfte

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) – bietet Materialien zur Unterrichtsunterstützung für Lehrkräfte in folgenden Bereichen an:

  • Chronische Krankheiten,
  • Ernährung und Bewegung,
  • Impfungen und persönlicher Impfschutz,
  • Kommunikation und Sozialverhalten,
  • Lärmprävention,
  • Lernprozessunterstützung,
  • Medienkompetenz,
  • Organspende,
  • Sexualaufklärung,
  • Suchtprävention.

Peer-to-peer Ansätze

Peer-to-peer-Kampagne: Kenn dein Limit

Eine zentrale Maßnahme des BIÖG mit Peer-to-Peer-Ansatz ist die Präventionskampagne „Alkohol? Kenn dein Limit“. Pro Jahr touren 50 Peer Educators zwischen 18 und 24 Jahren durch Deutschland. Sie nehmen Kontakt zu Jugendlichen auf, um mit ihnen über das Thema Alkohol zu sprechen und sie über mögliche Risiken aufzuklären. Sie richten sich generell an alle Jugendlichen im Alter zwischen ca. 14 und 24 Jahren. Die Jugendkampagne „Null Alkohol - Voll Power“ zur Alkoholprävention ist die Fortsetzung der Jugendkampagne “NA TOLL!”, die 2009 initiiert wurde. Seit 2012 wird die Kampagne unter dem Titel  „Null Alkohol - Voll Power“ fortgeführt. Sie ist eine Maßnahme zur Bildung und Aufklärung im Rahmen der alkoholpolitischen Maßnahmen der Bundesregierung. Sie zielt darauf ab, Jugendliche zum Thema Alkohol zu informieren, eine selbstkritische Einstellung zum Alkoholkonsum zu fördern und gegebenenfalls eine Veränderung von schädlichen Konsummustern zu unterstützen. Zielgruppe: Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren.

Zusammenarbeit und Partnerschaften

Die Nationale Präventionskonferenz

Das am 25. Juli 2015 in Kraft getretene Präventionsgesetz stärkt die Grundlagen für eine stärkere Zusammenarbeit der Sozialversicherungsträger, Länder und Kommunen in den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung. Neben der gesetzlichen Krankenversicherung werden auch die gesetzliche Rentenversicherung und die gesetzliche Unfallversicherung, die Soziale Pflegeversicherung und auch die Unternehmen der privaten Krankenversicherung eingebunden. In einer Nationalen Präventionskonferenz legen die Sozialversicherungsträger unter Beteiligung insbesondere von Bund, Ländern, Kommunen, der Bundesagentur für Arbeit und der Sozialpartner gemeinsame Ziele fest und verständigen sich auf ein gemeinsames Vorgehen. Aus der Nationalen Präventionskonferenz hervorgegangen ist eine nationale Präventionsstrategie. 

Beispiele für Kooperationen zwischen Krankenkassen und Kindertagesstätten oder Schulen
Die Landesprogramme „Gute gesunde Schule“ unterstützen Schulen dabei, gesundheitsförderliche Prozesse langfristig in den Schulalltag zu integrieren. Ziel ist es, Bildungsqualität und Gesundheit aller Beteiligten – insbesondere Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und II sowie Lehrkräfte und Schulleitungen – zu verbessern. Teilnehmen können Schulen der Primarstufe sowie der Sekundarstufen I und II. Die Programme richten sich an die gesamte Schulgemeinschaft, einschließlich Eltern und schulischem Umfeld. Teilnehmende Schulen erhalten Informationsveranstaltungen, Beratung, Fortbildungen, Unterstützung bei gesundheitsförderlichen Projekten sowie Zugang zu regionalen Netzwerken. Eine Bewerbung ist derzeit möglich in: Berlin, Brandenburg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen. Die Programme werden von zahlreichen Kooperationspartnern getragen, darunter Ministerien, Unfallkassen und Krankenkassen.

Die Barmer Krankenkasse bietet einen Medienservice für Schulen an und unterstützt Lehrerinnen und Lehrer aktiv bei der Gestaltung ihrer Unterrichtskonzepte zu Themen wie Bewegung, Gesundheit, Stressvermeidung und Ernährung.  

Die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen bietet einen Schulentwicklungspreis Gute gesunde Schule an.

In Niedersachsen gibt es das Projekt Gesund Leben Lernen – Gesundheitsmanagement in Schulen. Es ist ein Kooperationsprojekt zwischen den Landesverbänden der gesetzlichen Krankenkassen und der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. Es zielt darauf, die „Organisation Schule“ zu einer gesunden Lebenswelt für alle in ihr Arbeitenden und Lernenden zu entwickeln.

Bewusstsein für gesunden Lebenswandel und Faktoren stärken, die Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlergehen Jugendlicher haben

Im Kindes- und Jugendalter bilden sich wesentliche gesundheitsrelevante Verhaltensweisen heraus, die für das Erwachsenenalter bestimmend sind. Viele Gesundheitsstörungen in jungen Lebensjahren werden zu Risikofaktoren für schwerwiegende Erkrankungen im späteren Leben. Die Förderung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist deshalb eine vorrangige Aufgabe von weitreichender Bedeutung.

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) ist eine Behörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Sie richtet sich mit ihren Informationen und Materialien zum Thema Kinder- und Jugendgesundheit an Eltern wie auch an Fachkräfte und Einrichtungen des Gesundheitswesens, der Frühpädagogik und Pädagogik und der Kinder- und Jugendhilfe, aber auch an die Kinder und Jugendlichen selbst. Die Materialien und Projekte werden aufgrund neuester Forschungsergebnisse entwickelt, sind zielgruppenspezifisch aufbereitet und werden regelmäßig evaluiert und im Bedarfsfall angepasst oder neu entwickelt.

Gesunder Lebenswandel und gesunde Ernährung

Nationale Strategie(n)

Nationale Ernährungsstrategie

Die Ernährungsstrategie „Gutes Essen für Deutschland“ wurde am 17. Januar 2024 per Kabinettsbeschluss verabschiedet und wird federführend vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat umgesetzt. Ziel ist es, gesundes, nachhaltiges und bezahlbares Essen für alle leichter zugänglich zu machen – mit besonderem Fokus auf Kinder und Jugendliche.

Die Strategie bündelt rund 90 bestehende und geplante Maßnahmen und baut auf Programmen wie IN FORM und der Reduktionsstrategie für Zucker, Fett und Salz auf. Zentrale Handlungsfelder sind pflanzenbetonte Ernährung, verbesserte Gemeinschaftsverpflegung (z. B. in Schulen und Kitas), Reduktion ernährungsbedingter Krankheiten, Bekämpfung von Ernährungsarmut und nachhaltige Ernährungsumgebungen.

Zur Umsetzung wurde eine interministerielle Arbeitsgruppe „Nachhaltige und gesundheitsförderliche Ernährung“ eingerichtet, ergänzt durch Unterarbeitsgruppen zu Ernährungsarmut und Gemeinschaftsverpflegung. Die Strategie entstand in einem breiten Beteiligungsprozess mit Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Bürger:innen und bildet den ernährungspolitischen Rahmen der Bundesregierung.

Nationaler Aktionsplan IN FORM

Die zentrale bundesweite Strategie zur Verbesserung des Ernährungsverhaltens von Kindern und Jugendlichen ist der im Youth-Wiki-Kapitel Gesundheit und Wohlbefinden - Sport, Jugendfitness und körperliche Betätigung: Nationale Strategien beschriebene Aktionsplan IN FORM. Maßnahmen zur Intensivierung der Ernährungsbildung und Stärkung der Ernährungskompetenzen in allen Altersklassen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen sind z. B. die Entwicklung der DGE-Qualitätsstandards für Schulverpflegung, Einrichtung von Schulvernetzungsstellen mit den Ländern zur Unterstützung von Schulträgern und Schulen bei der Umsetzung eines ausgewogenen Verpflegungsangebotes, Entwicklung von Ernährungsbildungsmaterialen, um Lehrkräfte bei der Ernährungsbildung zu unterstützen, und die Förderung von Modellprojekten in Schulen. Im Bereich Ernährung stehen ab 2024 Kinder und Jugendliche, von Armut bedrohte und von Armut betroffene Haushalte, Menschen mit Migrationsgeschichte sowie weitere Bevölkerungsgruppen mit besonderem Unterstützungsbedarf im Fokus der IN FORM-Maßnahmen. Der Zugang erfolgt im Rahmen von IN FORM überwiegend über Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die Aktivitäten für die o. g. Gruppen entwickeln und verbreiten.

Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten

Mit dem Koalitionsvertrag der 19. Legislaturperiode ist das Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) beauftragt worden, in einem partizipativen Prozess eine wissenschaftlich fundierte Strategie zu erarbeiten, um Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten zu verringern. Die am 19. Dezember 2018 verabschiedete Strategie ist das Ergebnis eines intensiven Dialogprozesses mit Vertreterinnen und Vertretern der Bundesregierung, der Bundesländer sowie von Verbänden und Institutionen aus den Bereichen Ernährung, Gesundheit, Lebensmittelwirtschaft, Verbraucherschutz und Wissenschaft.

Übergeordnetes Ziel ist die Förderung einer gesunden Lebensweise sowie die Senkung des Anteils der Übergewichtigen und Adipösen in der Bevölkerung, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, und der Häufigkeit von ernährungsbedingten Krankheiten.

Die Lebensmittelwirtschaft verpflichtet sich auf freiwilliger Basis, in einem mehrjährigen Prozess die Gehalte an Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten zu reduzieren. Bei den Reduktionszielen handelt es sich um Empfehlungen der Wissenschaft. Auf dieser Grundlage sowie unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Produktmonitorings des Max-Rubner Instituts (MRI) wird das BMLEH die Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie im Jahr 2026 auswerten und einen Abschlussbericht dazu veröffentlichen.

Nationale Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik

Die Suchtprävention ist eine der vier Ebenen der Nationalen Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik der deutschen Bundesregierung. Sie wurde im Februar 2012 beschlossen. Hauptziele der Strategie sind die Reduzierung des Konsums legaler und illegaler Suchtmittel sowie die Vermeidung drogen- und suchtbedingter Probleme. Verantwortlich für die Koordination der Sucht- und Drogenpolitik der Bundesregierung ist die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, die zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit gehört. Die Maßnahmen der Suchtprävention richten sich an die gesamte Bevölkerung, es gibt Aktivitäten und Kampagnen, die direkt die Zielgruppe Kinder und Jugendliche ansprechen.

Beförderung eines gesunden Lebenswandels und gesunder Ernährung bei jungen Menschen

Förderinitiative  „Gesund – ein Leben lang“ 

Ziel dieser Fördermaßnahme vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) ist es, die Grundlage dafür zu schaffen, dass Kinder und Jugendliche gesund bleiben oder schneller genesen. Dabei stehen kindgerechte Präventions- und Therapieansätze für chronische Erkrankungen und psychische Störungen, Konzepte der Gesunderhaltung und Prävention für Risikogruppen sowie biologische und molekulare Mechanismen prägender Einflüsse auf Gesundheit und Krankheit im Vordergrund. Die Themen der Forschungsverbünde decken ein weites Spektrum ab. Sie untersuchen bessere Diagnose- sowie Präventions- und Behandlungsmethoden für psychische Probleme sowie körperliche Erkrankungen. Auch wird die frühe Prägung der körperlichen und psychischen Gesundheit durch frühkindliche Lebensereignisse untersucht

Allianz für Gesundheitskompetenz 

Seit 2017 hat die Bundesregierung die Stärkung der Gesundheitskompetenz verstärkt in den Fokus gerückt: Zusammen mit den Spitzen der Selbstverwaltung des deutschen Gesundheitswesens hat sie unter Federführung des Bundesgesundheitsministeriums die Allianz für Gesundheitskompetenz ins Leben gerufen. Alle Partner haben sich dazu verpflichtet, die allgemeine Gesundheitskompetenz der Bevölkerung durch Gesundheitsbildung zu stärken. Sie soll bereits in jungen Jahren vermittelt werden und beispielsweise Bestandteil von Bildungs- und Lehrplänen von Kindertagesstätten, allgemeinbildenden Schulen sowie in Weiter- und Fortbildungseinrichtungen sein. Für Jugendliche und junge Erwachsene (12–27 Jahre) besonders relevant ist, dass Gesundheitskompetenz inzwischen explizit auch digitale Gesundheitskompetenz (z. B. Umgang mit Gesundheitsinformationen aus sozialen Medien, Apps, KI-Anwendungen) umfasst. Zu den Zielen der Allianz zählen zudem, wissenschaftlich abgesicherte Informationsangebote – insbesondere im Internet – zu bündeln, allgemein verständlich aufzubereiten sowie die Kommunikationskompetenz in der Aus-, Weiter- und Fortbildung der Ärztinnen und Ärzte bzw. der Gesundheitsberufe zu fördern.

Aktion „GUT DRAUF bewegen, entspannen, essen - aber wie!“

Ziel der bundesweiten Aktion GUT DRAUF bewegen, entspannen, essen - aber wie! der BZgA – heute: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) –  ist es, die gesundheitliche Situation von Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren nachhaltig zu verbessern. Im Zentrum steht ein integriertes, qualifiziertes Konzept für Ernährung, Bewegung und Stressregulation. Der Ansatz wurde in den letzten Jahren um die Themen mentale Gesundheit, Resilienz und Lebenskompetenzen erweitert. Der Internetauftritt bietet eine Fülle von Material zur Gesundheits- und Ernährungssituation Jugendlicher zur Verfügung. 

Prävention von Übergewicht als Förderschwerpunkt

Die Prävention von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen ist ein zentraler Förderschwerpunkt in der politischen Arbeit des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG). Mit dem Förderschwerpunkt verfolgt das BMG drei Ziele:

  • Bestimmung von Erfolgsfaktoren für nachhaltig wirksame Maßnahmen,
  • Verbesserung der Qualität und Wirksamkeit von Projekten,
  • Entwicklung von bedarfs- und zielgruppengerechten Informations- und Aufklärungsmaterialien.

Seit 2015 fördert das BMG eine Reihe von Maßnahmen, um diese Ziele zu erreichen. Die Förderung wurde in den letzten Jahren verstärkt mit dem Präventionsgesetz (§ 20 SGB V) verzahnt. Weitere Informationen hierzu sowie eine Liste von geförderten Projekten finden sich auf den Seiten des Bundesgesundheitsministeriums

Maßnahmen zur Sexualaufklärung und Familienplanung 

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) – ist durch das Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) beauftragt, unter Beteiligung der Bundesländer und in Zusammenarbeit mit Vertretern der Familienberatungseinrichtungen aller Träger Konzepte zu entwickeln und bundeseinheitliche Maßnahmen zur Sexualaufklärung und Familienplanung zu erarbeiten und zu verbreiten. Konkretisiert ist dieser Auftrag in einem mit den Bundesländern abgestimmten Rahmenkonzept zur Sexualaufklärung. Das BIÖG hat in diesem Kontext eine Reihe von Internetangeboten entwickelt.

www.sexualaufklaerung.de: Informationen für Multiplikator:innen zu den Themenfeldern Sexualaufklärung und Familienplanung incl. Darstellung von Studien- und Untersuchungsergebnissen, aktuellen Daten sowie Beschreibung und Darstellung von Medien.

www.loveline.de: Jugendwebseite zu Liebe, Partnerschaft, Sexualität und Verhütung. Mit Chats, Lexikon, Wissensspielen, FAQs, Umfragen, News und monatlichen Schwerpunktthemen können Jugendliche aktuell interaktiv ihr Wissen erweitern.

www.schule.loveline.de: bietet registrierten Lehrkräften umfangreiche Informationen, aktuelle Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis sowie Materialien und Methoden für die fächerübergreifende Sexualerziehung.

www.familienplanung.de: Das Online-Angebot rund um die Themen Verhütung, Familienplanung, Schwangerschaft und die erste Zeit mit dem Kind. In verschiedenen Kanälen sind Basisinformationen, Hintergrundwissen und Aktuelles aufbereitet. Umfassende Informationen zu ausgewählten Themen bieten Erfahrungsberichte, Interviews mit Expertinnen und Experten und statistisches Material. Eine umfangreiche Datenbank mit ausführlichen Informationen zu Schwangerschaftsberatungsstellen in ganz Deutschland bietet Ratsuchenden die Möglichkeit, schnell und gezielt eine Beratungsstelle in räumlicher Nähe zu finden.

www.schwanger-unter-20.de: Das Online-Angebot bietet zahlreiche Informationen und Orientierungshilfen für minderjährige und junge Schwangere sowie ihre Partner an. Neben Informationen zu finanziellen Hilfen und wichtigen Anlaufstellen finden Betroffene Antworten auf häufig gestellte Fragen. Sie werden ermutigt, Hilfe in Anspruch zu nehmen und kommen als junge Schwangere und werdende Väter in Erfahrungsberichten auch selbst zu Wort.

www.komm-auf-tour.de: Das Projekt „komm auf Tour - meine Stärken, meine Zukunft“ setzt neue handlungsorientierte Impulse, Schüler/innen der 7./8. Klassen an Haupt- und Gesamtschulen sowie vergleichbaren Schulformen bei der frühzeitigen Entdeckung ihrer Stärken und Interessen zu unterstützen. Die Jugendlichen erhalten Orientierungs- sowie Entscheidungshilfen für anstehende Betriebspraktika und erfahren, welche realisierbaren beruflichen Möglichkeiten auf sie warten könnten. Altersgerecht sind Themen aus dem privaten Lebensfeld wie Freundschaft, Sexualität und Verhütung integriert. Projektbeschreibung, Tourdaten der laufenden Länderprojekte, die Projektmaterialien sowie Ergebnisse der Begleitevaluation auf der Webseite.

www.forum.sexualaufklaerung.de: Der regelmäßig erscheinende Informationsdienst bietet einen Überblick über Medien, Projekte und Maßnahmen zur Sexualaufklärung und Familienplanung. Ergebnisse aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen und Evaluationen werden ebenfalls vorgestellt. Dieses Angebot ist eines der größten Volltextangebote im Themenbereich Sexualaufklärung und Familienplanung.

forschung.sexualaufklaerung.de: Das Angebot umfasst Forschungsprojekte, ausgewählte Studien, Ergebnisse, Daten, Fakten und Trends aus den Themenfeldern Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung.

  • www.rauch-frei.info – Internetangebot, das Jugendliche über Wirkungen, Risiken und gesundheitliche Folgeschäden des Rauchens informiert. Die Internetseite zum Thema 'Nichtrauchen' für die Jugendlichen besteht im Wesentlichen aus den Elementen 'Information', Kommunikation (Rauchfrei-Community) und 'individualisiertes Ausstiegsprogramm'.
  • www.check-dein-spiel.de – Informations- und Hilfeportal zu Glücksspielsucht. Es finden sich Informationen zum Gefahrenpotenzial der verschiedenen Glücksspiele, zur Entwicklung von Glücksspielsucht und deren Folgen für Betroffene und Angehörige. Außerdem kann man einen Selbsttest zum eigenen Spielverhalten machen, an einem Onlineausstiegsprogramm teilnehmen sowie sich über Hilfeeinrichtungen in Wohnortnähe informieren.
  • www.kenn-dein-limit.info – Portal für Jugendliche. Informiert über Risiken und gesundheitliche Gefahren durch praktizierten hohen und riskanten Alkoholkonsum.
  • www.Drugcom.de – niedrigschwelliges Internet-Projekt, das drogenaffine Jugendliche über den Freizeitsektor anspricht. Ziel ist es, die Kommunikation mit bereits drogenerfahrenen Jugendlichen zu fördern. Mit Hilfe internetgestützter, anonymer Informations- und Beratungsmöglichkeiten sollen jugendliche Drogenkonsument/-innen dazu angeregt werden, den eigenen Drogenkonsum kritisch zu reflektieren und ggf. zu modifizieren.
  • vortiv.gesundheit-gestalten.de - 2025 starteten das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) und der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) das Programm „VORTIV – Vor Ort Aktiv“. Das Angebot unterstützt Kommunen bei der Suchtprävention für Jugendliche und junge Erwachsene (12–27 Jahre). Zentral ist eine kostenlose Online-Schulung zum Netzwerkmanagement, die Fachkräfte beim Aufbau, der Koordination und der nachhaltigen Sicherung kommunaler Präventionsnetzwerke unterstützt. Ergänzt wird sie durch Beratung und digitale Sprechstunden.

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Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.