Trauerarbeit in Bremen

Trauerland-Pop-Up: Treffpunkt und Anlaufstelle für Jugendliche

Mit einem Pop-Up in der Stadtmitte geht der gemeinnützige Bremer Verein Trauerland – Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche e. V. in diesem Winter neue Wege, um Jugendlichen, die um einen geliebten Menschen trauern, eine niederschwellige Anlaufstelle zu bieten. Betroffene können kostenfrei und unverbindlich vorbeischauen, sich informieren, austauschen oder einfach nur einen Moment verweilen.

19.11.2025

Der Trauerland-Pop-Up liegt gut sichtbar und leicht erreichbar im Zentrum Bremens. In einenkleinen Laden, in dem während der Sommermonate Eis verkauft wird, ist hier für die Dauervon fünf Monaten der gemeinnützige Verein Trauerland mit einem speziellen Angebot für Jugendlicheeingezogen. Der Trauerland-Pop-Up soll trauernden Jugendlichen den Zugang zu Unterstützungsangeboten erleichtern, indem sie im Pop-Up unverbindlich vorbeischauen können.

Veränderter Unterstützungsbedarf bei trauernden Jugendlichen

„Die letzten Jahre waren insbesondere für Jugendliche mit vielen zusätzlichen Belastungen verbunden. [...] Wir beobachten seit einiger Zeit, dass sich weniger Jugendliche verbindlich auf längerfristige Gruppenangebote einlassen möchten. Viele fragen zunächst nach einem Termin für eine Einzelberatung“,

 sagt Antje Wicke, pädagogische Leiterin von Trauerland.

Der Pop-Up-Store mitten im Bremer Zentrum soll daher Jugendlichen ermöglichen, sich dem Thema Trauer ungezwungen anzunähern. Dabei kann es sich um ihre eigene Trauer handeln oder um die von Freunde*innen oder Angehörigen, mit der sie sich konfrontiert sehen und Gesprächsbedarf haben.

Niederschwellige Annäherung an die Themen Tod und Trauer

Das Konzept sieht vor, dass die Jugendlichen entscheiden, wie sie ihre Zeit im Pop-Up nutzen. Das Beratungsteam von Trauerland hält vor Ort verschiedene Angebote bereit. Unter anderem können Jugendliche im Trauerland-Pop-Up:

  • Fragen zu Tod und Trauer stellen, von sich und ihren Verlusterfahrungen erzählen
    oder Gleichaltrige treffen, die ähnliches erlebt haben
  • kreative Angebote ausprobieren, die dabei helfen können, die eigenen Kraftquellen zu
    entdecken, Gefühle zu sortieren oder die Erinnerung an die verstorbene Person zu bewahren
  • Podcasts zum Thema Trauer hören oder in Büchern blättern, die sich mit Tod und Abschied
    beschäftigen
  • sich über die Gruppen- und Beratungsangebote des Vereins informieren
  • einfach eine kleine Auszeit in entspannter Atmosphäre nehmen

Hintergrund und Rahmenbedingungen

Das größtenteils spendenfinanzierte Hilfsangebot Trauerlands umfasst neben den fortlaufen-den Kindertrauergruppen, dem Beratungstelefon und Einzelberatungen auch altersspezifische Gruppenangebote für Jugendliche und junge Erwachsene. Bei dem Trauerland-Pop-Up handelt es sich um ein Pilotprojekt, dessen Ergebnisse in die laufende Arbeit des Vereins mit einfließen sollen. Ermöglicht wird das temporäre Angebot durch eine Projektförderung der Helmut und Ruth Märtens Stiftung.

Der Trauerland-Pop-Up befindet sich im Bremer Viertel und ist für die Dauer von fünf Monaten während der dunklen Jahreszeit geöffnet. Der Besuch ist kostenfrei und unverbindlich.

Ort: Ostertorsteinweg 16, 28203 Bremen
Zeitraum und Öffnungszeiten: von Dienstag, den 28.10.2025 bis 14.03.2026
Immer dienstags bis freitags in der Zeit von 14-19 Uhr und samstags von 12-17 Uhr

Weitere Informationen zum Trauerland-Pop-Up unter: www.trauer-land.org/pop-up

Über Trauerland

Seit 25 Jahren begleitet Trauerland e.V. junge Menschen und ihre Familien aus der gesamten Nordwestregion, bei denen ein nahestehender Mensch gestorben ist. Zum präventiven Hilfsangebot gehören Trauergruppen und Beratungsangebote für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und ihre Angehörigen. 1999 von der Sozialpädagogin Beate Alefeld-Gerges in Bremen gegründet, begann der Verein mit einer Mitarbeiterin und fünf Kindern, heute bietet das Beratungszentrum 13 altersspezifische Trauergruppen mit 150 Plätzen sowie Einzelberatungen und ein regelmäßig erreichbares Hilfetelefon. Ziel ist es, die negativen Folgen unverarbeiteter Trauer bei Kindern und Jugendlichen entgegenzuwirken und ihnen eine altersgerechte Entwicklung zu ermöglichen. Alle Angebote sind für die Betroffenen kostenfrei. Die Arbeit des Vereins ist größtenteils spendenfinanziert. Unter dem Namen trauerland bildung gibt der Verein in seinem Fortbildungsbereich die Erfahrungsexpertise aus über zwei Jahrzehnten Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen an Fachkräfte weiter.

www.trauerland.org

Quelle: Trauerland e.V. vom 12.11.2025

Redaktion: Sofia Sandmann