Modellprojekt
Nordrhein-Westfalen testet erweiterten Einsatz profilrelevanter Fachkräfte in Kitas
Musiker*innen, Handwerker*innen oder Gärtner*innen sollen künftig als profilrelevante Fachkräfte pädagogische Teams in Kindertagesstätten weiter verstärken – zunächst in einem auf drei Jahre angelegten Pilotprojekt. Die Landesregierung setzt damit eine weitere Maßnahme um, um für mehr Verlässlichkeit und Stabilität in der frühkindlichen Bildung zu sorgen.
12.12.2025
Bereits seit Ende 2024 dürfen sogenannte profilrelevante Kräfte – etwa Musiker*innen, Handwerker*innen oder Gärtner*innen – in Kitas tätig werden, sofern sie das Profil der Einrichtung fachlich bereichern. Besonders in spezialisierten Einrichtungen, wie Sport- oder Musik-Kitas, können sie so zur frühkindlichen Bildung beitragen und das Stammpersonal entlasten.
Bislang war ihr Einsatz nur im Rahmen der sogenannten Ergänzungskraftstunden möglich. Dies soll sich nun ändern. In 48 am Modellprojekt „ProKi“ beteiligten Kitas der AWO wird jetzt der Einsatz je einer profilrelevanten Kraft auch auf Fachkraftstunden erprobt. Ziel ist es, sowohl den pädagogischen Nutzen, als auch die Faktoren für das Gelingen dieses multiprofessionellen Ansatzes zu ermitteln. Voraussetzung für den Einsatz: Ein Abschluss auf Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens, zum Beispiel ein Meistertitel oder Bachelorabschluss, sowie eine 160-stündige pädagogische Qualifizierung gemäß Personalverordnung.
Eine Koordinierungsstelle der Arbeiterwohlfahrt steuert das Projekt, organisiert notwendiges Coaching und wird über die Entwicklung des Modellprojekts transparent berichten. Das Projekt wird zudem durch die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen evaluiert. Koordination, Coaching und Evaluation werden vom Land mit insgesamt bis zu 200.000 Euro sowie von der Sozialstiftung Nordrhein-Westfalen mit insgesamt bis zu 700.000 Euro gefördert. Die Personalkosten der profilrelevanten Kräfte tragen die Träger im Rahmen der im Kinderbildungsgesetz festgelegten Grundfinanzierung. Das Modellprojekt erstreckt sich über drei Jahre und endet im Oktober 2028.
Familienministerin Josefine Paul:
„Ich freue mich sehr, dass sich Sozialstiftung und AWO für die pädagogische Weiterentwicklung des Kita-Systems mit diesem innovativen Ansatz einsetzen. Kitas sind ein Ort, an dem Kinder ihre Talente und Stärken entdecken und entfalten können sollen. Dazu kann ganz besonders der Perspektivwechsel beitragen, den die profilrelevanten Kräfte in die frühkindliche Bildung einbringen. Ich danke daher insbesondere den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an diesem Projekt, die damit Pionierarbeit leisten, und freue mich auf die ersten Resultate dieses innovativen Modells.“
Silke Arens, Vorständin des AWO Bezirksverbands Mittelrhein e.V.:
„Mit ProKi will die AWO in Nordrhein-Westfalen neue Wege beschreiten. Sie will die Arbeit in den Kitas zukunftsfähiger aufstellen und die Fachkräfte entlasten: multiprofessionell, qualifiziert und nah an der Praxis. Die Teams in den Kitas sollen durch profilrelevante Kräfte gestärkt werden und Kindern neue Lernwelten eröffnen. Ein Beispiel aus der Praxis: Wenn ein Modedesigner mit Bachelorabschluss das pädagogische Team ergänzt, entstehen kreative Projekte, in denen Kinder Farben, Formen und Materialien spielerisch entdecken und gleichzeitig ihre Feinmotorik und Ausdrucksfähigkeit stärken. So wird Bildung konkret erlebbar und Fachkräfte gewinnen Zeit für andere pädagogische Schwerpunkte. Dabei freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit unseren Partnerinnen und Partnern, wie dem Institut für Forschung und Transfer in Kindheit und Familie (foki) der Katholischen Hochschule, das die Evaluation des Projektes durchführen wird.“
An einer Teilnahme interessierte Personen können sich direkt an die koordinierende Stelle der AWO wenden: proki@awo-mittelrhein.de.
Quelle: Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen vom 04.11.2025
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