EU-Kommission

Süchtig machendes Design von TikTok verstößt gegen den DSA

Die Europäische Kommission hat vorläufig festgestellt, dass TikTok aufgrund seines süchtig machenden Designs gegen das Gesetz über digitale Dienste (DSA) verstößt. Dazu gehören Funktionen wie unendliches Scrollen, automatische Wiedergabe, Push-Benachrichtigungen und das stark personalisierte Empfehlungssystem.

13.02.2026

Exekutiv-Vizepräsidentin Henna Virkkunen sagte:

“Soziale Medien können sich negativ auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auswirken. Der Digital Services Act macht Plattformen für die Auswirkungen verantwortlich, die sie auf ihre Nutzerinnen und Nutzer haben können. In Europa setzen wir unsere Gesetze durch, um unsere Kinder und Bürger im Internet zu schützen.“

Risikobewertung

Die Untersuchung der Kommission deutet vorläufig darauf hin, dass TikTok nicht angemessen bewertet hat, inwiefern diese süchtig machenden Funktionen das körperliche und geistige Wohlbefinden seiner Nutzer*innen beeinträchtigen könnten.

Darüber hinaus hat TikTok in seiner Bewertung wichtige Indikatoren für die zwanghafte Nutzung der App außer Acht gelassen, wie z. B. die Zeit, die Minderjährige nachts mit TikTok verbringen und die Häufigkeit, mit der Nutzer die App öffnen.

Risikominderungsmaßnahmen

TikTok scheint keine angemessenen, verhältnismäßigen und wirksamen Maßnahmen zu ergreifen, um die Risiken zu mindern, die sich aus seinem süchtig machenden Design ergeben.

TikTok muss das grundlegende Design seines Dienstes ändern

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die Kommission der Ansicht, dass TikTok das grundlegende Design seines Dienstes ändern muss, etwa durch die Deaktivierung wichtiger süchtig machender Funktionen. Diese vorläufigen Ergebnisse greifen dem Ergebnis der Untersuchung nicht vor.

Die vorläufigen Ansichten der Kommission basieren auf einer eingehenden Untersuchung, die eine Analyse der Risikobewertungsberichte, internen Daten und Dokumente von TikTok sowie der Antworten von TikTok auf mehrere Auskunftsersuchen, eine Überprüfung der umfangreichen wissenschaftlichen Forschung zu diesem Thema und Interviews mit Expert*innen aus verschiedenen Bereichen, darunter Verhaltenssüchte, umfasste.

Nächste Schritte

TikTok hat nun die Möglichkeit, sein Recht auf Verteidigung auszuüben. Es kann die Unterlagen in den Untersuchungsunterlagen der EU-Kommission einsehen und schriftlich zu den vorläufigen Feststellungen der Kommission Stellung nehmen.

Quelle: Europäische Kommission vom 11.02.2026

Redaktion: Sofia Sandmann