Suizidprävention ist Daueraufgabe
Diakonie Deutschland drängt auf ein verbindliches Suizidpräventionsgesetz
Die Diakonie Deutschland fordert die rasche Verabschiedung eines Suizidpräventionsgesetzes, das im Koalitionsvertrag vereinbart wurde. Anlässlich des Welttags der Suizidprävention am 10. September betont Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch die Dringlichkeit angesichts von über 100.000 Suizidversuchen und 10.300 Suiziden im Jahr 2023.
06.05.2026
Anlässlich des Welttags der Suizidprävention am 10. September mahnt die Diakonie Deutschland die rasche Verabschiedung eines Suizidpräventionsgesetzes an, das der Bundestag in der letzten Legislaturperiode mit überwältigender Mehrheit gefordert hat. Gleichzeitig weist sie auf die wichtige Präventionsarbeit hin, die von der Diakonie und Tausenden Menschen in Deutschland geleistet wird.
„Am Welttag der Suizidprävention steht für uns in diesem Jahr das dringend benötigte Suizidpräventionsgesetz im Mittelpunkt“, betont Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch: „2023 haben über 100.000 Menschen in Deutschland einen Suizidversuch unternommen.10.300 Menschen haben ihr Leben durch einen Suizid beendet. Diese erschütternden Zahlen werden von Gesellschaft und Politik nicht ausreichend wahrgenommen.“
Lange Zeit sei Suizidprävention ein Randthema gewesen. Erst die Debatte um den assistierten Suizid habe Bewegung in die Thematik gebracht. Ein Suizidpräventionsgesetz steht im Koalitionsvertrag. Nun muss es auch geschaffen werden. Die Diakonie Deutschland hat gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Deutschland dafür konkrete Vorschläge vorgelegt.
Einen besonderen Schwerpunkt sieht die Diakonie Deutschland bei der niedrigschwelligen Präventionsarbeit, die bei der Telefonseelsorge, aber auch in der Jugendarbeit oder Altenpflege stattfindet. „Täglich engagieren sich Tausende Helferinnen und Helfer in Deutschland, um Leben zu retten. Sie leisten vor Ort und am Telefon, per Chat, E-Mail, Apps oder über Peergroups wichtige und professionelle Hilfe“, so Schuch. Mehr als 7.700 ehrenamtliche Beraterinnen und Berater der Telefonseelsorge begleiten Menschen in Krisensituationen rund um die Uhr. Bisher sind solche Angebote häufig auf kirchliche Mittel, Spenden oder befristete Projektförderungen angewiesen.
„Suizidprävention ist eine Daueraufgabe. Sie braucht einen verbindlichen gesetzlichen Rahmen und eine sichere Finanzierung, die der staatlichen Schutzpflicht für das menschliche Leben entspricht. Deshalb fordern wir nachdrücklich die gesetzliche Verankerung eines Suizidpräventionsgesetzes noch in dieser Legislaturperiode“,
unterstreicht Schuch.
Impulskartenset Suizidprävention
Um Unsicherheiten im Umgang mit Suizidgedanken zu begegnen, hat die Diakonie Deutschland ein Kartenset entwickelt. Es richtet sich an alle, die in schwierigen Lebenssituationen begleiten – professionell, ehrenamtlich oder privat. Das Set enthält Gesprächsimpulse, rechtliche Hinweise und Ideen für den offenen Austausch im Team und soll unterstützen, Suizidgedanken achtsam und kompetent zu begegnen.
Impulskartenset Suizidprävention
Krisenintervention und Suizidprävention
Nationales Suizidpräventionsprogramm – Suizidzahlen 2023 (PDF: 1,1 MB)
Quelle: Diakonie Deutschland vom 30.03.2026
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