Gesundheit

Alkoholmissbrauch – Immer mehr saarländische Jugendliche mussten akut im Krankenhaus behandelt werden

Flaschen

Die Zahl der jungen Saarländerinnen und Saarländer, die wegen Alkoholproblemen stationär behandelt werden mussten, ist weiter angestiegen.

22.12.2011

444 junge Menschen zwischen 10 und 20 Jahren landeten im Jahr 2010 mit einer akuten Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Das waren 17 Fälle oder 4 Prozent mehr als im Vorjahr, so das Statistische Amt des Saarlandes.
Die Zahl der jungen Saarländerinnen und Saarländer, die wegen Alkoholproblemen  stationär behandelt werden mussten, ist weiter angestiegen. 444 junge Menschen zwischen 10 und 20 Jahren landeten im Jahr 2010 mit einer akuten Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Das waren 17 Fälle oder 4 Prozent mehr als im Vorjahr, so das Statistische Amt des Saarlandes. Die Zahl alkoholbedingter stationärer Behandlungen von saarländischen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist damit weiterhin erschreckend hoch. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl der Fälle mehr als verdoppelt (+ 113 %).

Bereits Kinder zwischen 10 und 15 Jahren mussten wegen übermäßigen Alkoholkonsums ins Krankenhaus. Im Jahr 2010 wurden 54 saarländische Kinder mit Alkoholvergiftung in einer Klinik behandelt, ein Kind weniger als im Jahr davor. Im Vergleich zum Jahr 2000 ist die Zahl dieser Fälle um 32 Prozent gestiegen. Mit 390 Behandlungsfällen stellen die 15- bis unter 20-Jährigen die größte Gruppe der mit akuter Alkoholintoxikation behandelten saarländischen Patientinnen und Patienten. 2010 wurden 18 Fälle mehr als im Jahr 2009 gezählt (+ 5 %). Gegenüber dem Jahr 2000 stieg diese Zahl um 223 Behandlungsfälle oder 134 Prozent.
Übermäßiger Alkoholkonsum ist nicht nur ein Problem junger Männer. Zunehmend müssen auch Mädchen und junge Frauen mit Alkoholvergiftung stationär behandelt werden. So waren 2010 rund 48 Prozent der Behandlungsfälle zwischen 10 und 15 Jahren weiblich und 39 Prozent der 15- bis unter 20-Jährigen. Im Jahr 2000 lagen die entsprechenden Anteile der Mädchen und jungen Frauen noch bei 39 und 37 Prozent.

Grundlage dieser Daten ist die Krankenhausdiagnosestatistik. Die Krankenhäuser liefern einmal jährlich Angaben über die Zahl der stationär versorgten Patientinnen und Patienten an die statistischen Ämter der Länder. Auswertungen der Diagnosestatistik sind nach Krankenhausstandort oder Wohnort der behandelten Personen möglich. Die hier dargestellten Ergebnisse beziehen sich auf Behandlungsfälle von Personen, die im Saarland wohnen. Wiederholt aufgenommene Personen sind mehrfach enthalten. Ausgewertet wurden die Behandlungsfälle mit der Diagnose F 10.0: Psychische und Verhaltensstörung durch Alkohol, akute Intoxikation (akuter Rausch), entsprechend der internationalen statistischen Klassifikation ICD-10.

Quelle: Statistisches Amt Saarland vom 22.12.2011

Redaktion: Anneli Starzinger

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