Bremen
Gesunde Fachkräfte stärken Kita Qualität
Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz betont die Bedeutung der Gesundheitsförderung für Kita-Beschäftigte zur Verbesserung der pädagogischen Qualität. Bremen reagiert mit Maßnahmen wie betrieblichem Gesundheitsmanagement. Gesundheitsförderung soll auf verschiedenen Ebenen, einschließlich Ausbildung und Arbeitsbedingungen, verstärkt werden.
04.12.2025
Die Gesundheitsförderung von Kita-Beschäftigten verbessert die pädagogische Qualität und damit die Entwicklung der Kinder in den Kitas. Zu diesem Schluss kommt die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK). Die SWK rückte das Thema bei einer Pressekonferenz mit dem Kinder- und Bildungssenator Mark Rackles am Montag den 24. November 2025 in Berlin ins Zentrum. Bremen nimmt die Forderungen der SWK ernst und startet gezielte Maßnahmen, um die Situation in den Kitas nachhaltig zu verbessern. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) wird ein zentraler Baustein.
Der Senator für Kinder und Bildung, Mark Rackles, unterstreicht die Bedeutung der Gesundheitsförderung:
„Machen wir uns nichts vor: Der Kita-Alltag ist fordernd. Unsere Fachkräfte sind die Heldinnen und Helden unserer Kinder. Doch ihnen selbst fehlt es oft an geeigneter Entlastung. Das hat die Verbleibstudie des Instituts für Arbeit und Wirtschaft (iaw) der Uni Bremen deutlich gezeigt. Wenn wir unsere Beschäftigten in den Kitas halten wollen, müssen wir ihre Gesundheit viel stärker in den Blick nehmen als bisher. Sie tragen Verantwortung, befördern das kindliche Lernen und begleiten die Kinder in ihrer Entwicklung. Das kostet Kraft. Darum muss es uns um ihre psychische wie körperliche Stärke gehen, um Burnout-Prävention genauso wie um konkrete Unterstützung wie z.B. Rückenfit-Kurse. Unser kommunaler Träger KiTa Bremen geht hier bereits mit einem guten Gesundheitsmanagement voran, doch wir brauchen starke, flächendeckende Angebote, damit die Menschen in unseren Kitas gesund bleiben – für die Kinder und für sich selbst.“
Die SWK Analyse zeigt: Die frühe Bildung steht nicht nur wegen des hohen Fachkräftebedarfs unter Druck, sondern auch wegen der Schwierigkeiten bei der Fachkräftesicherung. Viele Einrichtungen haben hohe Krankenstände und starke Fluktuation. Das gefährdet Betreuungssicherheit und pädagogische Qualität. Die SWK fordert deshalb Gesundheitsförderung auf verschiedenen Ebenen.
Kurzfristige Maßnahmen
Die SWK fordert kurzfristig rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen, damit freiwerdende Personalressourcen schnell für Qualitätsverbesserungen genutzt werden können. Personalschlüssel sollen Krankenstände und Fluktuation realistischer berücksichtigen. Zur Fachkräftebindung empfiehlt die SWK eine positive Kampagne, die Arbeitszufriedenheit, Sinnhaftigkeit und Entwicklungsperspektiven betont.
Bremen setzt dies um: Ab 2026/27 wird die Image Kampagne für Erzieher*innen „Mach dein Ding“ mit Mitteln aus dem „Kita Qualitäts- und Teilhabeverbesserungsgesetz“ (KiQuTG 2025/26) fortgeführt. Die digitale, zielgruppenorientierte Kampagne zeigt realistische Karrierewege, Ausbildungs und Weiterbildungsangebote und hebt die Sinnhaftigkeit des Erzieher*innenberufs hervor. Bremer Absolvent*innen und Fachkräfte werden weiterhin authentisch eingebunden, um Wertschätzung sichtbar zu machen und Nachwuchs zu gewinnen.
Mittelfristige Maßnahmen
Die SWK fordert, dass Zeit für Fortbildungen, für mittelbare pädagogische Arbeit und für die Zusammenarbeit mit Familien gesetzlich gesichert wird. Ziel ist eine Entlastung des Fachpersonals. Die Senatorische Behörde des Senators für Kinder und Bildung will Leitungsqualifizierung ausbauen und Arbeitsschutz sowie betriebliches Gesundheitsmanagement fest in Leitungs und teamübergreifenden Fortbildungen verankern. Ein Konzept ist in Arbeit; die Umsetzung ist im Folgegesetz zum KiQuTG 2025/26 geplant.
Langfristige Maßnahmen
Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) fordert: Schon während der Ausbildung sollen Strategien zum Umgang mit Belastungen und Ressourcen vermittelt werden. Außerdem sollen attraktive Karrierewege jenseits der klassischen Rollen (Gruppenerzieher*innen, Kitaleitung) geschaffen werden, damit Fachkräfte im Beruf bleiben.
Bremen handelt und startet ab Sommer 2026 ein überarbeitetes Fortbildungsprogramm. Dieses bietet Angebote für Praxisanleiter*innen in der Praxisintegrierten Ausbildung (PiA), Berufspraktika und Quereinstiegs /Weiterqualifizierungsmaßnahmen. Ziel ist eine bessere Anleitung, weniger Ausbildungsabbrüche und stärkere Qualität in der Ausbildung.
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BMG) wird künftig ein zentraler Baustein bei der Arbeit in Kitas sein. BGM bindet Führungskräfte, Personalvertretungen und externe Expert*innen ein und macht Gesundheitsförderung zur Gemeinschaftsaufgabe.
Quelle: Pressestelle des Senats Bremen vom 24.11.2025
Termine zum Thema
-
19.01.2026
„Ich bin an deiner Seite“ – Fokus Kindertrauer – Orientierungsseminar für die Begegnung mit trauernden Kindern
-
04.02.2026
Jahrestagung 2026 „Fachkräfte im Blick“
-
11.02.2026
„Kinder trauern anders“ – Basisseminar für Fachkräfte zur Begleitung von trauernden Kindern
-
07.05.2026
Nachhaltig durch den Kita-Alltag: Gesund, bewegt und klimabewusst!
Materialien zum Thema
-
Stellungnahme / Diskussionspapier
Welttag der psychischen Gesundheit - Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit rückt benachteiligte junge Menschen in den Fokus und bezieht Stellung
-
Anleitung / Arbeitshilfe
kompetent. politisch. bilden. Kompetenzprofil für Fachkräfte der außerschulischen politischen Bildung
-
Podcast
Live-Podcast vom Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag - Forum Berufseinstieg (Folge 14)
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Handreichung „Bildung und Begegnung nach dem 7. Oktober“ jetzt auch auf Hebräisch
-
Monographie / Buch
Einrichtungen stationärer Hilfen zur Erziehung
Projekte zum Thema
-
Trauerland - Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche e. V.
Trauerland-Pop-Up: Anlaufstelle für trauernde Jugendliche im Bremer Zentrum
-
Institut für pädagogische Beratung und Evangelische Hochschule Berlin
Von Modellprojekten für Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf (sog. „Systemsprenger“) zur Implementierung bundesweiter effektiver Hilfsmaßnahmen
-
Kinder- und Jugendring Sachsen e.V. (KJRS e.V.)
BERUFung Jugendarbeit
-
Triple P Deutschland
ERASMUS+ PECE
-
Schulen
Bewegungs-Pass an Grundschulen
Institutionen zum Thema
-
Fachgesellschaft
Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe e.V.
-
Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe
LIMAN - Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
-
Jugendamt
Landratsamt Konstanz
-
Sonstige
Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.
-
Verband / Interessenvertretung
Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (DBSH) – Funktionsbereich Kinder- und Jugendhilfe