Code, Games und KI
Studie zeigt, wie das MINT-Zentrum Hirschaid Jugendliche fit für die Zukunft macht
Was bewegt Jugendliche dazu, sich in ihrer Freizeit mit modernen Technologien zu beschäftigen? Das Verbundprojekt MINT-LinK liefert mit seinem ersten Ergebnisbericht nun Antworten darauf aus dem MINT-Zentrum Hirschaid. In einer Kooperation zwischen dem Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) und der Otto-Friedrich-Universität Bamberg zeigt die wissenschaftliche Begleitung, wer die Angebote des MINT-Zentrums nutzt.
02.06.2026
Das Besondere im MINT-Zentrum ist das international erprobte „TUMO-Programm“: Hier gibt es keine Noten und keinen festen Lehrplan. Die Jugendlichen entscheiden selbst, welche Themen sie bearbeiten wollen – z.B. Spieleentwicklung, Robotik oder Grafikdesign.
Der Bericht bescheinigt dem MINT-Zentrum Hirschaid günstige Bedingungen für Motivation und Lernen: Die Teilnehmenden berichten von einem ausgeprägten Autonomie- und Kompetenzerleben sowie einem starken Gefühl der sozialen Eingebundenheit. Besonders deutlich wird, dass die Teilnahme vor allem durch inhaltliches Interesse an modernen Technologien und dem Wunsch, eigene digitale Fähigkeiten zu erweitern, getrieben wird – soziale Faktoren wie das Umfeld spielen im Vergleich eine untergeordnete Rolle. Vor allem die Bereiche Spieleentwicklung und Programmieren stehen bei den Teilnehmenden hoch im Kurs.
Herausforderungen: Geschlechtergerechtigkeit und Erreichbarkeit
Trotz der positiven Resonanz zeigt die Studie auch erste Handlungsfelder auf. So sind Mädchen im MINT-Zentrum mit einem Anteil von rund 23% aktuell noch deutlich unterrepräsentiert. Aus der Forschung ist bekannt, dass unter anderem die Begegnung mit Expertinnen dabei hilft, dass Mädchen sich stärker mit MINT-Themen identifizieren und Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten gewinnen. Der Bericht empfiehlt deshalb, weibliche Rollenvorbilder stärker sichtbar zu machen, um mehr junge Frauen und Mädchen gezielt für Technikthemen zu gewinnen.
Ein weiteres zentrales Thema im ländlichen Raum ist die Mobilität. Während über ein Drittel der Jugendlichen den ÖPNV nutzt, wird die Mehrheit noch mit dem Auto zum Zentrum gebracht. Das unterstreicht, wie wichtig eine gute Verkehrsanbindung für den Zugang zu außerschulischen Bildungsangeboten ist.
Wissenschaftliche Basis für die MINT-Bildung von morgen
Das vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) geförderte Projekt wird weitere Erhebungen durchführen, um die langfristigen Erfolgsfaktoren non-formaler Lernkonzepte zu untersuchen. Ziel ist es, auf Basis dieser Daten konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln, die nicht nur dem MINT-Zentrum in Hirschaid, sondern der gesamten MINT-Bildungslandschaft zugutekommen.
Quelle: Leibniz-Institut für Bildungsverläufe vom 18.05.2026
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