Chancenmonitor 2026

Herkunft entscheidet weiter über Bildungschancen

Der Chancenmonitor 2026 zeigt, dass die soziale Herkunft in Deutschland weiterhin die Bildungschancen von Kindern stark beeinflusst. Save the Children schlägt zielgenaue Maßnahmen vor: Investitionen in Bildungseinrichtungen, eine Strategie gegen Kinderarmut und eine Neuberechnung des Existenzminimums für Kinder.

11.05.2026

Der heute veröffentlichte Chancenmonitor 2026 des ifo Instituts zeigt: In Deutschland entscheidet die soziale Herkunft weiterhin maßgeblich über die Bildungschancen von Kindern – die Unterschiede bleiben erheblich. Während Kinder aus privilegierten Familien deutlich häufiger höhere Bildungswege einschlagen, bleibt dies für viele Kinder aus benachteiligten Verhältnissen die Ausnahme.
Hierzu kommentiert Eric Großhaus, Experte für Kinderarmut und soziale Ungleichheit bei Save the Children Deutschland:

„In Zeiten von Fachkräfteengpässen, der Alterung der Bevölkerung und wirtschaftlicher Stagnation kann es sich Deutschland nicht leisten, auch nur ein Kind zurückzulassen. Kinder, die in Armut aufwachsen, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, auch als Erwachsene in Armut zu leben. Diese Negativspirale zu stoppen, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Bildungs- und Sozialpolitik. Denn betroffene Kinder werden daran gehindert, ihre Rechte auf Bildung voll zu verwirklichen und ihre Potenziale frei zu entfalten. Investitionen gegen Kinderarmut und für Bildungsgerechtigkeit sind nicht nur kinderrechtlich notwendig, sondern auch ein essenzieller Baustein einer zukunftsfähigen Wirtschaftspolitik.“

Marion Zirngibl, Bildungsexpertin bei Save the Children, ergänzt:

„Wenn grundlegende Kompetenzen, wie zum Beispiel ganz einfach das Lesen, nicht ausreichend entwickelt sind, hat das weitreichende Folgen – von eingeschränkter Teilhabe bis hin zu geringeren Chancen, Armut zu überwinden.“

Save the Children setzt sich in Deutschland sowohl politisch als auch mit eigenen Programmen für Bildungsgerechtigkeit ein.
Save the Children fordert:

  • Zielgenaue Investitionen in Bildungseinrichtungen, in denen der Unterstützungsbedarf der Kinder
    am größten ist, wie es mit dem Startchancenprogramm der Bundesregierung begonnen wurde.
  • Eine gesamtstaatliche Strategie gegen Kinderarmut, die infrastrukturelle Angebote der Kinder-
    und Jugendhilfe ebenso umfasst wie monetäre Sozialleistungen.
  • Eine Vereinfachung und Bündelung von Sozialleistungen sowie eine teilhabesichernde
    Neuberechnung des Existenzminimums von Kindern nach dem Leitbild der
    Kindergrundsicherung.
  • Ein Verzicht auf weitreichende Kürzungen bei wichtigen sozialen Unterstützungsangeboten

Quelle: Save the Children Deutschland vom 28.04.2026

Redaktion: Christin Jauch