Hilfen zur Erziehung
JuPa - Soziale Teilhabe von Jugendlichen in stationären Jugendhilfe-Einrichtungen und Pflegefamilien in Zeiten von Pandemien ermöglichen
Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Verbundforschungsprojekt der Universität Münster und der TU Dortmund zielt darauf ab, die Auswirkungen der Coronakrise auf Teilhabe- und Entwicklungsbedingungen sowie Bildungsbenachteiligungen von Jugendlichen in stationären Jugendhilfeeinrichtungen sowohl aus der Sicht der Heranwachsenden selbst als auch der Fachkräfte der Jugendhilfe systematisch zu rekonstruieren. Es schließt damit eine zentrale Forschungslücke im Hinblick auf entstandene Bildungsbeeinträchtigungen und die institutionelle Förderung sozialer Teilhabe dieser Zielgruppe im Kontext pandemiebedingter Krisen.
Strukturebene: Bund
Das Projekt umfasste im ersten Schritt eine wissenschaftliche Datenerhebung. Im qualitativen Teil der Studie (JuPa Quali) werden 40 Jugendliche, die in stationären Erziehungshilfen (Pflegefamilien, Erziehungsstellen und Heimeinrichtungen) die Corona-Pandemie erlebt haben, interviewt (Leuphana Universität). Der quantitative Teil der Studie (JuPa Quanti) beinhaltet eine Befragung von Fach- und Leitungskräften sowie Pflegepersonen mithilfe verschiedener Online-Fragebögen (TU Dortmund). Aufbauend auf den Ergebnissen der wissenschaftlichen Auswertung beider Studien wurden Qualitätskriterien zur Förderung sozialer Teilhabe von Adressat*innen sowie Konzepte zur Kompensation von entstandenen Benachteiligungen infolge der Corona-Krise entwickelt. Im Zentrum stehen vier relevante Sozialisationsfelder der jungen Menschen, die gleichzeitig auch bedeutende Kooperationsfelder der Fachkräfte der Jugendhilfe sind: Schule/Ausbildung/berufliches Übergangssystem, Herkunftsfamilie, Gleichaltrige/Peers und wohlfahrtsstaatliche Systeme (Jugendhilfe-, Gesundheitssystem).
Die Erarbeitung von Konzepten auf Grundlage der Forschungsergebnisse erfolgte mithilfe partizipativer Verfahren, an denen die relevanten Akteursgruppen beteiligt wurden: Care experienced Personen, Lehrer*innen und Fachkräfte der Jugendhilfe. Das Vorhaben verfolgt einerseits eine fundierte Grundlagenforschung (im Hinblick auf die Erforschung von Benachteiligungen von jungen Menschen in stationären Erziehungshilfen) und liefert andererseits innovative und praxistaugliche Konzepte.
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