Inklusion

Auftakt eines neuen IJAB-Projekts zur Entwicklung einer Inklusionsstrategie für die Internationale Jugendarbeit

Papierboot am Ufer, auf der Fahne steht Inklusion

Anfang September startete IJAB mit der Umsetzung eines Projektes, durch das bis Ende 2017 eine gemeinsame Inklusionsstrategie für die Internationale Jugendarbeit entwickelt werden soll. Den Auftakt bildet eine Tagung, die vom 19. bis 20. November 2015 in Berlin stattfindet.

18.09.2015

"Entwicklung einer Inklusionsstrategie für die Internationale Jugendarbeit"

Die "Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen" der Vereinten Nationen gewährleistet in Art.24 ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen und lebenslanges Lernen. Die Internationale Jugendarbeit (IJA) ist ein wichtiger Lernort des non-formalen und informellen Bildungsbereiches. Durch ihren selbstorganisierten, freiwilligen Charakter leistet sie einen wertvollen Beitrag zur Stärkung und Entwicklung der Persönlichkeit aller jungen Menschen. Behinderte Jugendliche können davon in besonderem Maße profitieren. Obwohl der non-formalen und informellen Bildung eine große Bedeutung für die gesellschaftliche Teilhabe von Jugendlichen mit Beeinträchtigungen zukommt, gibt es in diesem Bereich kaum belastbare Daten und Informationen. Des Weiteren mangelt es an einer umfassenden Strategie zur Umsetzung von Inklusion im Bereich der außerschulischen Jugendarbeit.

In den letzten Jahren haben sowohl IJAB als auch andere Akteure damit begonnen, Ansätze für die Teilhabe von Jugendlichen mit Behinderungen in der Internationalen Jugendarbeit und der non-formalen Bildung sowie eine inklusivere Gestaltung der Internationalen Jugendarbeit zu entwickeln. Diese vielfältigen Erfahrungen werden mithilfe des Projekts systematisiert, durch internationale Impulse ergänzt und zu einer Strategie weiterentwickelt. Gleichzeitig sollen Synergien für das gesamte Arbeitsfeld geschaffen werden. Dort sind die einzelnen Initiativen aber auch Formate wie Freiwilligendienste, Workcamps, Jugendbegegnungen oder Fachkräfteaustausch bisher noch wenig miteinander vernetzt.

Orientiert an den drei Dimensionen des Indexes für Inklusion werden die folgende Ziele verfolgt:

  • Inklusive Kulturen zu schaffen – Das Verständnis von Inklusion soll im Feld der Internationalen Jugendarbeit geschärft und zur Schaffung einer inklusiven Haltung beigetragen werden.
  • Inklusive Strukturen zu etablieren – Der nationale Fachdiskurs soll gestärkt werden. Es werden Vernetzungsstrukturen und Foren angeboten, die eine gemeinsame Analyse, Diskussion und thematische Arbeit ermöglichen und es den verschiedenen Akteuren ermöglichen, inklusive Strukturen auf- bzw. auszubauen.
  • Inklusive Praktiken zu entwickeln – Die Akteure sollen dabei unterstützt werden, ihre internationalen Jugendprojekte inklusiver zu gestalten. Dazu werden Hinweise und Methoden für die praktische Umsetzung einer inklusiven Internationalen Jugendarbeit recherchiert, gebündelt und zugänglich gemacht.

Zur Erreichung dieser Ziele gibt es während der gesamten Projektlaufzeit verschiedene Plattformen wie regelmäßige Fachveranstaltungen, eine Webseite sowie Social Media-Kanäle. Zum Projektabschluss sollen die gewonnenen Erkenntnisse und Impulse dann träger- und fachübergreifend in einen Aktionsplan umgesetzt werden, der sich an der Systematik des Index für Inklusion orientiert.

Eine Gruppe von Expertinnen und Experten begleitet und berät das Projekt und gestaltet es mit.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.

Auftaktveranstaltung 19./20. November in Berlin

Den Auftakt des Projekts bildet eine Tagung, die vom 19. bis 20. November 2015 in Berlin stattfindet. Ihr Schwerpunkt liegt im fachlichen Einstieg in eine Debatte zu Beiträgen, Formen und Herausforderungen inklusiver Ansätze in der (Internationalen) Jugendarbeit. Als Basis hierfür dienen u. a. die Ergebnisse früherer Fachveranstaltungen. Diese werden bei der Tagung vorgestellt und durch aktuelle Entwicklungen und Diskussionen ergänzt. Der Auftakt dient zudem der Vernetzung des Arbeitsfeldes und soll insbesondere neue Akteure und verstärkt auch Menschen mit Behinderung und ihre Organisationen einbinden. Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte der Jugendhilfe bzw. Internationalen Jugendarbeit, der Behindertenhilfe und Expert(inn)en aus Forschung, Verbänden, Politik und Praxis, die sich mit der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bzw. mit der inklusiven Gestaltung non-formaler Bildung beschäftigen.

Eine Ausschreibung mit dem genauen Programmablauf wird im Oktober verschickt, Interessierte können sich aber bereits jetzt vormerken lassen.

Kontakt

Wenn Sie sich gerne an dem Projekt beteiligen möchten, wenn Sie Ideen oder Anregungen haben oder wenn Sie weitere Informationen zum Projekt und zur Auftaktveranstaltung erhalten möchten, wenden Sie sich gerne an: Ulrike Werner, <link mail window for sending>[email protected], Tel.: 0228 9506-230 und Christoph Bruners, <link mail window for sending>[email protected], Tel.: 0228 9506-120.

Quelle: IJAB e.V., Autorin: Ulrike Werner

Redaktion: Svenja Karrenstein

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