Zukunftsforum

Gestalten, anstatt zu spalten: Ehrenamtliche sind wahre Alltagshelden

Eine Gruppe Erwachsener steht zusammen und halten ihre Daumen hoch.

Praktische Lösungen, Austausch und Vernetzung standen beim 15. Zukunftsforum ländliche Entwicklung im Mittelpunkt. Mehr als 2.600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten über aktuelle Herausforderungen für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement im ländlichen Raum. Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Veranstaltung erneut rein digital statt.

03.02.2022

Unter dem Motto „Starkes Ehrenamt – für ein gutes Leben auf dem Land!“ fand am 26. und 27. Januar 2022 das 15. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung statt. In den zwei Tagen gab das größte nationale Forum für Fragen ländlicher Entwicklung Impulse, wie aktuelle Herausforderungen für bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt auf dem Land bewältigt und als Chance begriffen werden können. Partnerland war in diesem Jahr Schweden. Bundesminister Cem Özdemir begrüßte bei der Eröffnung seine schwedische Amtskollegin Anna-Caren Sätherberg, die live zugeschaltet wurde.

„Millionen Menschen in unserem Land sind nach Feierabend in der Nachbarschaftshilfe aktiv, engagieren sich am Wochenende in Sportvereinen oder setzen sich in ihrer Freizeit für eine offene Willkommenskultur ein. Ehrenamtliche sind wahre Alltagshelden. Sie stemmen gemeinsam Projekte und übernehmen Verantwortung, damit der Laden läuft. Sie gestalten, anstatt zu spalten. Das verdient Anerkennung und braucht Unterstützung. Wo es geht, müssen wir den Ehrenamtlichen den Rücken freihalten.“

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir

Gute Rahmenbedingungen und verlässliche Infrastruktur

Bundesminister Özdemir wies darauf hin, dass Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement gute Rahmenbedingungen und verlässliche Infrastrukturen benötigten. Menschen, die vor Ort Verantwortung übernehmen und sich aktiv für unsere Demokratie einsetzen, müssten gestärkt werden. „Unser Land, unsere Gesellschaft befindet sich in einem Transformationsprozess, den wir nur gemeinsam mit einer aktiven Zivilgesellschaft meistern können. Wir haben uns deshalb vorgenommen, Ehrenamt und demokratisches Engagement verlässlich zu unterstützen. Konkret heißt das so wenig Bürokratie wie möglich, leicht zugängliche Fördermöglichkeiten und Planungssicherheit. Engagement für die Gemeinschaft kostet Zeit und Herzblut, aber eben auch Geld. Gerade für finanzschwache Kommunen ist das eine Herausforderung. Um sie gezielt zu stärken, wollen wir mit einem neuen Modellvorhaben im Bundesprogramm Ländliche Entwicklung sehen, welche innovativen Ansätze es gibt und das Wissen teilen.“

Starkes Mittel gegen demokratiefeindliche Kräfte

Bundesminister Özdemir betonte zudem die Bedeutung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, deren Stiftungsratsvorsitz er zum 1. Januar für ein Jahr übernommen hat: „Weniger als zwei Jahre nach ihrer Gründung gibt die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt den freiwillig Engagierten schon kräftig Rückenwind. Allein 2021 hat sie mehr als 2.700 gemeinnützige Projekte im ganzen Land finanziell unterstützt. Als Stiftungsratsvorsitzender will ich noch zusätzlich Schub geben. Wir werden die ländlichen Räume noch stärker in den Fokus rücken. Engagement und Ehrenamt sind unverzichtbar für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft und ein starkes Mittel gegen demokratiefeindliche Kräfte.“

Hintergrund

Das Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) ist eines der wichtigsten Instrumente des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), um ländliche Räume langfristig zu stärken. In rund 2.000 Projekten wurden modellhaft Lösungen für konkrete Herausforderungen erprobt und gute Beispiele sichtbar gemacht. Die Erfahrungen und das Wissen aus den Projekten teilt das BMEL mit allen Akteuren der ländlichen Entwicklung und nutzt es auch selbst: Für eine bessere Umsetzung vor Ort und zur Gestaltung politischer Rahmenbedingungen.

Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) wurde im Jahr 2020 gemeinsam vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Bundesministerium des Innern gegründet. Sie ist die erste bundesweite zentrale Anlauf- und Servicestelle, die ehrenamtlich Engagierte unterstützt. Die DSEE hat das Ziel, Ehrenamt nachhaltig zu stärken – insbesondere in strukturschwachen und ländlichen Regionen. Der Stiftungsratsvorsitz wechselt jährlich untern den drei beteiligten Bundesministerien.

Weitere Informstionen sowie das vollständige Programm: https://www.zukunftsforum-laendliche-entwicklung.de/

Quelle: Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung vom 26.01.2022

Redaktion: Frank Beckmann

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