Gewaltprävention im Sport

Schau hin‘ und tu‘ was! – Schulungsvideos

Eine wichtige Maßnahme der Präventionsarbeit ist es, die unterschiedlichen Akteur:innen im Sport für das Thema Schutz vor Gewalt zu sensibilisieren und zu schulen. Mit Hilfe einer Förderung des IOC-Programms Olympic Solidarity haben die Deutsche Sportjugend (dsj) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) zusammen mit der SchirrmacherGroup sechs Sensibilisierungs- und Schulungsvideos entwickelt.

11.04.2023

Die Schulungsvideos sensibilisieren für das Thema Schutz vor Gewalt im Sport und betrachten verschiedene Facetten psychischer, physischer und sexualisierter Gewalt. Dabei beziehen sie sich auf unterschiedliche Zielgruppen und Kontexte im Breiten- und Leistungssport. Es wird auch auf die Auswirkungen und Folgen von Gewalterfahrungen auf eine Person aufmerksam gemacht.

Besonders gelungen findet Stefan Raid, 1. Vorsitzender der dsj, dass mit den niedrigschwelligen Videos noch mehr Menschen im Sport zum Thema Schutz vor Gewalt erreicht werden könnten. Die in den Videos erläuterten Handlungsmöglichkeiten würden zudem eine gute Orientierung bieten, was zu tun sei, wenn Anzeichen von Gewalt oder Vorfälle im eigenen Umfeld beobachtet werden. „Denn, wir alle müssen aufmerksam sein, um Betroffene auf dem Weg zu konkreter Hilfe zu unterstützen!“, so Raid weiter.

Interdiziplinäre Beteiligung schafft mltiperspektische Ausrichtung

Bei der Erstellung der Videos sei die Einbindung verschiedener Personengruppen besonders wichtig gewesen, um möglichst gut die unterschiedlichen Bedarfe und Perspektiven abdecken zu können, heißt es seitens der dsj. Neben den Kolleg:innen im Bereich Schutz vor Gewalt der dsj, seien Mitarbeitende des Leistungssports sowie Trainer:innen und Athlet:innen involviert gewesen. Zwei Handballspieler:innen aus der 1. und 2. Bundesliga resümieren: „Die Videos gefallen uns sehr gut. Das Thema ist sehr gut aufgearbeitet und die Gewaltformen werden verständlich definiert. Die Inhalte der Videos sind direkt und reden nicht um den heißen Brei. Besonders gut ist, das auch mal aufgezeigt wird, dass es psychische Gewalt im Sport gibt – die wird von Vielen immer vergessen.“

Auch die Leitung des Themenfeldes Gesundheitsmanagement im Geschäftsbereich Leistungssport, Birte Steven-Vitense, zieht eine positive Bilanz:

„Bislang gab es wenige Materialien, die auch die Bedürfnisse und Voraussetzungen von Leistungssportler*innen einbeziehen. Wir sind froh, dass wir nun das Thema Schutz vor Gewalt auch auf medialem Weg allen Beteiligten bei Multisportevents zugänglich machen können.“ Im DOSB werden die Schulungsvideos unter anderem auch dazu genutzt, allen Mitgliedern von Team D weitere Informationen zu psychischer, physischer und sexualisierter Gewalt im Sport zur Verfügung zu stellen.

Die neuen Schulungsvideos sind sowohl auf der Safe Sport Website als auch auf den YouTube-Kanälen von dsj und DOSB zu finden. Die Videos können hierüber selbstverständlich auch von Verbänden und Vereinen für eigene Qualifizierungsmaßnahmen in ihrer Präventionsarbeit genutzt werden.

Anlaufstellen und Hilfsangebote

In den Sportstrukturen:

Externe Beratungsstellen:

Weitere Materialien und Arbeitshilfen zum Thema Schutz vor Gewalt, sind auf der dsj Website zu finden.

Quelle: Deutsche Sportjugend vom 29.03.2023

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