Gesundheit und Wohlbefinden

Allgemeiner Rahmen

Haupttrends in der Gesundheitssituation von Jugendlichen

Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen

In Deutschland können die Gesundheitssituation und Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen insgesamt als gut bis sehr gut bezeichnet werden. Das geht hervor aus Elternbefragungen und Untersuchungen von Kindern und Jugendlichen im Rahmen des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) des Robert Koch-Institutes. Junge Menschen selbst bewerten ihre Gesundheit ebenfalls überwiegend als gut oder sehr gut, doch HBSC-Daten (2024) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigen einen Rückgang dieser positiven Selbsteinschätzung, besonders bei älteren Jugendlichen und Mädchen. Insgesamt bleibt das Gesundheitsgefühl mehrheitlich positiv, wird jedoch zunehmend durch psychische und psychosomatische Belastungen beeinträchtigt. Auch sind die gesundheitlichen Chancen auf ein von Krankheit und Gesundheitsstörungen unbelastetes Leben ungleich verteilt. Erhöhte Gesundheitsrisiken haben vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Diese können durch den Lebensstil und die Lebensumstände der Familien begünstigt werden. So sind Kinder und Jugendliche aus diesen Familien beispielsweise überdurchschnittlich häufig von Verkehrsunfällen, verschiedenen Krankheiten, Übergewicht und psychischen Auffälligkeiten betroffen.
Repräsentative Studien zeigen auch, dass in Deutschland Übergewicht und Bewegungsmangel auf der einen, Essstörungen und Mangelernährung auf der anderen Seite und unzureichende Bewegung bedeutende Probleme darstellen. Daten weisen auf teils anhaltend erhöhte Prävalenzen von Übergewicht/Adipositas nach pandemiebedingten Anstiegen hin. Die Bewegungsstudie MoMo zeigt, dass nur ein kleiner Teil der Kinder und Jugendlichen die Empfehlung von mindestens 60 Minuten körperlicher Aktivität täglich erreicht. Damit wächst die Gefahr gesundheitlicher Beeinträchtigungen auch und gerade für junge Menschen.

Aktuelle Gesundheitserhebungen und Studien

Statistische Daten des Bundesamtes

Das Statistische Bundesamt erfasst regelmäßig Daten zum Thema Gesundheit in Deutschland. Folgende Erhebungen sind in Bezug auf Kinder und Jugendliche von Interesse: Unfälle bei Kindern und Jugendlichen. Im Zeitraum von 2010 bis 2025 ist bei Kindern und Jugendlichen ein Abwärtstrend der Verletzungen mit Todesfolge zu beobachten. Dennoch sind Unfallverletzungen eine der größten Gesundheitsgefahren für Kinder und Jugendliche in Deutschland und für Kinder ab einem Jahr die häufigste Todesursache. Das Statistische Bundesamt zeigt in seiner Statistik zu Todesursachen, dass über 60 % der tödlichen Unfälle von Kindern im häuslichen Umfeld oder in der Freizeit geschehen. Etwa 35 % geschehen im Straßenverkehr und unter 5 % an Orten wie Kita, Schule oder sind unbekannt.
 

HBSC-Studie Deutschland 

Die HBSC-Studie (Health Behaviour in School-aged Children) ist eine bundesweit repräsentative Schulgesundheitsstudie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die regelmäßig Daten zur Gesundheit, zum Gesundheitsverhalten, zur psychischen Gesundheit und zu den sozialen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland erhebt. Befragt werden Schülerinnen und Schüler im Alter von 11, 13 und 15 Jahren (Klassenstufen 5, 7 und 9). Die Studie wird alle vier Jahre nach internationalen WHO-Standards durchgeführt und ermöglicht Zeitvergleiche sowie internationale Vergleiche. Seit 2013/14 wird die Studie bundesweit in allen 16 Bundesländern umgesetzt und ist damit deutschlandweit repräsentativ. Die Ergebnisse dienen als wissenschaftliche Grundlage für Gesundheitsförderung, Prävention und politische Entscheidungen im Kindes- und Jugendalter und werden u. a. von Bund, Ländern, Schulen und Fachpraxis genutzt.

 

Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) und Panel „Gesundheit in Deutschland“

Das Robert Koch-Institut (RKI) führte seit 1998 das Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) durch. Die Basisstudie 2003–2006 wurde durch Längsschnittbefragungen (KiGGS Welle 1: 2009–2012; KiGGS Welle 2: 2014–2017) fortgesetzt. Dabei wurden Befragungen, Untersuchungen und Tests eingesetzt. Die Finanzierung erfolgte durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) – heute: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) – und das RKI; Teilstudien wurden zudem durch Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (MBLEH), das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUKN) und das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) getragen.
Mit der Studie „Kindergesundheit in Deutschland aktuell“ (KIDA) untersuchte das Robert Koch-Institut von Februar 2022 bis Juni 2023, wie sich die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren im Verlauf der COVID-19-Pandemie darstellten und entwickelten.Seit 2024 sammelt das Gesundheitspanel „Gesundheit in Deutschland“ fortlaufend die Gesundheitsdaten verschiedener Altersgruppen. Aktuell sind über 40.000 Personen (ab 16 Jahre) in diesem Panel registriert. Die Daten des Panels fließen laufend in die Gesundheitsberichterstattung ein.
Aufbauend auf Erkenntnisse aus Studien zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (u.a. KiGGS und KIDA), wird von 2025 bis 2027 vom RKI mit PINOKIJO ein abgestimmtes Rahmenkonzept für ein bundesweites Monitoring der Kinder- und Jugendgesundheit erarbeitet. Mit der Pilotstudie soll ein flächendeckendes Monitoring der Kinder- und Jugendgesundheit im Rahmen der Panel-Infrastruktur etabliert werden.
Ergebnisse sind auf den Seiten des Robert Koch-Instituts veröffentlicht.
 

Kinder- und Jugendberichte

Gemäß § 84 SGB VIII ist die Bundesregierung verpflichtet, dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat in jeder Legislaturperiode einen Kinder- und Jugendbericht vorzulegen und dazu Stellung zu nehmen. Mit der Ausarbeitung des Berichtes wird jeweils eine unabhängige Sachverständigenkommission beauftragt.

Der 15. Kinder und Jugendberichtes (KJB) von 2017 „Zwischen Freiräumen, Familie, Ganztagsschule und virtuellen Welten – Persönlichkeitsentwicklung und Bildungsanspruch im Jugendalter“ zeichnet ein Bild der Lebenslagen und des Handelns Jugendlicher und junger Erwachsener. Unter dem Leitmotiv „Jugend ermöglichen“ untersucht er die Rahmenbedingungen des Aufwachsens sowie Einflüsse von Digitalisierung, demografischer Entwicklung und Globalisierung und analysiert alterstypische Problemlagen. Auch die gesundheitliche Situation Jugendlicher wird beleuchtet.

Im Mittelpunkt des 16. KJB von 2020 steht die „Förderung demokratischer Bildung im Kindes- und Jugendalter". 

In einem Exkurs des 16. KJB werden die Auswirkungen der Corona-Pandemie für junge Menschen besprochen. Der Bericht analysiert ausführlich nicht nur die Herausforderungen, sondern auch die Lernanlässe, die sich für die politische Bildung aus der Pandemie ergeben. Die Sachverständigenkommission des Berichts sieht in der epidemiologischen Krise zahlreiche Chancen, über die Corona-Probleme und Herausforderungen zu debattieren, politische Bildungsangebote darauf auszurichten und die damit zusammenhängenden Bildungschancen gezielt nutzbar zu machen. 

Der 17. KJB von 2024 beschreibt die Gesundheit junger Menschen vor allem als zunehmend psychisch belastet, geprägt von schulischem Leistungsdruck, finanziellen Unsicherheiten, gesellschaftlichen Krisen und den Folgen der Corona-Pandemie. Viele Jugendliche erleben Stress, Überforderung und Zukunftsängste, während Unterstützungsangebote wie psychotherapeutische Versorgung und Jugendhilfe überlastet sind. Soziale Ungleichheit verstärkt gesundheitliche Risiken zusätzlich. Insgesamt zeigt der Bericht, dass die psychische Gesundheit zu einem der zentralen Problemfelder im Aufwachsen geworden ist und strukturelle Maßnahmen dringend erforderlich sind.

Schuluntersuchungen

Schüler:innen-Leistungsstudien liefern auch Gesundheitsdaten. PISA 2022 zeigt einen deutlichen Leistungseinbruch: Die 15-Jährigen in Deutschland erzielten in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften die niedrigsten Werte seit dem Jahr 2000. Etwa 30 % der Jugendlichen erreichten in Mathematik nicht einmal die Basiskompetenz (OECD-Durchschnitt 25 %), rund 25 % lagen unterhalb des Mindestniveaus im Lesen. 
Während der COVID-19-Schulschließungen haben sich die Lernbedingungen dramatisch verschlechtert. In Deutschland sank die tägliche Zeit für schulische Aktivitäten laut einer Ifo-Studie von durchschnittlich 7,4 Stunden auf nur noch etwa 3,6 Stunden, während die täglich passive Bildschirmzeit stark anstieg (auf rund 5,2 Stunden). Umfrageergebnisse aus OECD-Ländern zeigen zudem, dass Länder mit leistungsfähigen Schulsystemen weniger Unterrichtsausfall hatten.
 

Analyse der medizinischen Kinder- und Jugendversorgung

Versorgungsanalysen betonen bestehende Lücken in der Kinder- und Jugendmedizin. So dokumentiert der DAK-Kinder- und Jugendreport 2023 anhand von Abrechnungsdaten, dass bei Kindern und Jugendlichen Facharzt-Kontakte zuletzt tendenziell rückläufig waren. Beispielsweise sank der Anteil 12–17-Jähriger mit mindestens einem Facharztbesuch von 7,8 % (2019) auf 6,8 % (2022). Der Bericht, der knapp 800.000 DAK-versicherte Kinder auswertet, ermöglicht detaillierte Einblicke in Erkrankungs- und Versorgungsstrukturen. Die Ergebnisse geben wichtige Impulse, um die kinder- und jugendmedizinische Versorgung zielgenauer auszurichten.

Der Kindergesundheitsbericht 2025 der Stiftung Kindergesundheit analysiert umfassend die aktuelle Versorgungslage junger Menschen in Deutschland. Er plädiert für eine jugendgerechte, chancengleiche und partizipative Gesundheitsversorgung und hebt die Notwendigkeit hervor, psychische Versorgungsangebote nachhaltig auszubauen, verlässliche Strukturen für den Übergang in die Erwachsenenmedizin zu schaffen sowie Prävention, Gesundheitskompetenz und Mitbestimmung stärker zu verankern. Insgesamt versteht der Bericht die Gesundheit von Jugendlichen als zentralen Indikator für die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitssystems.
 

Ernährungsberichte

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) erstellt seit 50 Jahren alle vier Jahre im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) einen Ernährungsbericht als wichtigen Impulsgeber für die Ernährungs- und Gesundheitspolitik. Es sind Kurzfassungen der Ernährungsberichte verfügbar. 

Der 15. DGE-Ernährungsbericht wurde 2024 veröffentlicht. Er zeigt, dass in den letzten Jahren deutlich mehr Gemüse und weniger rotes Fleisch (insbesondere Schweinefleisch) konsumiert wurde. Er untersucht auch spezielle Themen wie das Ernährungsverhalten von armutsgefährdeten Haushalten mit Kindern sowie alternative Proteinquellen. Auch die alljährlichen BMLEH-Ernährungsreports liefern Befragungsdaten zum Essverhalten. Der Ernährungsreport 2023 ergab, dass inzwischen etwa 5 % der 14- bis 29-Jährigen sich vorwiegend vegan ernähren und weitere 16 % vegetarisch (deutlich höhere Raten als in älteren Generationen).

Der 16. DGE-Ernährungsbericht wird sich mit den sozialen Aspekten der Ernährung, Ursachen, Determinanten und Auswirkungen von Ernährungsarmut in Deutschland sowie politischen Handlungsoptionen beschäftigen.

Im Auftrag des BMLEH hat das Meinungsforschungsinstitut forsa rund 1.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 14 Jahren telefonisch zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten befragt – bereits zum zehnten Mal seit 2015. Die Ergebnisse wurden im BMLEH-Ernährungsreport 2025 veröffentlicht. Junge Menschen (14–29 Jahre) zeigen im Ernährungsreport ein eher pragmatisches und zugleich werteorientiertes Ernährungsverhalten. Ihnen ist eine einfache und schnelle Zubereitung von Mahlzeiten besonders wichtig, sie achten stärker auf den Preis als ältere Altersgruppen und messen dem Kaloriengehalt eine geringere Bedeutung bei. Gleichzeitig sind sie überdurchschnittlich offen für vegetarische und vegane Alternativen, nutzen Kennzeichnungen wie den Nutri-Score sehr häufig und befürworten politische Maßnahmen wie weniger Fleischkonsum aus Klima- und Tierschutzgründen.

Kinder- und Jugendsportbericht

Im Oktober 2020 veröffentlichte die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung den
Vierten Kinder- und Jugendsportbericht, der seit 2003 die aktuelle Situation im Kinder- und Jugendsport darlegt und Handlungsempfehlungen für Politik, Verbände, Vereine und Schulen gibt. Hierin wurden Schwerpunktthemen wie Kinder- und Jugendsport im Umbruch oder Bewegung und Sport von Kindern bis zu zwölf Jahren intensiv aufgearbeitet. Der Vierte Deutsche Kinder- und Jugendsportbericht befasst sich mit den Themen Leistung, Gesundheit und Gesellschaft. Darin werden aktuelle Fragestellungen beleuchtet, wie z. B. die positive Wirkung von Sport auf chronisch erkrankte Kinder oder das Konzept der Physical Literacy als ganzheitlichen Ansatz der kindlichen Bewegungsförderung, in dem neben Partizipation, motorischen Fähigkeiten auch Motivation und Selbstwirksamkeit zusammengefasst werden.

Drogenaffinitätsstudie

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) führt im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums die sogenannte Drogenaffinitätsstudie durch. Die Drogenaffinitätsstudie 2023 zeigt, dass der Substanzkonsum unter Jugendlichen (12–17 Jahre) insgesamt niedrig und überwiegend stabil oder rückläufig ist, insbesondere beim Rauchen und Alkoholkonsum. Gleichzeitig bleiben Rauschtrinken und der Konsum neuer Nikotinprodukte (z. B. Einweg-E-Zigaretten) relevante Themen. Bei jungen Erwachsenen (18–25 Jahre) liegt der Konsum von Alkohol, Tabak und insbesondere Cannabis deutlich höher; hier zeigt sich in den letzten Jahren ein Anstieg des Cannabiskonsums, vor allem bei jungen Männern. Zudem nimmt die private Internetnutzung in beiden Altersgruppen weiter zu, ebenso das Auftreten internetbezogener Probleme, wobei Jugendliche und junge Frauen besonders betroffen sind. Insgesamt zeichnet die Studie ein Bild, in dem klassischer Substanzkonsum bei Jugendlichen sinkt, während sich Risikoverlagerungen hin zu jungen Erwachsenen, Cannabis und digitalen Verhaltensweisen zeigen.
Die  Drogenaffinitätsstudie 2025 widmete sich dem Schwerpunktthema Cannabis. Bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren ist der Cannabiskonsum in den letzten zehn Jahren nicht angestiegen, sondern eher leicht rückläufig. Anders bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren: Hier hat der Cannabiskonsum deutlich zugenommen, insbesondere bei jungen Männern. Gleichzeitig zeigt sich, dass ein relevanter Anteil der konsumierenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein problematisches Konsumverhalten aufweist. 
 

Evaluation des Nationalen Aktionsplans IN FORM 

Der Nationale Aktionsplan IN FORM (seit 2008) zur Förderung gesunder Ernährung und Bewegung in Deutschland wurde 2017–2019 umfassend evaluiert (u.a. durch Universität Bielefeld und Deutsche Sporthochschule Köln). Der Abschlussbericht erschien 2019. Er bestätigt, dass IN FORM wichtige Anstöße für Bewegungsförderung in Prävention, Rehabilitation und Therapie gab und vergleicht den Stand der Verankerung von Bewegung in verschiedenen Bereichen der Gesundheitsvorsorge. Die Ergebnisse und Empfehlungen der Evaluation sind auf der IN FORM-Webseite dokumentiert.

Weitere repräsentative Untersuchungen

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) führt seit den 1970er-Jahren regelmäßig repräsentative Untersuchungen zu den Themen Schule und Gesundheit, Impfen und Hygiene, gesundheitliche Chancengleichheit und Alkohol-, Tabak- sowie Drogenkonsum durch. Darüber hinaus hat sie zu den Themen Sexualaufklärung und AIDS präventionsrelevante Datengrundlagen geschaffen.

Wichtige Konzepte

Gesundheitliche Chancengleichheit

Initiativen zur Förderung der Jugendgesundheit

Die Ergebnisse der Kinder- und Jugendgesundheitsumfrage (KiGGS-Studie) und des Panels „Gesundheit in Deutschland“ (Robert Koch-Institut) sind Ausgangspunkte für Initiativen des Bundesgesundheitsministeriums zur Förderung der Kinder- und Jugendgesundheit und zur Verbesserung der medizinischen Versorgung. Sie sind beispielsweise eine wichtige Grundlage bei der neuen Ausgestaltung der gesetzlichen Regelungen zum Kinderuntersuchungsprogramm
(Präventionsgesetz) gewesen.

Die Gesundheit zu fördern und zu erhalten und die medizinische Versorgung weiter zu verbessern, ist auch ein zentrales Anliegen medizinischer und gesundheitswissenschaftlicher Forschung der Bundesregierung. Auch das Bundesgesundheitsministerium fördert in einem besonderen Förderschwerpunkt Projekte mit dem Ziel, die gesundheitliche Versorgung und die Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen weiter zu verbessern. Darüber hinaus gibt es weitere spezielle Förderschwerpunkte beispielsweise zur Verbesserung der Suchtprävention.

Aktuell werden beim Bundesministerium für Gesundheit im Schwerpunkt „Förderung der Kindergesundheit“ insbesondere Projekte zu folgenden Themen gefördert:

  • Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen
  • Verbesserung des Kinderschutzes in der Medizin und
  • Prävention von Übergewicht und Adipositas bei Kindern

Im Rahmen der Jugendstrategie der Bundesregierung werden Maßnahmen im Handlungsfeld „Gesundheit“ durchgeführt. Eine dieser Maßnahmen beinhaltet einen Fachdialog zur Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung bei Heranwachsenden. Dieser Dialog wird zwischen dem Bundesministerium für Gesundheit sowie den Bundesministerien für Arbeit und Soziales, für Bildung und Forschung, für Ernährung und Landwirtschaft sowie für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geführt. Der Austausch dient der alters-, zielgruppen- und themenübergreifenden Zusammenarbeit von Akteuren aus Wissenschaft, Praxis und Politik, die sich gemeinsam für die Gesundheit von jungen Menschen einsetzen. Ein wichtiger Meilenstein der Vernetzung ist der
“Wegeweiser zum gemeinsamen Verständnis von Gesundheitsförderung und Prävention bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland”, der von den beteiligten Organisationen und Vertretenden der beteiligten Gremien gemeinsam verabschiedet wurde. Der Wegeweiser formuliert die inhaltlichen Eckpunkte und benennt Aufgaben des Fachdialogs im Rahmen des Prozesses.

Aktiver Kinderschutz und verlässliche Netzwerke

Im Sinne eines Wächteramtes hat der Staat Sorge zu tragen, dass Eltern ihre Verantwortung für Gesundheit und Wohlergehen ihrer Kinder wahrnehmen. Länder und Kommunen sind in erster Linie für die Sicherstellung des Kindeswohls und den Kinderschutz zuständig. Im Kampf gegen Kindesvernachlässigung und -misshandlung sind aufsuchende Dienste der Kinder- und Jugendhilfe und des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und die gezielte Förderung von Familien in belasteten Lebenslagen ein wesentliches Instrument.

Das Kinder- und Jugendhilfegesetz (Sozialgesetzbuch VIII) hält einen Schutzauftrag insbesondere des Jugendamtes und der örtlichen Träger bei Kindeswohlgefährdung fest. Jugendhilfe soll zur Verwirklichung des Rechts auf Erziehung und Elternverantwortung insbesondere

  • junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen,
  • Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Erziehung beraten und unterstützen,
  • Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl schützen,
  • dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen.

Das Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) regelt den präventiven und aktiven Kinderschutz in Deutschland. Kernstück ist das Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG). Insbesondere die Vernetzung der Angebote aus dem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe mit dem Gesundheitswesen, aber auch Angebote zur materiellen Grundsicherung sind dabei von zentraler Bedeutung.

Es bleibt den Ländern und Kommunen überlassen, wie sie auf Eltern zugehen, um sie über Unterstützungsangebote vor Ort zu informieren und zu beraten. Dies können beispielsweise die Gesundheitsämter oder Jugendämter übernehmen. 

Die 2019 von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) veröffentlichte Kinderschutzleitlinie ist die erste evidenzbasierte Leitlinie, die von einer Reihe einschlägiger Fachkräfte in Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Organisationen entwickelt wurde.

Gesundheitsziele

Es existiert ein Kooperationsverbund zur Weiterentwicklung des
nationalen Gesundheitszieleprozesses, in dem sich seit über 20 Jahren mehr als 120 Organisationen des deutschen Gesundheitswesens engagieren. Beteiligt sind Verantwortliche aus Politik in Bund, Ländern und Kommunen, Selbstverwaltungsorganisationen, Fachverbänden, Patienten- und Selbsthilfeorganisationen und Wissenschaft.

Erklärte Ziele sind:

  • Erhöhung der Lebenskompetenz von Kindern und Jugendlichen
  • Reduktion von Belastungen/belastenden Einflüssen für Kinder, Jugendliche und Familien
  • Förderung der Bewegung von Kindern und Jugendlichen
  • Reduktion der Fehlernährung, Förderung der gesunden Ernährung in Familien
  • Optimierung der Rahmenbedingen und Strukturen für Gesundheitsförderung in KiTa, Schule, Familie / Umfeld.

Empfohlene Maßnahmen:

  • Sensibilisierung der Akteure der Kinder- und Jugendhilfe mit dem Ziel, Gesundheitsförderung als fachlichen Standard in der Kinder- und Jugendhilfe zu etablieren
  • Verbot von Lebensmittelwerbung, die sich an Kinder richtet sowie Platzierung in und um Kindersendungen
  • Das Thema Lebenskompetenz wird in der Erzieher:innen- sowie Lehrkräfteausbildung fächerübergreifend verankert und zeitgemäß und qualitätsgesichert weiterentwickelt
  • KiTas führen Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung durch
  • KiTas stellen den Kindern täglich mindestens zwei kostenlose Mahlzeiten zur Verfügung
  • Förderung der Bewegungsfreude von Kindern und Jugendlichen innerhalb des Sportunterrichts
  • Praktische und theoretische Ernährungsbildung sind Bestandteil bestehender Schulfächer
  • Getränkeautomaten werden abgebaut und Trinkwasserspender aufgestellt

Entwicklung von Setting- und themenspezifischen Qualitätssicherungsinstrumenten.

Gesundheitliche Chancengleichheit

Ein wichtiges Thema, dass die gesundheitspolitische Diskussion in Deutschland prägt, ist die Forderung nach gesundheitlicher Chancengleichheit, vor allem für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche. Studien belegen einen Einfluss der sozialen Stellung auf die Chancen gesund aufzuwachsen: Je niedriger der soziale Status, desto höher ist das Risiko für schlechtere Gesundheitschancen. In Deutschland sind die Chancen auf ein gesundes Aufwachsen ungleich verteilt, so zeigt es auch das Robert-Koch-Institut (RKI) in der KiGGS Welle 2 2018. Während die meisten Kinder und Jugendlichen gesund aufwachsen, haben 15 bis 20 Prozent deutlich schlechtere Gesundheitschancen. Sie leben unter schwierigeren sozialen Bedingungen, sind stärkeren gesundheitlichen Risikofaktoren ausgesetzt und verfügen über geringere Bewältigungsressourcen.

Eine sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen ist für alle europäischen Länder dokumentiert. Aus diesem Grund koordiniert das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zusammen mit nationalen und internationalen Kooperationspartnern zwei Projekte
(Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit und Health Inequalities), deren Ziel es jeweils ist, Maßnahmen und Strategien zum Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten anzuregen, Expertise hierüber auszutauschen und Beispiele guter Praxis zu identifizieren und weiter zu verbreiten. Dem bundesweiten Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit gehören 75 Organisationen an. Eines der Handlungsfelder beschäftigt sich mit der Stärkung von jungen Menschen in belasteten Lebenslagen und gibt Empfehlungen. Empfohlen wird eine frühe, kontinuierliche und vernetzte Gesundheitsförderung in Familie, Bildungseinrichtungen und Kommunen, um soziale Gesundheitsungleichheiten bei Kindern und Jugendlichen zu verringern. Kommunen sollen Präventionsketten stärken und Übergänge absichern; Gesundheitsförderung gilt dabei als fester Qualitätsstandard von Einrichtungen und Fachpraxis.

Infolge des 2015 in Kraft getretenen Präventionsgesetzes wurden die vom Kooperationsverbund ins Leben gerufenen Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit auf Landesebene bundesweit ausgebaut. Ihr Auftrag ist es, den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren auf Landes- und kommunaler Ebene anzuregen, Good Practice-Projekte zu identifizieren und zu verbreiten und damit die Qualitätsentwicklung zu fördern. Sie begleiten und beraten Kommunen im Rahmen des Partnerprozesses „Gesundheit für alle“.

Mit Hilfe der Erfahrungen aus Good Practice-Projekten hat der Kooperationsverbund allgemeine, aber auch auf die jeweiligen Lebensphasen und Übergänge abgestimmte Handlungsempfehlungen und Umsetzungsstrategien zur Verbesserung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in schwieriger sozialer Lage gebündelt. Die vom Arbeitskreis des Kooperationsverbundes entwickelten Good Practice-Kriterien dienen dabei als Qualitätswegweiser, um Angebote auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abzustimmen. Die Handlungsempfehlungen werden im Rahmen des kommunalen Partnerprozesses “Gesundheit für alle” umgesetzt.

Partizipation

Mitte der 2000er-Jahre kam es zur Festlegung von Kriterien und Verfahren für Qualitätsentwicklung und -sicherung in der Gesundheitsförderung als Antwort auf die Forderung der Praxis und der Geldgeberseite, wirksame Konzepte besser identifizieren und fördern zu können. Der Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit hat Partizipation als eines der Good-Practice-Kriterien aufgestellt. Auf den Seiten des Kooperationsverbundes werden Gute Praxis Projekte aufgeführt, die Partizipation von Kindern und Jugendlichen im Rahmen von Gesundheitsförderung umsetzen.

Kinder und Jugendliche in der Corona-Pandemie

Über die gesundheitlichen Risiken hinaus, die COVID-19 mit sich brachte, wirkten sich die Maßnahmen und Konsequenzen der Corona-Krise auf mehreren Ebenen auf junge Menschen aus: sowohl zwischenmenschlich als auch individuell. Neben den Einschränkungen im sozialen (Er-)Leben von Kindern und Jugendlichen, hatte die Pandemie auch psychische und physische Folgen. Studien zeigen, dass sozial benachteiligte Kinder die Belastungen durch die Pandemie besonders stark erlebten.

Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ hat unter anderem mit seinen Studien JuCo (Erfahrungen und Perspektiven von jungen Menschen während der Corona-Maßnahmen) und KiCo (Erfahrungen und Perspektiven von Eltern und ihren Kindern während der Corona-Maßnahmen) deutlich gemacht: die Coronakrise hatte erhebliche Auswirkungen auf junge Menschen und ihre Familien. Kinder und Jugendliche waren in der COVID-19-Pandemie u. a. von Bewegungsmangel, Vereinsamung und Zukunftsängsten betroffen.

Eine Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerks von 2022 zeigt, dass das Draußensein für Kinder und Jugendliche seit der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen hat, auch wenn sie ihm insgesamt weniger Wichtigkeit beimessen als Erwachsene. Viele Kinder und Jugendliche berichten jedoch auch heute noch von Einschränkungen beim Aufenthalt im Freien, insbesondere durch Zeitmangel, fehlende wohnortnahe Spiel- und Aufenthaltsorte sowie mangelnde soziale Kontakte. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung gut erreichbarer Frei- und Naturflächen sowie von in den Schulalltag integrierten Bewegungs- und Aufenthaltsangeboten für die Gesundheit, das Wohlbefinden und die soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Im Hinblick auf die psychischen Auswirkungen der Coronapandemie auf junge Menschen zeigt die COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE, 2025): die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen liegt weiterhin unter dem Vorkrisenniveau. Rund ein Fünftel berichtet von eingeschränkter Lebensqualität und psychischen Belastungen, besonders betroffen sind Mädchen und junge Frauen ab 14 Jahren. Zunehmende Zukunftsängste – etwa durch Kriege, gesellschaftliche Spaltung, Migration und Klimakrise – wirken sich deutlich belastend aus. Gleichzeitig verfügen viele Kinder und Jugendliche über starke Bewältigungsstrategien und mentale Ressourcen, die durch gezielte Förderung, insbesondere in Schule und sozialem Umfeld, weiter gestärkt werden sollten. 

Der DAK-Präventionsradar 2025 zeigt, dass die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland weiterhin hoch ist, trotz einer leichten Erholung nach der Corona-Pandemie. Besonders betroffen sind Mädchen, ältere Jugendliche und sozial benachteiligte Gruppen. Viele berichten über Erschöpfung, Schlafprobleme, Einsamkeit und depressive Symptome. Gleichzeitig verfügt die große Mehrheit nur über eine niedrige bis moderate Gesundheitskompetenz, was mit schlechterem Wohlbefinden und häufigerem Auftreten psychischer Beschwerden einhergeht. Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Bedarf an frühzeitiger, schulbasierter Förderung der Gesundheitskompetenz, um psychische Gesundheit zu stärken und soziale Ungleichheiten abzubauen.

Die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2024 zeigen, dass Gewalt gegenüber Kindern gestiegen ist. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 94.873 Personen als Opfer innerfamiliärer Gewalt polizeilich erfasst. 36,7 % davon waren Kinder. Außerdem ist eine Zunahme von Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung von sexuellen Missbrauchsabbildungen, sogenannter Kinderpornografie zu beobachten. Auch unter Jugendlichen nimmt Gewalt im digitalen Raum zu. Eine Studie der Techniker Krankenkasse (2022) macht deutlich: es kommt vermehrt zu Cybermobbing und die Zahl der Betroffenen ist seit der Pandemie unverändert hoch. 

Forschung über das Leben junger Menschen in und nach der Corona-Pandemie

Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ führte die Studien JuCo (Erfahrungen und Perspektiven von jungen Menschen während der Corona-Maßnahmen) und KiCo (Erfahrungen und Perspektiven von Eltern und ihren Kindern während der Corona-Maßnahmen) durch. Er setzt sich zusammen aus dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Stiftung Universität Hildesheim und dem Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung an der Universität Frankfurt in Kooperation mit der Universität Bielefeld.

Kindergesundheit in Deutschland aktuell“ (KIDA)

Mit der Studie „Kindergesundheit in Deutschland aktuell“ (KIDA) untersuchte das Robert Koch-Institut von Februar 2022 bis Juni 2023, wie sich die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren im Verlauf der COVID-19-Pandemie darstellten und entwickelten.

Jugendforscher zeigen in der 19. Shell Jugendstudie wie junge Menschen Corona heute einschätzen. Die Corona-Pandemie wird von vielen Jugendlichen als abgeschlossen erlebt, hat jedoch dauerhafte Effekte hinterlassen. Ein Teil berichtet von mehr Online-Kommunikation, verlorenen sozialen Kontakten, Einsamkeit (besonders junge Frauen) sowie Beeinträchtigungen in Bildungs- und Berufsplänen. Gleichzeitig wird Corona rückblickend auch als Lernerfahrung gesehen, etwa durch den Digitalisierungsschub und den gesellschaftlichen Umgang mit Krisen.

Seit dem Jahr 2017 führt die TUI Stiftung die Studie „Junges Europa“ durch, um die Lebenswelt, Identität und politischen Einstellungen junger Menschen in Europa besser verstehen zu können. Die TUI-Jugendstudie 2025 zeigt, dass die COVID-19-Pandemie von jungen Menschen heute überwiegend als abgeschlossene, aber prägende Krise wahrgenommen wird. Corona wird im Rückblick in eine Reihe weiterer gesellschaftlicher Krisen eingeordnet und hat insbesondere das Krisenbewusstsein sowie die kritische Haltung gegenüber politischem Handeln beeinflusst. Auch wenn die unmittelbare Bedeutung der Pandemie abgenommen hat, wirkt sie als Referenzpunkt für Erfahrungen von Unsicherheit und politischer Steuerung weiterhin nach.

Das Deutsche Jugendinstituts (DJI) bietet mit seinem Survey „Aufwachsen in Deutschland: AIltagswelten“ (AID:A) umfangreiche Informationen über die Lebenslagen und Erfahrungen von Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und ihren Eltern, aktuell auch während und nach der Pandemie. Mit bundesweiten, repräsentativ angelegten Befragungen informiert diese Panel-Erhebung über Veränderungen der Lebensformen und Lebenslagen und stellt hierbei breite Facetten des Wohlergehens junger Menschen und ihrer Familien in unterschiedlichen Alltagskontexten in den Vordergrund. Insgesamt zeigen die Befunde, dass die Pandemie langfristige Risiken für die psychische Gesundheit junger Menschen mit sich brachte und gezielte Präventions- und Unterstützungsangebote notwendig sind.

Link zu Ergebnissen und Analysen aus der DJI-Forschung

Maßnahmen für Kinder und Jugendliche in und nach der Corona-Pandemie

Die Interministerielle Arbeitsgruppe (IMA) „Gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche durch Corona“ bilanziert in ihrem Abschlussbericht (2023), dass Bund, Länder und Kommunen zahlreiche Maßnahmen zur Abmilderung der pandemiebedingten Folgen für junge Menschen auf den Weg gebracht haben. Zentrale Instrumente waren u. a. das Bundesprogramm „Aufholen nach Corona“, der Ausbau und die Stärkung der Schulen und Ganztagsangebote, Maßnahmen zur Förderung von Bewegung, Gesundheit und sozialer Teilhabe sowie neue Angebote zur Stärkung der psychischen Gesundheit, etwa durch schulische Unterstützungsprogramme und Beratungsangebote.

Aktuell arbeitet die Bundesregierung an einer nationalen Strategie „Mentale Gesundheit für junge Menschen“, die 2026 veröffentlicht werden soll und in die die Lehren aus der Pandemie direkt einfließen sollen.

Ein Beispiel dafür, wie aus den Pandemie-Erfahrungen neue Versorgungsangebote entstanden sind, ist das Projekt PEDNET-LC. Dabei handelt es sich um ein deutschlandweites Netzwerk von 65 Kliniken und Forschungsinstituten, das 2025 ins Leben gerufen wurde. Ziel von PEDNET-LC ist es, die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche mit Long COVID oder ähnlichen postinfektiösen Syndromen zu verbessern und den Betroffenen eine wirksame Unterstützung zu bieten. Im Mittelpunkt des Projekts stehen 20 spezialisierte Versorgungszentren, welche eine flächendeckende regionale Betreuung sicherstellen sollen. In diesen interdisziplinären Ambulanzen werden junge Long-COVID-Patient:innen wohnortnah untersucht und versorgt. Die dabei erhobenen Routinedaten – etwa zu Symptomen, Therapieverläufen und Erfolgen – werden systematisch erfasst und ausgewertet, um die Versorgung kontinuierlich zu optimieren; die gewonnenen Erkenntnisse werden der Fachwelt und Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Neben COVID-19-Spätfolgen berücksichtigt das Netzwerk auch ähnliche Krankheitsbilder nach anderen Infektionen (z. B. Epstein-Barr-Virus) oder Impfungen, ebenso wie das Chronische Fatigue-Syndrom, von dem Jugendliche betroffen sein können.

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Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.