Kindernothilfe
Traumata geflüchteter Kinder frühzeitig erkennen
Die Zahl der Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen, steigt täglich. 3,6 Millionen Geflüchtete sind es aktuell, davon 1,5 Millionen Kinder. Sie haben Unvorstellbares durchgemacht und sind teilweise schwer traumatisiert. Um die Traumata schnellst möglich erkennen und aufarbeiten zu können, bietet die Kindernothilfe nun Schulungen zum Thema „Traumata bei geflüchteten Kindern und Jugendlichen“ an.
31.03.2022
Viele Geflüchtete kommen in Deutschland in Erstaufnahmeeinrichtungen oder bei Privatpersonen unter. Häufig werden sie von freiwilligen Helfer(inne)n betreut, die sich mit viel Menschlichkeit und Hingabe um sie kümmern, aber meist nicht für die Betreuung traumatisierter Personen ausgebildet sind. Die Kindernothilfe hat für Menschen, die aktuell mit ankommenden geflüchteten Kindern und Jugendlichen arbeiten oder sie (ehrenamtlich) betreuen, ein Seminar konzeptioniert, das Grundwissen über Traumatisierungen und posttraumatische Belastungsstörungen vermittelt.
„Wir haben sehr erfahrene Trainer/-innen, die schon seit Jahren Organisationen im In- und Ausland in diesem Bereich schulen“, sagt Jörg Lichtenberg, Kinderschutzbeauftragter der Kindernothilfe. „Die hier vermittelten Grundlagen haben sofort einen enormen positiven Effekt auf die Arbeit mit traumatisierten Menschen.“
Bestandteile der Schulung sind zum Beispiel die Erkennung von Symptomen eines Traumas und die Gestaltung eines sensiblen und wertschätzenden Umgangs mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen, um ihnen und ihren Eltern unterstützend beizustehen – ohne dabei die eigene Selbstfürsorge aus den Augen zu verlieren.
Schulungen im Bereich Kinderschutz
Die Kindernothilfe schult schon seit 2011 internationale Organisationen im Bereich Kinderschutz. Seit 2015, nach dem Beginn des Krieges in Syrien und der daraus resultierenden Flüchtlingsbewegung, bietet die Kindernothilfe in diesem Bereich vermehrt Schulungen in Deutschland an.
Aktuelle Termine und die Anmeldung zu den Schulungen: Traumata bei geflüchteten Menschen werden auf der Seite des Kinderschutzbundes veröffentlicht.
Die Seminare werden durch Fördergelder subventioniert und können zu einem reduzierten Seminarbeitrag in Höhe von 35 Euro p. P. gebucht werden.
Die Kindernothilfe
Als eine der größten christlichen Kinderrechtsorganisationen in Europa unterstützt die Kindernothilfe seit mehr als 60 Jahren benachteiligte Mädchen und Jungen auf ihrem Weg in ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben. Für den seriösen Umgang mit Spendengeldern erhält die Kindernothilfe seit 1992 jährlich das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) und ist Mitglied im Bündnis Entwicklung Hilft.
Quelle: Kindernothilfe vom 28.03.2022
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