Internes Arbeitspapier
BDKJ kritisiert Kürzungspläne in der Kinder- und Jugendhilfe
Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) kritisiert die geplanten Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe, die in einem internen Arbeitspapier von Bundesregierung, Bundesländern und kommunalen Spitzenverbänden vorgeschlagen werden. BDKJ-Bundesvorsitzende Lena Bloemacher warnt, dass Einsparungen in diesem Bereich die Gegenwart und Zukunft junger Menschen gefährden.
19.05.2026
Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) kritisiert die aktuell diskutierten Kürzungsvorschläge in der Kinder- und Jugendhilfe. Hintergrund ist ein internes Arbeitspapier, in dem Vertreter*innen von Bundesregierung, Bundesländern und kommunalen Spitzenverbänden drastische Einsparungen in Milliardenhöhe vorschlagen.
„Wer bei der Kinder- und Jugendhilfe spart, gefährdet die Gegenwart und Zukunft junger Menschen“, erklärt BDKJ-Bundesvorsitzende Lena Bloemacher. „Gerade in einer Zeit, in der demokratische Strukturen unter Druck stehen und soziale Ungleichheiten zunehmen, ist es besonders problematisch, zentrale Bereiche der Demokratiebildung und Jugendhilfe infrage zu stellen. Besonders betroffen wären junge Menschen, die ohnehin nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Mitbestimmung haben.“
Der BDKJ betont, dass Kürzungen beim Sozialstaat weitreichende Folgen haben: Sie schwächen den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Vertrauen in politische Institutionen. Eine rein wirtschaftliche Betrachtung der Kinder- und Jugendhilfe greift zu kurz und wird ihrer Bedeutung für soziale Sicherheit, Menschenwürde und demokratische Teilhabe nicht gerecht.
Zugleich weist der BDKJ auf die angespannte Haushaltslage vieler Kommunen hin. Diese darf jedoch nicht dazu führen, dass notwendige Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe geschwächt oder eingeschränkt werden. Gerade auf kommunaler Ebene braucht es eine verlässliche bedarfsgerechte Finanzierung, um jungen Menschen Teilhabe und Unterstützung zu sichern.
Der BDKJ kritisiert in seinem Beschluss auch die Entstehung der Kürzungspläne.
„Wir brauchen transparente Entscheidungsprozesse und eine verbindliche Beteiligung junger Menschen sowie ihrer Interessenvertretungen und Expert*innen aus Fachpraxis und Wissenschaft”, betont Lena Bloemacher. „Wir fordern eine klare Priorisierung von Investitionen in die Kinder- und Jugendhilfe anstelle von Kürzungen. Ebenso braucht es ein klares Bekenntnis zum Subsidiaritätsprinzip und zur Trägervielfalt.”
Abschließend bekräftigt sie die Solidarität mit allen Betroffenen möglicher Kürzungen: „Die Kinder- und Jugendhilfe ist ein zentraler Pfeiler einer pluralen Demokratie. Ein starker Sozialstaat stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt – jede Investition in die Zukunft junger Menschen zahlt sich aus.“
Quelle: Bund der Deutschen Katholischen Jugend vom 26.04.2026
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