Kinderschutz

Kriminalstatistik 2021 – Sexuellen Missbrauch von Kindern bekämpfen

Ein Schwarzweiß-Bild zeigt zwei männliche Hände mit einer Stopgeste zur Faust.

Am 05. April 2022 wurde in Berlin die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2021 vorgestellt. Neben Cyberkriminalität und Diebstahl geht der Bericht unter anderem auch auf sexualisierte Gewalt gegen Kinder und die Verbreitung kinderpornographischer Inhalte ein. Laut Bundesinnenministerin Nancy Faeser lasse sich aus dem Bericht ein klarer Handlungsauftrag ablesen, mit allen Konsequenzen gegen sexualisierte Gewalt gegen Kinder vorzugehen.

28.04.2022

Bundesinnenministerin Nancy Faeser, der Vorsitzende der Innenministerkonferenz Joachim Herrmann, und der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, haben gemeinsam in Berlin die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2021 vorgestellt. Seit dem Jahr 2017 ist die Zahl der durch die Polizei registrierten Straftaten rückläufig. 2021 wurden 5.047.860 Straftaten festgestellt. Das entspricht einem Rückgang um minus 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Aufklärungsquote liegt bei 58,7 Prozent und erreicht einen neuen Höchststand. Es wurden 1.892.003 Tatverdächtige ermittelt, hiervon sind drei Viertel männlich. Bei der Diebstahlskriminalität ist ein Rückgang um minus 11,8 Prozent auf 1.483.566 Fälle zu verzeichnen, beim Wohnungseinbruchdiebstahl sogar um minus 27,7 Prozent. Bei der Gewaltkriminalität sind die Fallzahlen um minus 6,8 Prozent auf 164.646 Fälle gesunken.

Bei der Verbreitung pornografischer Inhalte ist hingegen statistisch eine Steigerung um plus 87,8 Prozent zu beobachten, bei der Verbreitung kinderpornografischer Inhalte haben sich die Fallzahlen mehr als verdoppelt (plus 108,8 Prozent).

Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern soll oberste Prioriät sein

Bundesinnenministerin Nancy Faeser:

„Die Kriminalstatistik zeigt in den meisten Bereichen eine positive Entwicklung. Die erneut gestiegene Aufklärungsquote zeigt, dass sich die Stärkung der Polizei auszahlt.  Wir sind ein sehr sicheres Land und ein starker Rechtsstaat. Doch das entsetzliche Ausmaß sexualisierter Gewalt gegen Kinder ist für mich ein klarer Handlungsauftrag, hier mit aller Konsequenz vorzugehen. Für mich hat die Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern und der Verbreitung von abscheulichen Missbrauchs-Fotos und Videos über das Internet oberste Priorität. Wir werden das Bundeskriminalamt weiter stärken und den Ermittlungsdruck weiter erhöhen. Die Auswertung von Daten werden wir deutlich verbessern, auch durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Mein Ziel ist klar: Kein Täter darf sich sicher fühlen."

Ein weiterer Bereich, bei dem seit Jahren kontinuierlich Anstiege zu verzeichnen sind, ist die Cyberkriminalität. Hier wurden im vergangenen Jahr 146.363 Fällen erfasst, eine Zunahme um plus 12,1 Prozent.

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK), Joachim Herrmann, lobte die hochengagierte Arbeit der Polizei- und Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern. Als IMK-Vorsitzender werde er für mehr Personal und bessere Ausstattung plädieren, um für die großen Herausforderungen bestmöglich aufgestellt zu sein. Mit Blick auf die Kriminalitätsentwicklung kündigte Herrmann an:

„Die Innenministerkonferenz wird sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit der Bekämpfung von Cyberkriminalität befassen. Außerdem müssen wir den Missbrauch von Kindern und die Kinderpornografie deutlich intensiver bekämpfen.“

Weitere Informationen

Die gesamte Polizeiliche Kriminalstatistik 2021 (PKS) ist online abrufbar.

Quelle: Bundesministerium des Inneren und für Heimar vom 05.04.2022

Redaktion: Silja Indolfo

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