Workshop
„Gesundheit? Junge Menschen berücksichtigen!“ beim 30. Kongress Armut und Gesundheit in Berlin
Am 17. März 2025 fand beim 30. Kongress Armut und Gesundheit der Workshop „Gesundheit? Junge Menschen berücksichtigen!“ statt. Expert*innen diskutierten, wie die Gesundheit von jungen Menschen gefördert werden kann, insbesondere in belasteten Lebenslagen. Themen waren unter anderem psychische Folgen der Pandemie, Armut und die Notwendigkeit von niedrigschwelligen Angeboten.
31.03.2025
Im Rahmen des 30. Kongresses Armut und Gesundheit mit dem Titel „Gesundheit fördern, heißt Demokratie fördern“ fand am 17. März 2025 der Workshop „Gesundheit? Junge Menschen berücksichtigen!“ statt. Beteiligt waren Christoph Gilles (LVR-Landesjugendamt Rheinland), Dr. Severine Thomas (Universität Hildesheim), Jamie Müller (Careleaver e. V.), und Laurette Rasch (Projekt Themenbotschafter*in Gesundes Aufwachsen bei der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ).
Auf Grundlage von Einzelbeiträgen der Teilnehmenden und moderiert von Christoph Gilles wurde diskutiert, wie Gesundheit als Zustand des physischen, mentalen und sozialen Wohlbefindens – gemäß der WHO-Definition – bei jungen Menschen von 0 bis 27 Jahren systemübergreifend zu fördern sei. Dabei wurden insbesondere belastetende Lebenslagen und Erfahrungen von Armut thematisiert.
Die von Dr. Severine Thomas vorgestellten Ergebnisse der JuCo V-Studie zum Wohlbefinden junger Menschen nach der Pandemie an der Universität Hildesheim zeigten die psychischen und sozialen Folgen der Pandemie. Während es jungen Menschen ihre Lebenssituation zumeist positiv einschätzen werden insbesondere Einsamkeit, aber auch psychische Herausforderungen als problematisch thematisiert. Mit Verweis auf die Empfehlungen des Bundesjugenkuratoriums (PDF: 304 KB) für die zukünftige Regierung betonte Severine Thomas die Notwendigkeit niedrigschwelliger Angebote zur Gesundheitsförderung aber auch von strukturellen Verbesserungen um Folgen von Armut zu mildern und soziale Mobilität zu ermöglichen.
Der Verein Careleaver e. V. setzt sich dafür ein, diese jungen Menschen beim Übergang in ein selbstständiges Leben zu unterstützen und ihnen den Zugang zu stabilen sozialen Netzwerken wie auch gesundheitlicher Versorgung zu erleichtern. Jamie Müller vom Careleaver e. V. hob hervor, dass junge Menschen bei Auszug aus der stationären Jugendhilfe („Careleaver“) oft mit unsicheren Wohnverhältnissen, eingeschränkten Bildungs- und Berufschancen sowie bürokratischen Hürden beim Zugang zu sozialen und gesundheitlichen Leistungen konfrontiert sind. Auch während der Zeit in der Jugendhilfe haben sie häufig keinen kontinuierlichen Zugang zum Gesundheitsversorgungssystem und hohe psychosoziale Belastungen. Die Arbeit des Vereins zeigt, wie wichtig der Austausch unter Peers, aber auch verlässliche Unterstützung und eine gute Anbindung an bestehende Hilfestrukturen, sowie Kooperationen dieser Strukturen für das Wohlbefinden dieser jungen Menschen sind.
Laurette Rasch und Emma Capitain berichteten von den im Rahmen des Projektes Themenbotschafter*in Gesundes Aufwachsen bei der AGJ im Jahr 2024 entwickelten Positions- bzw. Diskussionspapieren und betonten die Bedeutung koordinierter Zusammenarbeit insbesondere in Übergangsphasen im Lebenslauf. So gilt es den Übergang z.B. von der KiTa in die Schule aber auch von der Schule in z.B. Ausbildung, Studium oder Freiwilligendienst insbesondere jungen Menschen mit wenig Unterstützungsmöglichkeiten aus dem Kreis der Familie gut zu begleiten.
Das wiederum von Dr. Severine Thomas vorgestellte Beratungsforum Jugend Stärken setzt hier mit dem Programm „Jugend stärken: Brücken in die Eigenständigkeit“ an. Durch dieses Beratungsforum werden Kommunen dabei unterstützt, rechtskreisübergreifende Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene an der Schwelle zur Selbstständigkeit mit besonderem Unterstützungsbedarf zu initiieren. Gesundheit sei hier bisher eine nur in Ansätzen beleuchtete Schnittstelle.
In der anschließenden Diskussion wurden Leerstellen in der Begleitung von jungen Menschen insbesondere im Kontext psychischer Gesundheit aber in einem Beitrag von Vertreter*innen des Kinderrates an der Uniklinik Düsseldorf auch Möglichkeiten zur Optimierung durch die Zusammenarbeit mit Nutzer*innen von Angeboten aufgezeigt.
Weitere Informationen
Diskussionspapier zum Kongress Armut und Gesundheit 2025
Quelle: Projekt Themenbotschafter*in Gesundes Aufwachsen vom 28.03.2025
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