Zehn Jahre Kinderschutzambulanzen
Berlin setzt bundesweit Maßstäbe im medizinischen Kinderschutz
Berlin würdigt das zehnjährige Bestehen der regionalen Kinderschutzambulanzen. Was 2016 als Modellprojekt begann, ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil des Berliner Kinderschutzes. Sechs Standorte vernetzen Medizin, Jugendhilfe und Justiz, um Kinder und Jugendliche bei Verdachtsfällen von Gewalt, Vernachlässigung oder Missbrauch frühzeitig zu schützen.
13.07.2026
Mit einem Festakt im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge hat das Land Berlin das zehnjährige Bestehen der regionalen Kinderschutzambulanzen gewürdigt. Die Veranstaltung wurde vom Regierenden Bürgermeister Kai Wegner eröffnet. An dem Jubiläum nahmen zudem Falko Liecke, Staatssekretär für Jugend und Familie, sowie Ellen Haußdörfer, Staatssekretärin für Gesundheit und Pflege, teil.
2016 starteten die regionalen Kinderschutzambulanzen als innovatives und ressortübergreifendes Modellprojekt des Landes Berlin mit anfangs vier Standorten. Heute sind sie ein fester und unverzichtbarer Bestandteil der Berliner Kinderschutzlandschaft. Die mittlerweile sechs Standorte sind eine wichtige Schnittstelle zwischen Gesundheitswesen und Jugendhilfe und leisten seit einem Jahrzehnt einen entscheidenden Beitrag dazu, Kinder und Jugendliche vor Gewalt, Vernachlässigung und sexualisierter Gewalt zu schützen.
Die regionalen Kinderschutzambulanzen sind ein bundesweit beispielhaftes Kooperationsprojekt. Unter Federführung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie arbeiten die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz sowie den Gewaltschutzambulanzen und den Jugend- sowie Gesundheitsämtern eng zusammen. Ziel ist es mit medizinischer Expertise Kinder und Jugendliche in Gefährdungssituationen bestmöglich zu schützen.
Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin:
„Jedes Kind hat das Recht, sicher, angst- und gewaltfrei aufzuwachsen. Die Berliner Kinderschutzambulanzen leisten seit zehn Jahren unverzichtbare Arbeit, denn dort arbeiten Jugend- und Gesundheitsämter und auch die Justiz eng zusammen. Unser gemeinsames Ziel ist es, frühzeitig einzugreifen, um Kinder vor Gewalt oder Vernachlässigung zu schützen.“
Falko Liecke, Staatssekretär für Jugend und Familie:
„Die regionalen Kinderschutzambulanzen stehen seit zehn Jahren für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Interesse des Kindeswohls. Sie verbinden medizinische Fachkompetenz mit den Hilfen der Kinder- und Jugendhilfe und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Dass Berlin heute über ein flächendeckendes Netz von Kinderschutzambulanzen verfügt, ist ein großer Erfolg und Ausdruck unseres gemeinsamen Anspruchs, Kinder bestmöglich vor Gewalt und Vernachlässigung zu schützen.“
Ellen Haußdörfer, Staatssekretärin für Gesundheit und Pflege:
„Seit zehn Jahren leisten die Berliner Kinderschutzambulanzen einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Sie zeigen, wie wichtig medizinischer Kinderschutz als fester Bestandteil unseres Gesundheitswesens ist. Ärzt*innen sowie weitere Fachkräfte erkennen Anzeichen von Gewalt frühzeitig, sichern Befunde und tragen dazu bei, dass betroffenen Kindern und Jugendlichen schnell und rechtskreisübergreifend die notwendige Hilfe zuteil wird. Diese enge Kooperation ist ein wichtiger Baustein für den Schutz der Kinder unserer Stadt.“
Die Kinderschutzambulanzen sind fest in das Berliner Netzwerk Kinderschutz und Frühe Hilfen eingebunden. Mit ihrer Einrichtung wurde der medizinische Kinderschutz dauerhaft und professionell im Netzwerk verankert. Sie fungieren als zentrale Schnittstelle zwischen medizinischer Diagnostik und den Hilfesystemen der Kinder- und Jugendhilfe und stärken die Zusammenarbeit von Gesundheitswesen und Jugendhilfe nachhaltig.
Jährlich werden in den sechs Berliner Kinderschutzambulanzen durchschnittlich rund 850 Kinder und Jugendliche untersucht und etwa 4.500 Fachleistungsstunden erbracht. Die Einrichtungen unterstützen Jugendämter, Kinder- und Jugendärzt*innen, Kinder- und Jugendpsychiatrien sowie weitere Fachkräfte bei der Einschätzung und Abklärung von Verdachtsfällen körperlicher oder psychischer Misshandlung, Vernachlässigung oder sexualisierter Gewalt. Ihre besondere Stärke liegt im interdisziplinären Ansatz, so werden medizinische Diagnostik und fachliche Beratung mit der Expertise zahlreicher Fachrichtungen zusammengeführt.
Die sechs regionalen Kinderschutzambulanzen befinden sich an der Charité, den DRK Kliniken Berlin Westend, dem St. Joseph Krankenhaus, dem Helios Klinikum Berlin-Buch, dem Vivantes Klinikum Neukölln sowie am Sana Klinikum Lichtenberg in Kooperation mit dem Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge.
Quelle: Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie vom 24.06.2026
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