Nordrhein-Westfalen
Meilenstein für eine verlässliche und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung
NRW beschließt am 16. Juli 2026 die KiBiz-Reform. Das Gesetz ist ein Meilenstein für die Kita-Landschaft in Nordrhein-Westfalen. Es entlastet das System der frühkindlichen Bildung und sorgt für mehr Verlässlichkeit und Qualität: 6,5 Mrd. Euro für frühkindliche Bildung, 420 Mio. Euro mehr für Kitas ab 2027. Mehr Fachkräfte, Sprachförderung und Flexibilität für Familien durch neue Buchungsschritte.
14.08.2026
Kinder- und Familienministerin Verena Schäffer:
„In Kitas werden die Startchancen für einen erfolgreichen Bildungsweg gelegt. Gute Bedingungen in den Einrichtungen haben für uns als Landesregierung deshalb oberste Priorität. Der Beschluss des Landtags ist ein großer Schritt für eine bessere Chancengerechtigkeit für alle Kinder in Nordrhein-Westfalen. Mit der Reform des Kinderbildungsgesetzes schaffen wir mehr Verlässlichkeit in der Betreuung und verbessern die Bedingungen für frühkindliche Bildung – ein Fortschritt für Kinder, für Familien und für die Mitarbeitenden in den Einrichtungen.“
Mit der nun beschlossenen KiBiz-Reform wird die frühkindliche Bildung in zentralen Punkten weiterentwickelt:
Stabile Finanzierung des Systems
Für die frühkindliche Bildung hat das Land im Haushaltsplanentwurf 2027 6,5 Milliarden Euro eingeplant – so viel wie nie zuvor. Das bedeutet eine Steigerung um 2,1 Milliarden Euro beziehungsweise 48,5 Prozent im Vergleich zu 2022. Mit der KiBiz-Novelle stellt das Land ab dem Kita-Jahr 2027/2028 insgesamt über 420 Millionen Euro mehr für starke Kitas zur Verfügung. Davon wird unter anderem die Grundfinanzierung dauerhaft erhöht: Die Träger erhalten jährlich zusätzlich 200 Millionen Euro als Landeszuschuss der Finanzierung der Transformationskosten – solange bis die Finanzierung der Kindertagesbetreuung in Nordrhein-Westfalen auf ein neues, kindbezogenes System umgestellt wird.
Fachkräfte der Zukunft
Die Landesregierung stellt insgesamt rund 68 Millionen Euro zusätzlich für eine Ausbildungs- und Personaloffensive bereit. Dadurch werden mehr Fachkräfte gewonnen und gehalten. Dazu gehören eine stärkere Förderung der praxisintegrierten Ausbildung (PiA) und bessere Qualifizierungsmöglichkeiten. Jeder Ausbildungsbetrieb erhält pauschal eine Finanzierung für die Praxisanleitung, damit die Auszubildenden vor Ort noch besser angeleitet und begleitet werden können. Darüber hinaus können künftig alle Kitas bei Bedarf Kita-Helfer*innen einstellen, die pädagogisches Personal von Verwaltungs- und Alltagsaufgaben entlasten. Für die Kita-Helfer*innen stellt das Land weitere 37,2 Millionen Euro zur Verfügung.
Sprachförderung in den Einrichtungen
Die Landesregierung möchte die Sprachbildung stärker in den Mittelpunkt rücken und stellt mit der KiBiz-Reform 50,5 Millionen Euro jährlich zusätzlich für die Sprachförderung zur Verfügung. Um allen Kindern gerechte Bildungschancen zu ermöglichen, führt das Land Chancen-Kitas ein, um Einrichtungen in sozial herausfordernden Lagen gezielt zu unterstützen. Chancen-Kitas verbinden vielseitige frühkindliche Sprachbildung, die Stärkung sozialer Teilhabe, Elternberatung und Netzwerkarbeit unter einem Dach. Die Auswahl erfolgt künftig über den Kita-Sozialindex, dessen Entwicklung sich aktuell in den finalen Zügen befindet.
Mehr Flexibilität für Familien
Mit der freiwilligen Möglichkeit der Kern- und Randzeiten bei Beibehaltung der vollen Kindpauschalen erhalten die Einrichtungen mehr Gestaltungsspielraum, um das Personal angesichts des Fachkräftemangels gezielt einzusetzen, damit Kitas verlässlicher öffnen können. Mit der Einführung von Fünf-Stunden-Buchungsschritten passt das Land das Betreuungsangebot stärker an die unterschiedlichen Bedarfe in Familien an. Da das künftige Buchungsverhalten der Eltern nur prognostiziert werden kann, findet dies bei der Einführung der neuen Buchungsschritte zur Sicherstellung finanziell Berücksichtigung in der Ausgestaltung der Kindpauschalen.
In den vergangenen Monaten hat das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration sich eng und konstruktiv mit den Trägern, den Verbänden und weiteren beteiligten Akteur*innen über zentrale Punkte ausgetauscht und das Gesetzesvorhaben optimiert.
Die Landesregierung wird die beschlossene KiBiz-Reform nun bis zum Start des Kita-Jahres 2027/2028 umsetzen.
Quelle: Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen vom 17.07.2026
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