Jugendpartizipation

Junge Menschen aktiv an der Gestaltung ländlicher Räume beteiligen

Die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) zeigt im Rahmen des 15. Zukunftsforums Ländliche Entwicklung bei ihrem Fachforum „Jung & engagiert – Beteiligungsprojekte auf dem Land“, wie junge Menschen in die Gestaltung ihrer Region erfolgreich eingebunden und für Förderprogramme wie die europäische LEADER-Förderung gewonnen werden können.

10.02.2022

Bei dem digitalen Bürgerforum des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft mit dem Motto „Starkes Ehrenamt – für ein gutes Leben auf dem Land!“ stehen Austausch, Vernetzung und Best-Practice-Beispiele im Mittelpunkt.

Regionalmanagement und Jugendarbeit erfolgreich verknüpfen

Sarah Schulte-Döinghaus, Bundesvorsitzende der KLJB, begrüßte die über 200 digital zugeschalteten Teilnehmer/-innen. Mit dem Fachforum sei ein Nerv getroffen worden, da gerade die Beteiligung von jungen Menschen unabdingbar sei, diese jedoch weiterhin oft vor Herausforderungen stelle, sagte sie zur Begrüßung. Insgesamt konnte ein methodisch buntes, lebhaftes Fachforum auf die Beine gestellt werden, nicht zuletzt wegen der anschaulichen Best-Practice-Beispiele und einem Märchen von Hartmut Berndt, in dem humorvoll Wahrheiten über LEADER versteckt waren.

Elisa Köhr, Referentin bei der Akademie Junges Land, stellt fest, dass Regionalmanager/-innen und Jugendarbeiter/-innen mehr Schnittmengen haben als ihnen bewusst ist. Ein Beispiel hierfür ist auch das Bestreben räumliche und gesellschaftliche Ungleichheiten zu überwinden. Um diesem Auftrag gerecht zu werden, müssen Menschen vor Ort aktiviert werden. Dabei kann die Jugendarbeit als Übersetzerin zwischen Regionalmanagement und jungen Menschen vermitteln. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit birgt die Chance auf eine zielgruppengerechtere Einbindung während gleichzeitig neue Themen die Jugendarbeit bereichern – so begegnen jungen Menschen vor Ort attraktivere Beteiligungsangebote.

Langfristige Perspektive ermöglicht feste Strukturen

Dominik Ringler, Projektleiter des Kompetenzzentrums Kinder- und Jugendbeteiligung Brandenburg, unterstreicht die regionalen Unterschiede in der gesetzlichen Verankerung von Jugendbeteiligung. Besonders das LEADER-Programm bietet vielfältige Wege, um junge Menschen einzubeziehen, insbesondere auch auf lange Sicht. Durch die mehrjährige Dauer des Förderprogramms wird die Verankerung in festen Strukturen in der Region möglich. Er betont außerdem die Notwendigkeit der stärkeren Einbindung junger Frauen und Mädchen. Die Praxis zeige, dass altbekannte Projekte, wie Fußballplatz und Skaterampe, häufig nicht die Bedürfnisse dieser Zielgruppe treffen.

Best Practice-Beispiele für Beteiligung junger Menschen

Wie die aktive Einbindung von Kindern und Jugendlichen funktionieren kann, zeigt Nora Görisch mit dem Projekt „Du hast den Hut auf!“. Junge Menschen bringen sich dort von der Projektidee bis zur Umsetzung ein. Dabei unterstützen sie u.a. LEADER-Mittel für bauliche Maßnahmen und die Lokale Aktionsgruppe (LAG Fläming), wenn verwaltungstechnische Hindernisse das Aushandeln von Kompromissen erfordern.

Udo Wenzl, selbstständiger Kommunalberater für Kinder- und Jugendbeteiligung, stellt die Jugendstrategie der LEADER-Region Südschwarzwald vor. Unter dem Motto „Mit statt über euch reden“ wurden in zahlreichen Zukunftswerkstätten, Jugenddialogen und Gruppendiskussionen, aber auch online über Social Media und Befragungen die wichtigsten Themen für junge Menschen in der Region herausgearbeitet. Neben Treffpunkten, Mobilität und Digitalisierung ist die wohl wichtigste Forderung der erarbeiteten Jugendstrategie, dass alle LEADER-Anträge unter dem Aspekt der Kinder- und Jugendfreundlichkeit unter die Lupe genommen werden.

Besseres Verständnis als Grundlage, um Hürden zu überwinden

Im Anschluss diskutierten die Teilnehmer/-innen des Zukunftsforums über die bürokratischen Hindernisse und Machtasymmetrien, die die Einbindung Jugendlicher häufig erschweren. Ihr Engagement muss Wirkung haben, also Gemeinschaftserlebnisse und Selbstwirksamkeit schenken, darf aber zugleich keine unrealistischen Erwartungen schüren. Diesen Spagat schaffen Multiplikator(inn)en aus der Kinder- und Jugendarbeit und sind darum wichtige Akteure/Akteurinnen der Regionalentwicklung.

Bereits seit vielen Jahren wirkt die KLJB zusammen mit der Akademie Junges Land am Zukunftsforum Ländliche Entwicklung während der Internationalen Grünen Woche des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft mit.

„Obschon die Messe dieses Jahr erneut coronabedingt abgesagt wurde und dadurch auch das Zukunftsforum nur digital stattfinden konnte, freuen wir uns, dass so viele Teilnehmer/-innen aktiv an unserem Fachforum teilgenommen haben“, blickt Sarah Schulte-Döinghaus auf eine erfolgreiche Veranstaltung zurück.

Weitere Informationen zum EU-Förderprogramm Leader sind auf der Website des Netzwerks Ländlicher Raum zu finden.

Quelle: Katholische Landjugendbewegung Deutschland vom 27.01.2022

Redaktion: Laura Burger

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