Gemeinsames Europäischen Asylsystems (GEAS)

Caritas warnt vor Ende der Asylverfahrensberatung

Das Bundesministerium des Innern hat angekündigt, die unabhängige Beratung Schutzsuchender im Asylverfahren ab 2027 nicht mehr finanzieren zu wollen. Die Caritas weist auf die schwerwiegenden Folgen, wie etwa eine Mehrbelastung des Bundesamtes für Migrtation und Flüchtlinge sowie vermehrte Kosten durch Klagen.

27.04.2026

Dr. Oliver Müller, Vorstand Internationales, Migration und Katastrophenhilfe beim Deutschen Caritasverband:

„Wir halten diese Entscheidung für eine kurzsichtige Fehlentscheidung. Ein Ende der gesetzlich verankerten und erfolgreichen Asylverfahrensberatung hätte gravierende Folgen für die Betroffenen, den Rechtsstaat und die Funktionsfähigkeit des Asylsystems.

Die praktische Erfahrung unserer Beratungsstellen zeigt: durch frühzeitige, qualifizierte Beratung der Asylsuchenden sind die Asyl-Verfahren schneller und effizienter, und das BAMF wird spürbar entlastet. Fehlentscheidungen werden vermieden und die Akzeptanz staatlicher Entscheidungen gestärkt. Nicht erfolgversprechende Klagen werden seltener erhoben.

Das BAMF hat die Erfahrungen mit der AVB durch sein Forschungszentrum evaluieren lassen. Die Bundesregierung beruft sich in seiner Entscheidung auf diese Evaluation, ohne diese jedoch zu veröffentlichen. Wir fordern die Bundesregierung dringend auf, so lange auf irreversible Entscheidungen zu verzichten, bis die Ergebnisse vollständig veröffentlicht sind.“

Quelle: Deutscher Caritasverband e.V. vom 16.03.2026

Redaktion: Zola Kappauf