Kindheitsforschung

Schutz von Frauen vor Gewalt sichert Kindeswohl

Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) sieht Mütter, die Unterstützung in ihrer Paarbeziehung erfahren, als wirkungsvollen Schutz für Kinder und Garant für ihre gute Entwicklung an.

25.11.2009

Der SkF ist Träger von bundesweit 35 Frauenhäusern. Bei 60% der Frauen, die in Frauenhäusern des SkF Aufnahme finden, sind auch Kinder von den Auswirkungen einer gewaltbelasteten Paarbeziehung betroffen. „Das Erleben einer gewaltgeprägten Beziehung zwischen den engsten Bezugspersonen eines Kindes stellt einen erheblichen Risikofaktor für die kindliche Entwicklung dar“, stellt Maria Elisabeth Thoma, Bundesvorsitzende des SkF fest; „Untersuchungen zeigen, dass gewaltsame Kindheitserfahrungen außerdem der stärkste Risikofaktor dafür sind, dass diese in späteren Paarbeziehungen selbst Gewalt erleben bzw. ausüben“. Die Auswirkungen sind gravierend. Jede vierte Frau in Deutschland hat mindestens einmal seelische, körperliche und/oder sexualisierte Gewalt erlebt.

Ca. 75-80% der Kinder in Frauenhäusern bedürfen einer besonders intensiven Unterstützung. Aufgrund der kurzen Aufenthaltszeiten der Frauen und Kinder - fast 40% wohnen dort nur bis zu einer Woche - geht es darum, Gefährdungen der Kinder umgehend wahrzunehmen, zu erkennen und früh zu handeln.

Schwangerschaft und Geburt stellen ein erhöhtes Risiko für Gewalterfahrungen in der Partnerschaft dar. Schwangere und Paare mit Kindern bis zu drei Jahren sind die Zielgruppe der Frühen Hilfen. Rund 30% der Kinder in Frauenhäusern sind unter drei Jahre alt. Die Angebote der Frühen Hilfen tragen dazu bei, dass Paare in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt werden, ihren Alltag mit Kind besser bewältigen und die Bindung zum Kind intensiver wird.

Neben einem breiten und niedrigschwelligen Angebot von Frühen Hilfen in der Fläche, das präventiv wirkt, setzt sich der SkF dafür ein, die Angebote der Frühen Hilfen stärker mit den Angeboten in den Frauenhäusern zu verbinden. Die Mitarbeiterinnen in den Frauenhäusern erfahren oft als erste von der gewaltbelasteten Situation der Frauen und ihrer Kinder. Neben den Angeboten der Frauenhäuser können die Frühen Hilfen dazu beitragen, dass Mütter und ihre Kinder optimal begleitet und unterstützt werden.

Quelle: Sozialdienst katholischer Frauen

Redaktion: Ilja Koschembar

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