Bildungsministerkonferenz
Erklärung zum Umgang mit Social Media im schulischen Bereich
Die Bildungsministerkonferenz (BMK) hat im Rahmen ihrer 8. Sitzung eine gemeinsame Erklärung zum Umgang mit Social Media im schulischen Bereich verabschiedet. Darin verständigen sich die Länder auf gemeinsame Ziele und Maßnahmen, um Schüler*innen, Lehrkräfte und Erziehungsberechtigte in ihrer Medienkompetenz zu stärken.
19.06.2026
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von digitaler Resilienz, der Schutz vor negativen Auswirkungen exzessiver Social-Media-Nutzung sowie die enge Zusammenarbeit von Schule, Elternhaus und weiteren gesellschaftlichen Akteur*innen.
Anna Stolz, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und Bayerische Kultusministerin:
„Mit der gemeinsamen Erklärung setzen die Länder ein klares Signal für verantwortungsvolle digitale Bildung. Unser Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu einem reflektierten, kritischen und sicheren Umgang mit Social Media zu befähigen, ihre Medienkompetenz zu stärken und sie besser vor negativen Auswirkungen zu schützen. Denn Medienkompetenz ist heute so viel mehr als Technikkompetenz. Sie ist auch eine wichtige Grundlage für eine funktionierende freiheitlich-demokratische Gesellschaft. Dafür braucht es Orientierung, Prävention und das gemeinsame Zusammenwirken von Schule, Elternhaus und Gesellschaft.“
Christine Streichert-Clivot, A-Länderkoordinatorin der Bildungsministerkonferenz und Ministerin für Bildung und Kultur des Saarlandes:
„Für viele Kinder und Jugendliche beginnt und endet der Tag mit dem Blick aufs Smartphone. Social Media kann verbinden, informieren und inspirieren, aber auch verunsichern, unter Druck setzen oder manipulieren. Deshalb müssen junge Menschen lernen, kritisch hinzuschauen, Informationen einzuordnen und selbstbewusst mit digitalen Medien umzugehen. Schule hat die Aufgabe, sie dabei zu begleiten, ihnen Orientierung zu geben und sie für den Umgang mit digitalen Medien zu stärken. Medienkompetenz ist heute eine zentrale Voraussetzung dafür, sich eine eigene Meinung zu bilden, gesellschaftlich teilzuhaben und Demokratie aktiv zu leben. Sie ist zugleich eine Schlüsselkompetenz für die Zukunft und unverzichtbar, um sich sicher, selbstbestimmt und verantwortungsvoll in einer zunehmend digitalen Welt zu bewegen.“
Dorothee Feller, B-Länderkoordinatorin der Bildungsministerkonferenz und Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen:
„Wir sehen die Risiken von Social Media sehr genau. Deshalb dürfen wir nicht untätig bleiben. Medienerziehung beginnt im Elternhaus und gelingt am besten, wenn Eltern, Schulen und Gesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen. Schulen leisten dabei bereits heute einen wichtigen Beitrag. Angebote wie ‚Kompetent im Netz‘ unterstützen Eltern und Kinder dabei, digitale Medien sicher, kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen. Diese Angebote werden wir weiter ausbauen.“
Die Länder bekennen sich dabei zu einem gemeinsamen Dreiklang: Sensibilisieren – Stärken – Schützen. Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern sollen noch gezielter über Chancen und Risiken der Social-Media-Nutzung aufgeklärt und im Umgang unterstützt werden. Dafür soll der Erwerb von Medienkompetenz systematisch gestärkt werden – etwa beim Umgang mit Fake News, Cybermobbing, Datenschutz, Deepfakes oder digitalem Manipulationsdruck. Die Erklärung betont dabei die besondere Bedeutung von Prävention, digitaler Resilienz sowie von klaren Schutz- und Unterstützungsstrukturen für Kinder und Jugendliche. Schulen kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Sie unterstützen junge Menschen dabei, digitale Medien reflektiert, kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen und stärken gleichzeitig die Werte- und Demokratiebildung auch im digitalen Raum.
Hintergrund
Die Erklärung ist Teil eines breiteren gesellschaftlichen und politischen Prozesses zum Umgang mit Social Media bei Kindern und Jugendlichen. Hintergrund sind unter anderem aktuelle Studien zu den Auswirkungen intensiver Social-Media-Nutzung auf psychische Gesundheit, sozialen Druck und die demokratische Diskurskultur.
Mit der Erklärung knüpft die Bildungsministerkonferenz an ihre bisherigen Strategien zur digitalen Bildung an und setzt einen stärkeren Fokus auf Prävention, Medienkompetenz und den Schutz von Kindern und Jugendlichen.
Die Erklärung der Bildungsministerkonferenz zum Umgang mit Social Media im schulischen Bereich steht auf der Website zum Download bereit.
Quelle: Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland vom 12.06.2026
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