Digital Adaptation Kit

Neues digitales Tool zur Selbstüberwachung des Blutdrucks in der Schwangerschaft

Die WHO hat ein neues digitales Tool vorgestellt, das Schwangeren weltweit helfen soll, ihren Blutdruck selbst zu kontrollieren. Ziel ist es, lebensbedrohliche Komplikationen wie Präeklampsie frühzeitig zu erkennen und Müttern sowie Babys mehr Sicherheit während der Schwangerschaft zu bieten – auch bei eingeschränktem Zugang zur Gesundheitsversorgung.

23.07.2025

Ein neues digitales Anpassungspaket (Digital Adaptation Kit) zur Selbstüberwachung des Blutdrucks in der Schwangerschaft wurde heute von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Sonderprogramm der Vereinten Nationen für reproduktive Gesundheit (HRP) veröffentlicht. Es soll Ländern helfen, Schwangeren den Umgang mit hypertensiven Erkrankungen besser zu ermöglichen. Wenn diese Erkrankungen nicht richtig behandelt werden, können sie schwerwiegende gesundheitliche Folgen für Mutter und Kind nach sich ziehen. Die Veröffentlichung wurde bewusst auf den Self-Care-Month gelegt, der jährlich vom 24. Juni bis zum 24. Juli stattfindet.

Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen – wie Präeklampsie – sind weltweit für schätzungsweise 16 % aller mütterlichen Todesfälle verantwortlich. Zu den möglichen Komplikationen zählen Eklampsie, Schlaganfälle, Nierenversagen und Plazentalösungen, aber auch Früh- oder Totgeburten. Vorbeugung, frühzeitige Erkennung und rechtzeitige Behandlung dieser Erkrankungen sind entscheidend für die unmittelbare und langfristige Gesundheit von Mutter und Kind.

Die Selbstüberwachung des Blutdrucks ist eine bedeutende Maßnahme im Bereich der Selbstfürsorge (Self-Care), mit der Betroffene Risiken reduzieren können. Sie lässt sich zu Hause durchführen – als Ergänzung zur medizinischen Schwangerschaftsvorsorge oder bei eingeschränkter Erreichbarkeit von Gesundheitseinrichtungen – auch gemeinsam mit gemeindebasierter Versorgung.

Wie funktioniert das digitale Anpassungspaket?

Es basiert auf den bestehenden WHO-Leitlinien zur Selbstüberwachung des Blutdrucks während der Schwangerschaft, wie sie in der „WHO Guideline on self-care interventions for health and well-being“ formuliert sind. Das neue Tool überträgt diese Empfehlungen in eine digitale Struktur, die sich im Gesundheitssystem einsetzen lässt. Es ist das erste digitale Toolkit für Self-Care in der Schwangerschaft.

„Ich freue mich sehr über die Veröffentlichung dieses digitalen Anpassungspakets – es ist das erste einer personenzentrierten Self-Care-Reihe“,

sagt Pascale Allotey, Direktorin des HRP und der Abteilung für sexuelle und reproduktive Gesundheit und Forschung (SRHR) bei der WHO.

Das Kit stellt einheitliche Gesundheitsinhalte und Standards bereit, die die Selbstüberwachung des Blutdrucks ermöglichen. Zusätzlich enthält es die notwendigen digitalen Informationen zur Entwicklung persönlicher Gesundheits-Tracking-Systeme, die eine Nachsorge erleichtern.

„Das Kit wird Gesundheitsministerien helfen, die WHO-Empfehlung zur Selbstüberwachung des Blutdrucks umzusetzen“, 

so Allotey. 

„Dadurch können mehr Frauen während der Schwangerschaft und darüber hinaus gesund bleiben. Gleichzeitig fördern wir die Qualitätsstandards neuer digitaler Tools.“

Das neue Self-Care-Kit ergänzt das bereits existierende digitale Anpassungspaket für Fachkräfte in der Schwangerenvorsorge.

Selbstfürsorge und digitale Transformation der Gesundheitssysteme

Die WHO definiert Selbstfürsorge als die Fähigkeit von Einzelpersonen, Familien und Gemeinschaften, Gesundheit zu fördern, Krankheiten vorzubeugen, mit Krankheiten umzugehen – mit oder ohne Hilfe von medizinischem Fachpersonal. Die WHO empfiehlt evidenzbasierte Self-Care-Maßnahmen für alle, um Autonomie, Gesundheit und Wohlbefinden zu stärken. Digitale Gesundheitsplattformen können den Zugang zu solchen Maßnahmen erleichtern und helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen – sowohl für Einzelne als auch für Gesundheitssysteme.

Das digitale Anpassungspaket ist das erste einer Serie, die Menschen durch digitale Lösungen besseren Zugang zu Self-Care ermöglichen soll – im Einklang mit den WHO SMART Guidelines. Diese beinhalten: standardbasiert, maschinenlesbar, adaptiv, anforderungsbasiert und testbar. Solche Kits (PDF: 227 KB) helfen Ländern, evidenzbasierte klinische Empfehlungen digital zu integrieren – und schaffen damit Nutzen für Gesundheitsdienste und Einzelpersonen.

Die Entwicklung des Kits wurde finanziert durch die Children’s Investment Fund Foundation, die Bill & Melinda Gates Foundation und das HRP.

Quelle: World Health Organization (WHO) vom 15.07.2025