Bayern
BJR weist AfD-Vorwürfe im Landtag entschieden zurück
Zivilgesellschaftliches Engagement unter Extremismus-Verdacht: „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erneut im Visier der AfD. Der BJR positioniert sich klar gegen die Vorwürfe der Partei und verteidigt die Wahrung demokratischer. Die Anschuldigungen diskreditieren vielmehr die Arbeit von tausenden Ehrenamtlichen in Bayern.
26.03.2026
Der Bayerische Jugendring (BJR) weist zwei aktuelle parlamentarische Initiativen der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag entschieden zurück. Sowohl der Änderungsantrag zum Staatshaushalt 2026/2027, der eine vollständige Streichung der staatlichen Zuschüsse für die Landesgeschäftsstelle des BJR und das Institut für Jugendarbeit Gauting vorsieht, als auch ein weiterer Antrag zur angeblichen politischen Einflussnahme in der Jugendarbeit stellen aus Sicht von BJR-Präsident Philipp Seitz „einen zu verurteilenden Angriff auf die Strukturen der Jugendarbeit im Freistaat“ dar.
Parallel dazu steht in dieser Woche ein weiterer Antrag der AfD-Fraktion auf der Tagesordnung des Bayerischen Landtags. Darin wird die Staatsregierung aufgefordert, den Bayerischen Jugendring zu einem Bericht im Ausschuss für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie zu verpflichten. Hintergrund sind pauschale Vorwürfe, der BJR ermögliche extremistischen Gruppen Einfluss auf jugendpolitische Veranstaltungen und betreibe einseitige politische Bildungsarbeit.
Der BJR weist auch diese Darstellung entschieden zurück.
„Die Arbeit des BJR steht für Demokratie, Haltung und Vielfalt. Unsere Arbeit verfolgt das Ziel, junge Menschen zur eigenständigen Meinungsbildung zu befähigen und sie zur aktiven Teilhabe an der demokratischen Gesellschaft zu ermutigen“,
erklärt BJR-Präsident Seitz. Der Versuch, demokratische Bildungsarbeit pauschal unter Extremismus-Verdacht zu stellen, trägt aus Sicht des BJR nicht zu einer sachlichen Debatte bei. „Vielmehr entsteht der Eindruck, dass zivilgesellschaftliches Engagement junger Menschen gezielt diskreditiert werden soll“, kritisiert Seitz. „Das ist ein absurder Angriff auf Zehntausende Ehrenamtliche in Bayern und auf deren Engagement.“
Demokratiebildung braucht Rückhalt statt Misstrauen
Auch in ihrem „Rahmenprogramm“ zur Kommunalwahl 2026 griff die AfD Bayern Projekte, Strukturen und Einrichtungen der Jugendarbeit in Bayern an. In dem online veröffentlichten Text behauptet die Partei beispielsweise wie schon 2020, das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ in Trägerschaft des Bayerischen Jugendrings beeinflusse Schüler*innen durch „linksradikale Organisationen“ und müsse „sofort beendet“ werden.
Die Jugendarbeit in Bayern erreicht über Jugendverbände, Jugendorganisationen, Jugendringe und die Arbeitsfelder der Jugendarbeit Hunderttausende junge Menschen. Sie schafft Räume für Engagement, Beteiligung und gesellschaftliche Verantwortung.
Der Bayerische Jugendring dankt den demokratischen Fraktionen im Bayerischen Landtag, dass sie die Jugendarbeit im Freistaat weiterhin verlässlich unterstützen und die politisch motivierten Angriffe der AfD klar zurückweisen.
Verwandte Beiträge des Bayerischen Jugendrings
- AfD greift Jugendarbeit in Bayern an (Bayerischer Jugendring vom 05.03.2026)
Quelle: Bayerischer Jugendring (BJR) vom 12.03.2026
Termine zum Thema
-
23.08.2026
German-Israeli Summer Camp 2026
-
02.09.2026
Veränderungsimpulse bei rechtsorientierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen (VIR)
-
10.09.2026
Antisemitismus erkennen, reflektieren, begegnen - Teil 1
-
11.09.2026
Mythos und Ideologie. Verschwörungserzählungen im Rechtsextremismus
-
14.09.2026
Gleich? Berechtigt! Modul 1 der zertifizierten Betzavta-Trainer*innen-Ausbildung: Feministische Forderungen demokratisch aushandeln
Materialien zum Thema
-
Studie
Beteiligung als soziale Frage. Eine sozialisationstheoretische Bestandsaufnahme zu Familie, Schule und Partizipation junger Menschen in Deutschland.
-
Broschüre
Ehrenamtliches Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Handreichung - Resilienz gegenüber rechtsextremer Einflussnahme
-
Zeitschrift / Periodikum
Außerschulische Bildung 2/2026 - „Zukunft Demokratie-Bildung“
-
Broschüre
Pädagogischer Umgang mit Rechtsextremismus
Projekte zum Thema
-
Bildungswerk “anderes lernen, Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein” e.V.
Bruchlinien - Lebenswege zwischen Freiheit und Unterdrückung
-
Kindersprachbrücke Jena e.V.
PARTS - Programm zur Förderung von Akzeptanz, Respekt, Toleranz und sozialer Kompetenz
-
Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN)
Eine bessere Welt für alle
-
Jugendbildungsstätte LidiceHaus Bremen
Fachstelle Rechtsextremismus und Familie
-
Bundesforum Vormundschaft und Pflegschaft e. V.
ZukeV - Zukunft des Ehrenamts in Vormundschaft und Kinder- und Jugendhilfe