Hessen
Zweite Ombudsstelle stärkt Kinderrechte
Die Landesregierung Hessen fördert von 2025 bis 2027 ombudschaftliche Beratung zu Kinder- und Jugendrechten mit 3,2 Millionen Euro. Neben dem bestehenden Standort in Frankfurt wird eine zweite Ombudsstelle in Kassel eröffnet. Diese bietet Eltern und jungen Menschen in Nordhessen unabhängige Beratung bei Konflikten mit Trägern der Jugendhilfe.
10.04.2026
In der Förderperiode von 2025 bis Ende 2027 finanziert die Landesregierung ombudschaftliche Beratung zu Kinder- und Jugendrechten in Hessen mit rund 3,2 Millionen Euro. Damit sichert sie ein zentrales Beratungsangebot für junge Menschen und Eltern im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe langfristig ab. Nachdem die in Frankfurt ansässige Ombudsstelle diese Aufgabe bereits seit 2016 wahrnimmt, kommt nun in Kassel ein weiterer Standort hinzu. An deren Eröffnung hat Jugendministerin Heike Hofmann am Freitag teilgenommen. Künftig können sich damit Eltern sowie Kinder und Jugendliche, die in Konflikte mit öffentlichen oder freien Trägern der Jugendhilfe geraten, auch in Nordhessen unabhängig beraten lassen.
„Mit der Eröffnung des zweiten Standorts der Ombudsstelle für Kinder- und Jugendrechte in Hessen setzen wir ein deutliches Zeichen für Teilhabe und konsequente Stärkung der Rechte von Kindern und Jugendlichen. Auch den Eltern und jungen Menschen in Nordhessen steht nun eine leicht erreichbare und fachlich kompetente Informationsstelle zur Verfügung“,
betonte Sozialministerin Hofmann.
Ombudsstellen stärken Beteiligung und Beratung
Ombudschaftliche Beratung wurde 2021 zunächst bundes-, in diesem Jahr auch landesgesetzlich verankert. Sie erfolgt sowohl durch hauptamtliche Fachkräfte als auch durch ein Netzwerk ehrenamtlich Engagierter. Neben der individuellen Unterstützung leisten Ombudsstellen auch einen Beitrag zur langfristigen Qualitätsentwicklung innerhalb des Jugendhilfesystems.
„Kinderrechte sind keine abstrakten Prinzipien und auch keine freiwillige Selbstverpflichtung. Sie sind verbindlich und in UN-Kinderrechtskonvention wie Hessischer Verfassung fest verankert. Doch Rechte entfalten ihre Wirkung erst, wenn sie auch bekannt sind, verstanden werden und es Orte gibt, an denen sie eingefordert werden können“,
führte Hofmann aus.
Hier kämen die Ombudsstellen ins Spiel, die auch klarer Ausdruck einer Haltung seien:
„Unsere Botschaft lautet: Kinder und Jugendliche haben das Recht, beteiligt zu werden und ihre Perspektiven einzubringen sowie Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, mitzugestalten. Beteiligung ist kein Extra, das gewährt wird, wenn es gerade passt, sondern ein grundlegender Bestandteil demokratischen Zusammenlebens. Wer Kinder beteiligt, stärkt ihr Selbstbewusstsein, ihr Verantwortungsgefühl und ihr Vertrauen in unsere Gesellschaft. Ich wünsche der neuen Anlaufstelle hier in Kassel einen starken Start – und ich danke allen an der Arbeit der hessischen Ombudsstellen Beteiligten für ihren wertvollen Beitrag“,
sagte die Ministerin.
Hintergrund
Träger der Ombudsstellen ist der Verein Ombudsstelle für Kinder- und Jugendrechte in Hessen e.V., der im Jahr 2012 von mehreren Trägerverbänden und weiteren Akteuren der Jugendhilfe ins Leben gerufen wurde. Seitdem betreibt er eine Beratungsstelle in Frankfurt, zu der nun eine weitere in Kassel hinzukommt. Ombudsstellen unterstützen junge Menschen und ihre Familien durch Beratung und – falls nötig – auch durch Begleitung bei Gesprächen mit Trägern der Jugendhilfe. Das Land fördert das Angebot seit 2022, seit 2023 trägt es die Kosten vollständig. Mit dem 2021 in Kraft getretenen Kinder- und Jugendstärkungsgesetz wurde in Form von § 9a SGB VIII eine Regelung aufgenommen, die die Länder verpflichtet, entsprechende Ombudsstellen einzurichten. Diese sollen unabhängig und fachlich nicht weisungsgebunden arbeiten. In einem gemeinsamen Workshop-Prozess mit Akteuren der hessischen Jugendhilfe hat das Ministerium ein Umsetzungskonzept erarbeitet, das den schrittweisen Ausbau und die Weiterentwicklung des Angebots vorsieht.
Quelle: Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales 27.03.2026
Termine zum Thema
-
10.10.2026
Figürliches Aufstellen mit GAMiKi für Kinder und Jugendliche: Sicher begleiten am Systembrett
-
12.10.2026
„Ich bin an deiner Seite“ – Fokus Kindertrauer – Orientierungsseminar für die Begegnung mit trauernden Kindern
-
12.10.2026
Elterngespräche sicher und kompetent führen
-
12.10.2026
Fortbildung zum Triple P-Einzeltraining
-
22.10.2026
Kinderschutz-Fachkraft / insoweit erfahrene Fachkraft (ieF) – Zertifikatslehrgang
Materialien zum Thema
-
Broschüre
Aktualisierte Neuauflage Dossier „Medienpädagogische Zusammenarbeit mit Eltern“
-
Webangebot / -portal
Autismus-Ratgeber.de – Informationen und praktische Hilfsmittel
-
Broschüre
Digitale Medien in Familien mit Kleinkindern
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Material für die Öffentlichkeitsarbeit der Jugendämter: Verfahrenslotsen im Fokus
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Kartenset Sexuelle Bildung
Projekte zum Thema
-
GKI - Zentrum für Gemeinwohlorientierte KI
Bedarfsgerechte KI für die Kinder- und Jugendhilfe
-
Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Nordhein-Westfalen e.V.
Elterntalk in NRW
-
Bildungswerk “anderes lernen, Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein” e.V.
Bruchlinien - Lebenswege zwischen Freiheit und Unterdrückung
-
Landesjugendring Brandenburg e.V.
Remember - Spurensuche
-
Universität Münster (JuPa-Quali)
JuPa - Soziale Teilhabe von Jugendlichen in stationären Jugendhilfe-Einrichtungen und Pflegefamilien in Zeiten von Pandemien ermöglichen