Sozialpolitik
Bündnis Kindergrundsicherung kritisiert Einsparungen für armutsbetroffene Kinder
Die Bundesregierung plant, den monatlichen Sofortzuschlag von 25 Euro für über 1 Mio. armutsbetroffene Kinder ersatzlos zu streichen. Das Bündnis Kindergrundsicherung lehnt dies als unverantwortlich ab und warnt vor einer Verschärfung sozialer Ungleichheit. Statt Kürzungen fordert das Bündnis eine echte Kindergrundsicherung, die allen Kindern ein gutes Aufwachsen ermöglichen soll.
19.08.2026
Die Bundesregierung plant im Rahmen der Haushaltsgesetzgebung den Sofortzuschlag für Familien im Kinderzuschlag ersatzlos zu streichen. Das Bündnis Kindergrundsicherung kritisiert, die monatlich 25 Euro seien das letzte positive Überbleibsel aus dem Gesetzgebungsverfahren zur Kindergrundsicherung. Diese sollten nun noch vor der Sommerpause für mehr als eine Million Kinder gestrichen werden. Dies geschehe laut Gesetzentwurf zugunsten der Haushaltskonsolidierung. Auch für die rund zwei Millionen Kinder im Bürgergeld könnte der Sofortzuschlag dem Bündnis zufolge bald Geschichte sein.
Das Bündnis Kindergrundsicherung lehnt diese Sparvorhaben auf dem Rücken von armutsbetroffenen Kindern vollumfänglich ab.
Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland und Sprecher des Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG kommentiert:
„Armutsbetroffenen Kindern den Sofortzuschlag zu streichen, ist unverantwortlich und kurzsichtig. Wer ausgerechnet bei denjenigen kürzen will, die bereits jetzt mit erheblichen Einschränkungen leben müssen, verschärft soziale Ungleichheit und verbaut Zukunftschancen. Für Familien mit geringem Einkommen ist der Alltag schon heute ein täglicher Kraftakt. Oft müssen sie sogar bei grundlegenden Bedürfnissen wie einer gesunden Ernährung Abstriche machen. Was sich reiche Menschen nicht vorstellen können: 25 Euro im Monat weniger in der Haushaltskasse würde diese Familien spürbar belasten. Das heißt für die Kinder noch schlechtere Chancen, dass es im Sommer für Schwimmbad, Eis oder die Sommerfreizeit reicht. Statt bei Kindern zu sparen, braucht es mehr Engagement, um ihnen allen das bestmögliche Aufwachsen zu garantieren und ihre Rechte zu schützen. Daher lehnen wir die Streichung des Sofortzuschlags entschlossen ab.“
Daniel Grein, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes und Koordinator des Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG:
„Der Sofortzuschlag kompensiert Fehler eines Sozialsystem, dass aktuell versagt, allen Kindern ein gutes Aufwachsen finanziell zu ermöglichen. Jedes fünfte Kind in Deutschland lebt weiterhin in Armut. Wir brauchen daher endlich eine umfassende Neuberechnung für das Existenzminimum von Kindern, damit wir ihre Bedarfe überhaupt erstmal umfassend kennen. Dafür müssen wir uns statt am absoluten Minimum an einem guten Aufwachsen und Kinderrechten orientiert. Wir brauchen vernünftige Unterstützungsleistungen für arme Kinder im Sinne einer echten Kindergrundsicherung. Eine pauschale Absenkung der bestehenden Hilfesysteme ist der völlig falsche Weg. Haushaltskonsolidierungen dürfen nicht auf dem Rücken von armen Kindern ausgetragen werden.“
Das Bündnis Kindergrundsicherung macht sich seit 2009 mit einer wachsenden Zahl von Mitgliedsverbänden für eine echte Kindergrundsicherung stark. Dabei sollen möglichst viele Leistungen gebündelt, automatisiert sowie in ausreichender Höhe ausgezahlt werden.
Weitere Infos zum Bündnis Kindergrundsicherung.
Quelle: Der Kinderschutzbund Bundesverband e.V. vom 10.07.2026
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