Terre des hommes
„Kein Ort für Kinder“: Neuer Bericht zur Perspektive geflüchteter Kinder auf ihre Unterbringung
Geflüchtete Kinder suchen Schutz – doch stattdessen erleben sie Enge, Unsicherheit und fehlende Perspektiven. Der Bericht „Kein Ort für Kinder“ von Terre des Hommes zeigt: Die aktuelle Unterbringung erschwert Integration und gefährdet Rechte. Jetzt gilt es, Verschärfungen zu stoppen und Kinder konsequent zu schützen.
02.09.2025
In dem Bericht „Kein Ort für Kinder“ dokumentiert die Kinderrechtsorganisation Terre des Hommes bundesweit die Stimmen und Perspektiven schutzsuchender Kinder und Familien sowie von Fachkräften zur Unterbringung von Geflüchteten.
„Nach oft lebensgefährlicher Flucht hoffen geflüchtete Kinder und ihre Familien auf Sicherheit, Schutz und eine neue Perspektive - stattdessen erleben viele einen Alltag voller Unsicherheit, geprägt von engen Containern, maroden Kasernengebäuden und einer ungewissen Zukunft. Hinter dieser Situation stehen politische Entscheidungen: Um Asylverfahren zu zentralisieren und Menschen schneller abzuschieben, wurden zahlreiche asyl- und aufenthaltsrechtliche Regelungen verschärft – mit spürbaren Folgen für jene, die am meisten Schutz brauchen: Kinder und Jugendliche. Im Zuge der anstehenden Umsetzung der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems drohen weitere, tiefgreifende Verschärfungen bis hin zur Gefahr von Haft oder Unterbringung unter haftähnlichen Bedingungen, auch für Kinder. Das muss unbedingt verhindert werden“,
so Joshua Hofert, Vorstandssprecher von Terre des Hommes.
Zwar variiert die Unterbringungspraxis je nach Bundesland, doch der Bericht zeigt: Überall in Erstaufnahmeeinrichtungen, AnkER-Zentren und Folgeunterkünften erleben Kinder und Jugendliche eine eingeschränkte unzureichende Privatsphäre, fehlende pädagogische Begleitung und auch psychische und physische Gewalt, etwa bei Abschiebungen in ihrem Umfeld.
„Unser Bericht verdeutlicht, dass das bestehende Unterbringungssystem die Integration junger Menschen systematisch erschwert und verhindert, obwohl viele von ihnen langfristig oder dauerhaft in Deutschland bleiben werden“,
so Hofert weiter.
Der Bericht informiert über verschiedene Formen der Unterbringung für Kinder und ihre Familien sowie über die besondere Situation unbegleiteter Minderjähriger. Er wird durch eine Bannerausstellung begleitet, die zusammen mit dem Bericht bei Terre des Hommes bestellt werden kann.
Weiterführende Informationen
Unser Name „Terre des Hommes“ steht für eine „Erde der Menschlichkeit“. Klimawandel, Kinderarbeit, Krieg und Vertreibung – wir machen Kinder und Jugendliche stark und schützen sie mit unseren Projekten vor Gewalt und Ausbeutung. Wir leisten humanitäre Hilfe und verbessern die Lebensbedingungen von Kindern weltweit. Was uns dabei besonders wichtig ist: Wir arbeiten mit Partnerorganisationen vor Ort zusammen und setzen gemeinsam mit Kindern ihre Rechte durch. Als Kinderrechtsorganisation sind wir unabhängig von Regierungen, Wirtschaft, Religionsgemeinschaften und Parteien. Wir fördern derzeit über 400 Projekte für Kinder und Jugendliche in 45 Ländern.
Quelle: Terre des hommes vom 26.08.2025
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