Fokus Jugendamt

Projekt „FokusJA“ ermöglicht partizipativen Wissenstransfer in der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe

Eine Frau nimmt ein Mädchen an die Hand und geht mit ihr einen Weg entlang.

Sexualisierte Gewalt stellt eine sehr spezifische Herausforderung des Kinderschutzes dar. Die entsprechende Bearbeitung solcher Fälle erfordert bestimmte Kompetenzen, Qualifikationen und Strukturen. Daher forschen die Hochschule Hannover (HsH), die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU Münster) und die Stiftung Universität Hildesheim gemeinsam für einen besseren Wissenstransfer in der Kinder- und Jugendhilfe.

25.04.2022

Unter dem Titel „Fokus Jugendamt – Partizipativer Wissenstransfer zu Kooperation, Hilfeplanung und Schutzkonzepten in der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe“ startete das Gesamtprojekt im Oktober 2021. Konkrete Ziele sind die Sensibilisierung für Hinweise auf sexualisierte Gewalt in allen Zuständigkeitsbereichen des Jugendamtes sowie die dezidierte Stärkung der Handlungskompetenz von Fachkräften im Jugendamt. Zudem verfolgt das Projekt die Generierung praxisnaher und bedarfsgerechter Wissensbestände, die Weiterentwicklung organisationaler Strukturen sowie die Etablierung eigenständiger Qualitätsstandards.

In der Forschung zum Bereich des Jugendamtes besteht aktuell noch eine Wissenslücke, welche das Projekt „FokusJA“ schließen kann. Im Teilprojekt „Hilfeplanung“ fokussieren Wissenschaftler/-innen der HsH insbesondere die Qualifizierung von Hilfeplanung der Jugendämter im Kontext der Bearbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt.

„Nicht zuletzt durch öffentlich bekannt gewordene Fälle von sexualisierter Gewalt sind Jugendämter weiter in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Sie stellen aber einen zentralen Knotenpunkt der sozialen Infrastruktur dar. Hier setzt das Forschungs- und Transferprojekt an“, so Prof. Dr. Martin Wazlawik, der das Teilprojekt der HsH leitet.

Angesiedelt ist das Projekt an der Hochschule Hannover an der Fakultät V – Diakonie, Gesundheit und Soziales in der Abteilung Soziale Arbeit. Bis Ende September 2024 ist das Projekt geplant. Es soll diverse Lücken innerhalb der Forschung zu sexualisierter Gewalt, in der die Rolle des Jugendamtes bislang kaum dezidiert untersucht wurde, schließen. Gleichzeitig sind zahlreiche Anschlüsse an den allgemeinen Forschungsdiskurs zu den Kontexten Jugendamt, Schutzkonzepte und Kinderschutz zu erwarten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung übernimmt die Förderung durch Drittmittel.

Quelle: Hochschule Hannover vom 23.03.2022

Redaktion: Pia Kamratzki

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