Internationaler Tag gegen Mobbing und Cyber-Mobbing
Aktionstag (Cyber-)Mobbing
Cybermobbing unter Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren ist weiterhin auf hohem Niveau. Viele Betroffene bleiben ohne Hilfe. Die Initiative #SagtNichtNichts der Aktion Mensch und „Nummer gegen Kummer“ möchte Schweigen über Mobbing brechen und bietet Unterstützung für Betroffene, Lehrkräfte und Eltern.
17.11.2025
Cybermobbing ist unter Jugendlichen immer noch ein großes Problem. Die aktuelle Sinus-Studie 2024/2025 zeigt: 16 Prozent der 14- bis 17-Jährigen waren bereits selbst Opfer von Cybermobbing, mehr als die Hälfte (53 Prozent) kennt jemanden, der betroffen war.* Besonders alarmierend: Ein Viertel der Betroffenen (25 Prozent) gab an, in dieser belastenden Situation keinerlei Hilfe erhalten zu haben. Die Gründe dafür sind vielfältig und noch nicht ausreichend erforscht. Möglicherweise fehlt es an Vertrauenspersonen oder fehlender Unterstützung vor Ort. Aber auch Gefühle von Hoffnungslosigkeit oder Scham können dazu führen, dass vorhandene Hilfen nicht in Anspruch genommen werden.
Aufklärung und Prävention als Schlüssel
Die Studienergebnisse zeigen deutlich, wie wichtig es ist, das Thema Cybermobbing in den öffentlichen Fokus zu rücken. Nur wenn Kinder und Jugendliche über die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Cybermobbing aufgeklärt sind, können sie diese erkennen und angemessen darauf reagieren. Ebenso entscheidend ist, dass Betroffene wissen, wo sie Unterstützung finden und dass sie sich mit ihrer Situation anvertrauen dürfen. Auch Mitschüler*innen oder Lehrkräfte können Hilfe in Anspruch nehmen, um ein Klima zu schaffen, das Betroffene schützt und Täter*innen Grenzen aufzeigt. Mobbing basiert auf einem Dreieck aus Täter*in-Betroffene*r-Zeug*in. Es hat Auswirkungen auf alle Beteiligten und beeinflusst das „soziale Klima“ und die Gemeinschaft in Schule oder Einrichtung. Deshalb muss die Prävention früh thematisiert und priorisiert werden. Mit „Stoppt Mobbing“, dem neuen Serious Game zur Sensibilisierung für Mobbing für Jugendliche, bietet klicksafe einen aktivpädagogischen Ansatz, um hier soziale Handlungskompetenzen zu vermitteln.
Für mehr Aufmerksamkeit: Der internationale Tag gegen Mobbing und Cybermobbing
Damit das Bewusstsein für die zunehmende Problematik von Mobbing und Cybermobbing steigt und vorhandene Unterstützungsangebote mehr Aufmerksamkeit erhalten, wurde der heutige Aktionstag ins Leben gerufen. klicksafe und die „Nummer gegen Kummer“ unterstützen dieses Anliegen. Klicksafe bietet umfassende Aufklärung, Materialien und Tipps für Eltern, Lehrkräfte und Jugendliche zum Thema. Der Fokus liegt dabei auf Handlungsansätzen zur Prävention und Intervention von Cybermobbing.
„Cybermobbing findet oft im Schulkontext statt. Deshalb ist es wichtig, direkt dort anzusetzen. Mit unseren Materialien und Kampagnen unterstützen wir pädagogische Fachkräfte präventiv und im Bedarfsfall und geben Eltern hilfreiche Tipps wie sie ihre Kinder unterstützend begleiten können“,
erläutert Deborah Woldemichael, Leiterin der EU-Initiative klicksafe. Die „Nummer gegen Kummer“ bietet Kindern, Jugendlichen und Eltern vertrauliche und anonyme Beratung – auch zum Thema Cybermobbing. Im Rahmen der Initiative #SagtNichtNichts der Aktion Mensch engagieren sich die Sozialorganisation und die „Nummer gegen Kummer“ gemeinsam dafür, das Schweigen über Mobbing zu brechen. Die beiden Partner möchten insbesondere junge Menschen ermutigen, offen über Mobbingerfahrungen und Ausgrenzung zu sprechen und sie bei der Suche nach Hilfe unterstützen. „Unsere niedrigschwelligen Beratungsangebote machen es leichter, Hilfe in Anspruch zu nehmen. In der Beratung können Betroffene in einer oft hoffnungslos erscheinenden Situation Entlastung erfahren, und ihre vorhandenen Ressourcen werden gestärkt“, erklärt Anna Zacharias, Geschäftsführerin von Nummer gegen Kummer e. V.
Mehr Informationen zu der Initiative der beiden Partner finden Sie unter: www.aktion-mensch.de/mobbing.
*Sinus-Jugendforschung. Ergebnisse einer Repräsentativ-Umfrage unter Jugendlichen 2024/2025. Eine SINUS-Studie im Auftrag der BARMER, Heidelberg, 2024.
Pressekontakt:
Anfragen richten Sie bitte an presse@nummergegenkummer.de
oder Tel. 0202 259 059 – 0
Nummer gegen Kummer e.V.
Hofkamp 108
42103 Wuppertal
Über Klicksafe
klicksafe ist die bundesweite Medienkompetenz-Initiative im Digital Europe Programme der Europäischen Union für mehr Sicherheit im Netz. In Deutschland wird klicksafe von der Medienanstalt Rheinland-Pfalz verantwortet. Mit vielfältigen Angeboten unterstützt klicksafe beim souveränen und kritischen Umgang mit digitalen Medien. Auf klicksafe.de finden pädagogische Fachkräfte, Eltern und interessierte Nut zer*innen aktuelle Informationen und Materialien. Klicksafe ist politisch und wirtschaftlich unabhängig und koordinierendes Mitglied im
Verbund „Safer Internet DE“ (saferinternet.de). Diesem gehören neben klicksafe als Awareness Centre, die Hotlines internet beschwerdestelle.de (von eco und FSM) und jugendschutz.net sowie die Helpline „Nummer gegen Kummer“ an. In Deutschland wird klicksafe von der Medienanstalt Rheinland-Pfalz verantwortet.
Über Nummer gegen Kummer e.V.
Nummer gegen Kummer e.V. ist der Dachverband für örtliche Vereine, die in Deutschland ein Kinder- und Jugendtelefon und Elterntelefon betreiben. Die derzeit 87 lokalen Träger der Beratungstelefone sind überwiegend örtliche Verbände des Deutschen Kinderschutzbundes sowie anderer Wohlfahrtsverbände. Dieses Netzwerk stellt das deutschlandweit größte kostenfreie, telefonische Beratungsangebot für Kinder, Jugendliche und Eltern dar. Speziell ausgebildete und hauptsächlich ehrenamtlich engagierte Berater*innen unterstützen die Anrufenden im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe bei Alltagsproblemen und in schwierigen Lebenssituationen. Zur Finanzierung des Netzwerkes bemühen sich Nummer gegen Kummer e.V. bundesweit und seine Trägervereine lokal um Spenden von Unternehmen, Organisationen und
Privatpersonen. Nummer gegen Kummer e.V. ist aus dem Deutschen Kinderschutzbund hervorgegangen und diesem als Mitglied in seiner Zielsetzung verbunden. Der Dachverband ist Mitglied bei Child Helpline International. Nummer gegen Kummer e.V. wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und von der Deutschen Telekom unterstützt. Seit 1991 stellt die Deutsche Telekom als Kooperationspartner der Nummer gegen Kummer e.V. die technische Infrastruktur für das bundesweite Beratungsangebot kostenfrei zur Verfügung. Außerdem übernimmt sie die Verbindungsgebühren für die Anrufe an die Beratungstelefone.
Weitere Informationen unter www.nummergegenkummer.de
Quelle: Nummer gegen Kummer e.V. vom 06.11.2025
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